«Staatspolitisch gefährlich»

06. November 2017 15:10; Akt: 07.11.2017 16:29 Print

Wemakeit stoppt
No-Billag-Crowdfunding

Nach drei Tagen und 11'500 gespendeten Franken zieht die Crowdfuning-Plattform Wemakeit den No-Billag-Initianten den Stecker. Diese sind empört.

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Ein Crowdfunding für die No-Billag-Initiative wurde gestoppt. (Bild: Keystone/Jean-Christophe Bott)

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Die Initianten der No-Billag-Initiative planten die «grösste politische Crowdfunding-Aktion in der Schweizer Geschichte». Daraus wird jedoch vorerst nichts. Die Betreiber der Plattform Wemakeit haben die Sammelaktion nach drei Tagen gestoppt. Sie begründen den Schritt damit, der «extremen» und «staatspolitisch gefährlichen» Initiative keine Plattform geben zu wollen. Die Kampagne habe man wegen der «äusserst kurzen Einreichungsfrist» nicht vorab prüfen können. Die Spender erhalten ihr Geld nun zurück.

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Crowdfunding gestoppt – richtig oder falsch?

Gegenüber 20 Minuten präzisiert Johannes Gees, Partner bei Wemakeit: «Die Person, die am Freitag die Kampagne aufgeschaltet hat, erkannte die Brisanz des Anliegens nicht. Als die Geschäftsleitung von dem Crowdfunding erfuhr, haben wir uns dafür entschieden, die Kampagne zu stoppen.» Dies sei als privates Unternehmen völlig legitim. «Als Verfechter der privaten Initiativen haben die No-Billag-Befürworter sicherlich Verständnis dafür.»


Intitanten sprechen von einem «Akt der Willkür»

No-Billag-Initiant Olivier Kessler ist empört: «Diesen Entscheid halten wir für einen Akt der Willkür und für einen Affront gegenüber den rund 170 Personen, die zusammen bereits rund 11'500 Franken gespendet haben.» Von einer Schweizer Firma habe man ein besseres Verständnis für die Funktionsweise der direkten Demokratie erwartet. Schliesslich hätten über 112'000 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger die Initiative unterzeichnet und sie sei von der Bundeskanzlei geprüft und für gültig befunden worden. «Wir finden das Vorgehen von Wemakeit unprofessionell und demokratiepolitisch bedenklich.»

Das Gute an der Sache sei jedoch tatsächlich, dass Wemakeit privat sei. «Passt uns Wemakeit nicht, gehen wir einfach zur Konkurrenz.» Man suche jetzt nach einer anderen technischen Lösung für das Crowdfunding und bitte in der Zwischenzeit um Spenden via PayPal und Banküberweisung.

(the)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Ich glaube die 200.- Variante wäre von vielen Billag Gegnern akzepiert worden. Nun läuft es auf eine Poker Partie hinaus. Und da könnte es beim BR und im NR lange Gesichter geben. Dann nämlich hätten unsere Volksvertreter ihren Job nicht gemacht, weil die SRG Lobby zu stark war. – Bih

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Müler (the real) am 06.11.2017 15:21 Report Diesen Beitrag melden

    jemand hat Einfluss genommen

    Wenn da nicht Bestechung im Spiel ist. Wer so die Massen manipuliert muss von der Bildfläche verschwinden. Jetzt erst recht Ja zur Initiative.

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  • John Johnson am 06.11.2017 15:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Politisches Crowdfunding

    Mir persönlich erschliesst sich kein Grund, weshalb eine Crowdfundingplattform aufgrund ihrer politischer Meinung ihren eigentlichen Zweck nicht erfüllt: Nämlich die Möglichkeit für alle Crowdfunding zu betreiben.

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  • Jafür NoBillag am 06.11.2017 15:16 Report Diesen Beitrag melden

    Es geht niemand etwas an,

    was ich am 4. März 2018 abstimmen werde.Dies ist Privatsache und geht keine Nase etwas an!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dani Mano am 07.11.2017 18:12 Report Diesen Beitrag melden

    werde JA stimmen

    z.B. der Kassensturz, wir werden gezwungen BILAG zu bezahlen und dann fordern die auf ihrer Homepage gleich nochmals Geld wenn man manche Tests lesen will. Zudem habe ich seit Jahren keinen TV mehr. Bin es leid ständig angelogen zu werden und Sendungen für Hirntote sehen zu müssen.

  • Italia am 07.11.2017 18:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    EU kommt mit einem Ja

    Ein Ja bedeutet für die Schweiz eim rieswn Schritt in Richtung EU. Wir werden dann keine Unabhängigen Medien mehr haben.

    • rölf am 07.11.2017 18:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Italia

      haha... ihre Ansicht ist sooo verdreht. Glauben sie das wirklich? weil es ist genau umgekehrt!

    • ton ton am 07.11.2017 19:14 Report Diesen Beitrag melden

      Ein Schritt in die EU

      Natürlich wird das so sein. Wenn die CH keine eigene Fernsehanstalt mehr betreiben darf, werden die Privaten übernehmen. Und die ausländischen Sendestationen sind gross und machen den Job sehr günstig. sieht man ja am Lohngefälle und an den vielen Schweizern, die in DE einkaufen - obwohl sie natürlich niemals in die EU wollen. Aber so geht es auch mit einem grossen Schritt Richtung EU. Brüssel wird den Einfluss über die Medien schon zu nutzen wissen.

    • SP Wähler am 07.11.2017 19:59 Report Diesen Beitrag melden

      Näher zu Europa - Ja zu No Billag

      Das ist super - dann schaffen wir doch endlich den EU Beitritt. Als SP Wähler bin ich gegen die Billag weil die armen zu viel bezahlen müssen und eine Öffnung tut der Schweiz gut.

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  • Seerosen-Elfe am 07.11.2017 16:44 Report Diesen Beitrag melden

    Wo bleibt die "digitale Schweiz"?

    Über viele Jahre wurden die freien Medien durch SRG behindert. Printmedien bieten Ihre Erzeugnisse auch im Internet an, ohne sich von der SRG abheben zu können. Nur, SRG wird staatlich gefördert, die anderen nicht. Den letzten Verteilschlüssel den ich gesegen habe: 95% der Billag-Gelder gehen zHd SRG. Der Rest wird nach einem komplizierten Schlüssel an die Billag selbst und private Radio- und TV-Betreiber vergeben. Die SRG bestimmt auch, was in der Schweiz wert ist als Kultur betrachtet zu weden. Ich habe keine RTV und mir bleibt auch kein Geld für Cabaret, Film, Schwingerfest, etc. NEUSTART!

  • PS;L am 07.11.2017 16:27 Report Diesen Beitrag melden

    Auch gut

    Solche Aktionen geben mehr Fahrtwind für die Initiative, als der Geldbetrag selber - eigentlich können wir Danke sagen. Die SRG wird wohl einen längst überfälligen Geldschnitt überstehen müssen - Kommt das Geld vom Staat, nimmt man gerne die grosse Schöpfkelle.

  • Manuel Fernandez am 07.11.2017 16:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    GRÜNDE FÜR EIN JA

    Warum ich JA stimmen werde: 1. Die SRG weigert seid jeher sich endlich festzulegen was service public ist. 2. Ich sehe es nicht ein warum jede sprach region mind. zwei tv sender haben muss und nochmal soviel radiosender. 3. Warum werden regionalsender zb: telebasel, telebiellingue usw mit finanziert, dürfen sich aber als private sender outen? 4. Herr Deweck kassiert 500000fr pro jahr, gebührengelder. 5. Wieso wird immer mehr werbung gezeigt bei einem budget von 1.4 milliarden?! 6. Wieso weigert sich die SRG die finanzen offen zu zeigen und wo was hingeht?? 7. Mein vorschlag: 1 tv und 1 radio sender pro sprachregion total 4 tv 4 radio sender. gebühren auf 200fr runter. Mehr muss SRG nicht sein. Warum weigert man sich darüber zu sprechen?

    • Rebecca am 07.11.2017 16:52 Report Diesen Beitrag melden

      @Manuel Fernandez

      Es ist nicht an der SRG den Service Publique zu definieren, sondern an der Politik. Solange die Definition offen ist, liegt es an der SRG diesen Auftrag nach eigenem Gusto und im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu interpretieren. Die Höhe der Gebühren wird ebenfalls nicht von der SRG festgelegt, sondern wiederum von der Politik. Ich kann ihre Anschuldigung, die SRG weigere sich über den Service Publique zu sprechen, nicht nachvollziehen. Das tut sie nicht.

    • Raphitaphi am 07.11.2017 16:54 Report Diesen Beitrag melden

      @Manuel Fernandez

      Wo die Gebührengelder hinfliessen kann man bei der SRG einsehen. Ein Grossteil geht an die SRG selber, ein Teil aber auch an private Konzessionsträger und die Kulturförderung. Von der Initiative sind also auch private TV- und Radiostationen und Schweizer Filmschaffende betroffen.

    • Franz am 07.11.2017 17:04 Report Diesen Beitrag melden

      Das gibt es bei einem JA nicht mehr

      Mit einem mehrheitlichen JA gibt es das alles was Sie auflisten eben nicht mehr. Und es spricht kaum mehr jemand darüber, weil das Parlament und die SRG-Lobby in Bern jegliche Diskussion um einen sinnvollen Gegenvorschlag verweigerten. Dass es plötzlich so früh so heiss werden könnte um das Thema, hat kaum jemand vermutet, man setzte halt wie immer auf die ehernen Schweizer Werte "Nationalstaat", "Volkstum", "Lokalpatriotismus" und "Gewohnheiten" wie Arena oder 10 vor 10....

    • Staunender am 07.11.2017 17:24 Report Diesen Beitrag melden

      @Rebecca

      Wenn das so ist, wie Sie schreiben, dann ist es wirklich allerhöchste Zeit, dieses System der Unersättlichkeit zu schleifen! Ein Auftrag, der vom Auftragnehmer frei definiert werden kann, ein Budget, dass sich ganz nach der freien Definition des Auftragnehmers richtet, dazu keine wirkliche Kontrolle über die Einhaltung der Grenzen des 'Service Public', denn die sind ja nach den eigenen Bedürfnissen vom Auftragnehmer SRG variabel definiert, einfach unglaublich.....

    • Rebecca am 07.11.2017 17:29 Report Diesen Beitrag melden

      @Staunender

      Ich fände es sinnvoller, den Service Publique klarer zu definieren und beim Budget zu sparen, statt die Institution SRG zu "schleifen". Deshalb werde ich auch "Nein" stimmen im März.

    • Staunender am 07.11.2017 17:39 Report Diesen Beitrag melden

      @Rebecca

      Nachträglich restriktiv den Umfang des Service Public definieren und sodann die SRG entsprechend sezieren. Und anschliessend das Budget drastisch reduzieren und die Gebühren für die Bevölkerung mehr als halbieren. Glauben Sie wirklich, dass nach einer Ablehnung der Initiative die Politiker und die Manager der SRG alle diese dringend nötigen Schritte tun würden...?

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