Betrunken an Bord

03. September 2012 10:38; Akt: 03.09.2012 15:28 Print

Swiss drehte um, weil Chinesen rauften

Wegen einer Rauferei im Swiss-Flug nach Peking entscheidet der Kapitän über Moskau, zurück nach Kloten zu fliegen. Die beiden Streithähne wurden nach der Landung von der Polizei verhaftet.

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Am Sonntagabend um 21.24 Uhr landete die Swiss-Maschine wieder in Zürich. (Bild: Keystone/Archivbild)

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Die Swiss-Maschine des Flugs LX196 nach Peking befindet sich über Moskau, als es an Bord zu einer heftigen Schlägerei zwischen zwei Passagieren kommt. Die beiden Männer geraten sich so stark in die Haare, dass der Kapitän entscheidet, nach viereinhalb Stunden Flugzeit wieder zurück in die Schweiz zu kehren.

Als die Maschine am Sonntagabend kurz vor 21.30 Uhr wieder in Zürich landete, wurden zwei Chinesen, die in den Streit verwickelt waren, von der Polizei verhaftet. Werner Schaub, Mediensprecher der Kantonspolizei Zürich, bestätigte, dass die beiden «unruly Passengers», ein 57-jähriger und ein 29-jähriger Chinese, noch im Flugzeug festgenommen wurden. Weshalb die beiden Männer aneinander gerieten, ist zurzeit noch unklar. Die Ermittlungen seien im Gange. Klar ist laut Schaub, dass Alkohol mit im Spiel war. Der ältere der beiden Streithähne habe man bis am späten Montagvormittag noch nicht einvernehmen können.

«Der Rückflug nach Zürich ist ruhig und ohne weiteren Zwischenfälle verlaufen», sagt Mehdi Guenin, Mediensprecher der Swiss. «Die rund 200 Passagiere waren nie in Gefahr.» Eine Landung in Moskau sei nicht notwendig und aus visatechnischen Gründen auch nicht möglich gewesen. Deshalb habe man sich entschieden, zurück in die Schweiz zu fliegen. «Für uns ist es aus operativen Gründen einfacher, wieder nach Zürich zurück zu fliegen. Eine Notlandung wäre für die Swiss viel aufwendiger und komplizierter, vor allem die Umbuchungen», so Guenin. Dazu komme, dass es zurück nach Kloten zwei Flugstunden weniger waren, als bis nach Peking.

Immer wieder Zoff unter Passagieren

Es komme mehrmals pro Monat vor, dass es während eines Fluges zu Auseinandersetzungen unter Passagieren komme. Dass eine Maschine wegen eines solchen Zwischenfalls umkehre, komme «extrem selten» vor, sagte Guenin. «Unruly Passengers» die ausfällig würden, gebe es immer wieder, aber nicht in diesem Ausmass.

In Zürich wurden die zurückgekehrten Passagiere auf andere Flüge umgebucht, so Guenin. Wenn nötig, wurden Hotelübernachtungen für sie organisiert. Die Kosten trage «in einem ersten Schritt» nun erst einmal die Swiss. Je nachdem, was die Ermittlungen ergäben, würden allenfalls die beiden fehlbaren Fluggäste herangezogen.

Täglich nach Peking

Die Swiss fliegt seit Mai 2012 täglich ab Zürich direkt nach Peking. Dabei wird ein Airbus A340-300 eingesetzt, der insgesamt 219 Passagieren und 18 Tonnen Fracht Platz bietet. Der Swiss-Flug LX196 startet in Zürich um 13.10 Uhr und landet am nächsten Morgen um 05.00 Uhr in Peking. Der Rückflug LX197 verlässt die chinesische Hauptstadt jeweils um 06.25 Uhr und landet am gleichen Tag um 11.05 Uhr in Zürich.


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(bee/sda)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Seltsam. Wenn ein Streit total eskaliert, so müsste rasch gelandet werden. Wenn der Streit unter Kontrolle ist, so gibt es keinen Grund, umzukehren. Ich kann mir wirklich keine Situation vorstellen, wo man zwar noch Moskau-Zürich, aber nicht Moskau-Peking fliegen kann. Bin wirklich gespannt auf die Erklärung der Swiss. – Hans B. Etter

Das verstehe ich nun wirklich nicht. Wieso konnte die Maschine nicht in Moskau landen? Es hätte ja keine Notlandung werden müssen, sondern lediglich eine Zwischenlandung um die renitenten Passagiere los zu werden. Ich hätte mich als Passagier ordentlich bedankt, hätte ich einen 12 stündigen Rundflug aufgezwungen bekommen. Auch aus ökonomischen und ökologischen Gründen, ist eine Umkehr nach so vielen Stunden absolut unverständlich – Rolf

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hans B. Etter am 03.09.2012 01:36 Report Diesen Beitrag melden

    2 Erklärungen

    Es gibt eigentlich nur 2 plausible Erklärungen für eine Umkehr nach Zürich: Entweder, beim Streit ist etwas vorgefallen, das einem der Streithähne in China massive Probleme hätte einbringen können. Oder die Maschine hatte jemanden an Bord, dem Verfolgung bei einer Landung in Russland gedroht hätte. Da kann man dann auch nicht in der Ukraine oder Weissrussland landen, und so ist der Umweg zurück ganz nach Zürich auch nicht mehr so schlimm.

  • Schmidti am 03.09.2012 11:27 Report Diesen Beitrag melden

    Verstehe ich nicht

    Warum fliegt eine Maschine wenn sie nach Peking will so weit Nördlich? Warum landet die Maschine dann nicht in Moskau? Ich hoffe die 2 Schläger müssen alles bezahlen Sprit Lohn der Piloten und Personal. Alle entstanden kosten, inklusive den kosten für umbuchungen und so weiter.

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  • Dimi K. am 03.09.2012 12:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das kann nicht der einzige Grund sein!

    So viel ich weiß hatt die Swiss mindestens eine halbe Million mindestens Schulden gemacht indem sie nicht den den Zielort anflog. Also ich rechne mir mal: 500000 für den Flug.Minimum 50.000-80000.- für das Lehren des Benzins , ich schätze um die 200.000.- bis 500.000.- für die Hotelübernachtungen der Passagiere und für die die in ein anderes Flugzeug umgebucht werden konnten ( mussten )! Plus Wartung, Säuberung und und und das gibt Minimum:1.320.000 wegen einer Schlägerei obwohl die schon im Flugzeug angebunden waren? Lohnt sich das? Ich kann mir gut vorstellen das da noch etwas passiert ist!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Kuederli am 04.09.2012 22:10 Report Diesen Beitrag melden

    Umkehren? Wozu?

    Schoen, dass die Leitung der Swiss zu ihrem Piloten steht, auch wenn dieser wie in diesem Falle, eine Fehlentscheidung getroffen hat. Weiterfliegen, da der Mann ruhig gestellt war, waere wohl schlauer gewesen. Das Event war ja beinahe auf der halben Strecke.

  • Simon/Bosshart am 04.09.2012 13:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo SWISS

    Ein kleiner Kommentar aus Beijing: die chinesischen Medien überlaufen heute vor Lob fuer das mutige Handeln durch die LX Crew, dies auf dem Hintergrund einer weniger glorreichen Reaktion von China Southern Airlines auf einen "Unruly Official", der seinen Zorn an einer Flight Attendant ausliess. In diesem Sinne: Bravo SWISS, gut gemacht!

  • Peti am 04.09.2012 08:02 Report Diesen Beitrag melden

    Kommentare

    Es ist immer schön Kommentare zu Lessen von Personen die keine Ahnung haben. Wie schon Swiss erklärte ist eine Landung aus verschiedene gründe in Moskau nicht möglich gewesen. Man kann nicht einfach kurz eine ungeplante Landung machen und dann wider los fliegen, da gibst internationale regeln (IATA) die auch für die Sicherheit der Passagiere da ist. Man will ja keinen übermüdeten Piloten haben.

  • Karl J Brodowsky am 03.09.2012 22:08 Report Diesen Beitrag melden

    Helsinki oder Riga

    Wenn Moskau wegen der Visumfrage nicht benutzt werden konnte, wäre sicher Helsinki oder Riga, beides Städte in der EU und im Schengenraum möglich gewesen. Bei einem Weiterflug nach Peking hätten die Verursacher vielleicht nicht so gut für Schadenersatz herangezogen werden können, aber in dem Fall wäre ja auch kein großer Schaden entstanden. Aber diese Möglichkeiten sind wohl geprüft und verworfen worden. Es kann halt beim Fliegen aus verschiedenen Gründen passieren, daß man eine gröbere Verspätung bekommt.

  • andreas keller am 03.09.2012 20:17 Report Diesen Beitrag melden

    Visumpflicht?

    Das Argument mit Visumpflicht verstehe ich nicht. Die Landung erfolgt auf internationalem, neutralem Terrin, dort ist meines Wissens keine Visumpflicht notwendig. Aber eins sollte man schon sagen. Unverständnis stösst bei mir auf Unverständnis. Sicherheit geht vor....Natürlich ist es ärgerlich.

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