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Unattraktive Schweiz
22. November 2012 21:44; Akt: 23.11.2012 09:51 Print
Asylbewerber gehen lieber nach Deutschland
von Deborah Sutter - Die Schweiz ist für Asylbewerber nicht mehr erste Wahl: In Deutschland gibt es deutlich mehr Geld. Dies führt dazu, dass sich dort die Gesuchzahlen von Personen aus dem Balkan verdoppelten.

Die Empfangsstelle für Asylsuchende in Basel. (Bild: Keystone/Georgios Kefalas)
Flüchtlingsströme in Europa sind äusserst flexibel und reagieren schnell auf gesetzliche Änderungen. Dies zeigen aktuelle Zahlen aus der Schweiz und Deutschland: Bei uns hat sich die Anzahl der Asylsuchenden aus den Balkanstaaten seit dem Sommer halbiert - gleichzeitig in Deutschland verdoppelt. Einer der Gründe: In Deutschland gibt es seit August aufgrund eines Gerichtsentscheids deutlich mehr Geld für Asylbewerber. Bei den zusätzlichen Antragstellern handelt es sich überwiegend um Roma, wie Christoph Sander, der Sprecher des deutschen Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, bestätigt. Es sei bekannt, dass für die Gesuche «auch wirtschaftliche Gründe eine Rolle spielen», so Sander gegenüber dem «Beobachter».
Unterstützung fürAsylsuchende in Europa
1. Deutschland
2. Niederlande
3. Schweiz
4. Schweden
5. Grossbritannien
6. Österreich
7. Frankreich
8. Italien
Dieselben Roma werden in der Schweiz seit dem Sommer zudem schneller wieder zurückgeschickt: «Seit August gilt für Gesuchsteller aus den Balkanstaaten die 48-Stunden-Regelung, dank der innert zwei Tagen ein Entscheid gefällt wird – und der fällt hier meist negativ aus, weil die Herkunftsländer als sicher gelten», sagt der Sprecher des Bundesamtes für Migration, Michael Glauser. Solche Änderungen sprächen sich sehr schnell herum: «Die Schweiz verzeichnet seither deutlich weniger Asylsuchende aus dem Balkan.»
48-Stunden-Verfahren auch auf andere Gruppen anwenden
Für den Migrationsexperten und FDP-Nationalrat Philipp Müller
Philipp
Müller
FDP-Liberale, AG
NationalratVerbunden mit
Automobil Club der Schweiz (ACS), Sektion Mittelland
weitere Verbindungen anzeigen steht fest: «Das ist die Lösung im Asylbereich - jetzt müssen wir dies auf andere Gruppen ausweiten. Die kurzen Verfahren schrecken diejenigen ab, die sowieso keine Chance auf Asyl haben.» Denise Graf von Amnesty International kritisiert diese Entwicklung: «Für die Roma sind diese Verfahren eine Katastrophe: Ohne einen Rappen müssen sie zurück und treffen auf ihre Häuser, die zum Teil mutwillig zerstört wurden.»

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