Rücktritt

15. September 2009 10:35; Akt: 15.09.2009 18:08 Print

Jasmin Hutter lebt das SVP-Rollenbild

«Die Frauen entscheiden sich bei uns zwischen Familie und Politik», sagte die werdende Mutter Jasmin Hutter und kündigt deshalb ihren Rücktritt als SVP-Nationalrätin auf Dezember an.

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Mit 31 Jahren tritt die St. Galler SVP-Nationalrätin und SVP-Vizepräsidentin Jasmin Hutter von ihren Ämtern zurück, weil sie im Dezember Mutter wird. Damit lebe sie das von ihr propagierte Rollenbild vor, wie sie gegenüber dem «St. Galler Tagblatt» sagte. Als Nationalrätin trete sie im Dezember zurück, SVP-Vizepräsidentin bleibe sie noch bis zu den Gesamterneuerungswahlen des SVP-Präsidiums im Frühjahr 2010, präzisierte Jasmin Hutter am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Bereits im Juli hatte Hutter ihren Rücktritt als SVP-Vizepräsidentin angekündigt.

«Für mich war immer klar: Wenn das Kind einmal da ist, werde ich kürzertreten, und zwar bei allen politischen Ämtern», sagte Jasmin Hutter. Sie habe ihren Rücktritt als Nationalrätin nur deshalb nicht früher kommuniziert, weil in den ersten Monaten der Schwangerschaft immer etwas passieren könne.

Ihr Rücktritt sei die konsequente Verwirklichung des SVP-Rollenbildes. «Die Frauen entscheiden sich bei uns zwischen Familie und Politik», sagte die werdende Mutter. Dennoch ist die SVP für Hutter eine «Frauenförderpartei»: «Ich konnte als junge Politikerin immer vorne hinstehen, auch wenn ich einen 'Seich' sagte.»

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Emmy Zürcher am 21.09.2009 13:40 Report Diesen Beitrag melden

    Achtung vor Frau Hutter

    endlich wieder einmal eine Frau, die ihre Rolle als Mutter ernst nimmt. Würde Frau Hutter sich nicht wie vorausgesagt um ihre Familie kümmern, würde sie genauso in der Öffentlichkeit zerissen, weil sie nicht Wort gehalten habe. Ich gratuliere Jasmin Hutter zu ihrem Entscheid.

  • De Giovanni am 28.10.2009 18:01 Report Diesen Beitrag melden

    Glückwunsch

    Unabhängig von Frau Hutters politischem Tun - da mir als Deutsche unbekannt, ich habe nur diese Entscheidung auf 3sat gesehen - finde ich diese Entscheidung goldrichtig. Und DAS zeugt von Mut in unserer heutigen Zeit!!!! Zumal sie wahrscheinlich mehr verdient(e) als ihr Mann.

  • mary am 15.09.2009 13:50 Report Diesen Beitrag melden

    Linke Emanze meldet sich zu Wort

    Ich würde mich als Linke Emanze bezeichnen, doch ich würde (wenn möglich) auch für Kinder zu Hause bleiben oder nur teilzeit arbeiten (was gibts schöneres als Kindern zu helfen/fördern). Die Rolle der Männer (ausser in der SVP) hat sich aber gottseidank schon ein wenig gewandelt...

Die neusten Leser-Kommentare

  • De Giovanni am 28.10.2009 18:01 Report Diesen Beitrag melden

    Glückwunsch

    Unabhängig von Frau Hutters politischem Tun - da mir als Deutsche unbekannt, ich habe nur diese Entscheidung auf 3sat gesehen - finde ich diese Entscheidung goldrichtig. Und DAS zeugt von Mut in unserer heutigen Zeit!!!! Zumal sie wahrscheinlich mehr verdient(e) als ihr Mann.

  • Emmy Zürcher am 21.09.2009 13:40 Report Diesen Beitrag melden

    Achtung vor Frau Hutter

    endlich wieder einmal eine Frau, die ihre Rolle als Mutter ernst nimmt. Würde Frau Hutter sich nicht wie vorausgesagt um ihre Familie kümmern, würde sie genauso in der Öffentlichkeit zerissen, weil sie nicht Wort gehalten habe. Ich gratuliere Jasmin Hutter zu ihrem Entscheid.

  • Mutter von 2 Kindern mit Job am 18.09.2009 06:51 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffentlich hatte sie die Wahl

    als Politikerin wäre mit Kind und Amt ihre Karriere bald beendet gewesen, beschämend, dass in der Schweiz oder ihrer Partei anderes nicht möglich ist.

  • motorhertz am 17.09.2009 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    da brat mir doch einer einen storch

    schon ziemlich abgeklärt, die frau, wenn's komplikationen in der schwangerschaft gegeben hätte und sie das kind verloren hätte, hätts ja auch keinen grund gegeben politisch kürzerzutreten. nicht das uns da eine progressive, ein modernes frauenbild verkörpernde, powerfrau verloren gegangen wäre!

  • Marco am 16.09.2009 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    historische bedeutung? - von wegen!

    Dass die Frauen zu Hause bleiben hat historisch überhaupt keine Begründung. Früher mussten Frauen und sogar die Kinder arbeiten damit die Familie genug zu essen hatte. Und auch heute können es sich viele Frauen nicht leisten nichts zu verdienen.