Gemischtnationale Ehen

09. Juli 2017 16:45; Akt: 09.07.2017 16:45 Print

Schweizer heiraten seltener Schweizer

von Stefan Ehrbar - An mehr als jeder zweiten Hochzeit steht ein Partner ohne Schweizer Pass vor dem Altar. Diese Ehen halten nicht zwingend weniger lang.

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Wenn sich zwei Menschen im Kanton Basel-Stadt das Jawort geben, haben in den seltensten Fällen beide den roten Pass. Wie neue Zahlen des Bundesamts für Statistik zeigen, fanden in Basel-Stadt letztes Jahr noch 30,7 Prozent aller Ehen zwischen zwei Schweizern statt. Noch tiefer sind die Zahlen in Genf. Nur jede vierte Ehe wird dort zwischen zwei Schweizer Landsleuten geschlossen.

In insgesamt zehn Kantonen, darunter Zürich, Zug, Basel-Landschaft und Aargau, war letztes Jahr mehr als jede zweite neue Ehe binational oder komplett ausländisch. In der gesamten Schweiz wurden mit 47,6 Prozent eine Minderheit der Eheschliessungen zwischen zwei Schweizern vollzogen. Bei knapp jeder fünften Hochzeit war der Mann Schweizer und die Frau Ausländerin, etwa jede sechste Hochzeit fand zwischen einer Schweizer Frau und einem ausländischen Mann oder zwischen zwei Ausländern statt.

Die genaue Herkunft entscheidet

Diese Ehen sind nicht zwingend instabiler. In den letzten zwanzig Jahren wurden beispielsweise 391'194 binationale und ausländische Ehen geschlossen und 130'264 Scheidungen aus dieser Gruppe gezählt. Währenddessen registrierten die Standesämter 422'468 Heiraten zwischen Schweizern und 229'056 Scheidungen. In der Gruppe der Schweizer wurden damit vergleichsweise deutlich mehr Scheidungen registriert. Es handelt sich aber nicht um Scheidungsquoten, da es sich nicht zwingend um dieselben Paare handelt.

Laut dem Bundesamt für Statistik werden gemischtnationale Ehen häufiger geschieden. So schrieben die Forscher des Bundes in einer Analyse vom letzten Jahr, über die die «Luzerner Zeitung» berichtete. Wenn Ausländer Personen der gleichen Herkunft heiraten, bleiben die Paare aber länger zusammen. Entscheidend ist zudem die genaue Herkunft.

Schweizer sind offener

Ehen zwischen Schweizern und Westeuropäern sind etwa gleich stabil wie jene zwischen Schweizern. Ehen zwischen gebürtigen Schweizern und Menschen aus Ex-Jugoslawien oder der Türkei scheitern dagegen am häufigsten. Nicht einmal jede dritte Ehe in dieser Konstellation hält 20 Jahre lang. Zwei verheiratete gebürtige Schweizer bleiben hingegen mit einer Wahrscheinlichkeit von über 80 Prozent mehr als 20 Jahre lang zusammen.

Gleichzeitig sind Schweizer offener als Migranten, wenn es darum geht, eine Ehe mit einem ausländischen Partner einzugehen. «Schweizerinnen und Schweizer sind gegenüber gemischtnationalen Ehen positiver eingestellt als Einheimische anderer westeuropäischer Länder», heisst es in der Studie.

Religiöser Druck

Jüngere Migranten hingegen gehen eher eine Ehe mit Partnern derselben Nationalität ein. Das liege auch an Möglichkeiten des Online-Datings, schreiben die Analysten des Bundes. Die ermöglichen es auf einfache Weise, Partner aus derselben Herkunftsregion kennen zu lernen.

Migranten aus Westeuropa kommen am häufigsten mit gebürtigen Schweizer Partnern zusammen. Migranten aus Ex-Jugoslawien oder der Türkei sind oder waren hingegen mit 45 Jahren in weniger als zehn Prozent der Fälle mit einem gebürtigen Schweizer Partner verheiratet.

Dass Ehen mit Personen aus dem Balkan häufig scheitern, liegt auch an der Religion. Bei diesen Leuten kämen sehr starke kulturelle Normen zum Tragen, sagte die Studienautorin Gina Potarca der «Luzerner Zeitung». Die Eltern übten oft sehr starken Druck aus. Allerdings sind viele Menschen aus dem Balkan erst vor wenigen Jahren in die Schweiz eingewandert. Dementsprechend gibt es weniger langjährige Ehen, was die Vergleichbarkeit erschwert.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • rägeboge am 09.07.2017 17:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Kultur & Religion ist schuld!

    Ich kenne und verstehe das zu gut: Ich bin hier geboren, aufgewachsen und zur Schule gegangen und und und. Ursprünglich komme ich aus dem Kosovo. Meine Eltern würden niemals eine Heirat mit einem 'richtigen' Schweizer, Italiener usw. akzeptieren. Und noch dazu muss mein Zukünftiger muslimisch sein. Mich verbindet aber nichts mit meinem Heimatland. Ich bin Schweizerin und liebe die Schweiz. Ich spreche besser Deutsch als Albanisch. Es ist ein Druck! Nun ja, eins weiss ich: Meine Kinder werden eines Tages die freie Wahl haben! Wir sind alle Menschen und Liebe darf bei uns kein Verbrechen sein.:(

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  • schweizer am 09.07.2017 17:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer hats erfunden?

    Die meisten meiner Schweizer Freunde wollen gar nicht heiraten wegen möglicher Scheidung (finanziell) oder der begründung, dass die meisten Ehen sowieso nach 5 Jahren enden. Bin selber aus Kanada und habe so eine denkweise niergens anderst gesehen...

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  • Don Logan am 09.07.2017 17:15 Report Diesen Beitrag melden

    naja..

    Die Nationalität spielt weniger eine Rolle, eher dass Mann und Frau nicht mehr miteinander reden können, werden so viele Ehen geschieden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Liina am 09.07.2017 19:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ..

    Jedem das Seine und das ist gut so

  • Binational am 09.07.2017 19:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz ist klein

    Die Schweiz ist klein. Aus diesem Grund sind binationale Ehen nur logisch. Wen stört's? Höchstens ein paar (N)eidgenossen...

  • Italo am 09.07.2017 19:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Haushalt putzen

    Ich würde auch keine Schweizerin heiraten wenn ich nach einem langen Arbeitstag noch den Haushalt schmeissen muss und sie als Hausfrau die aufgaben aufteilt. Obwohl es am Tag erledigt werden konnte.

  • Mr.C am 09.07.2017 19:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso überhaupt?

    Ich verstehe es nicht warum Menschen überhaupt heiraten. Zusammen leben und wenn es nicht mehr passt, dann kann man einfach gehen. Punkt!

  • Blerim am 09.07.2017 18:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glückliche Ehe

    Ich bin mit einer Schweizerin verheiratet, wir haben einen glücklichen gesunden Sohn.. Ich wurde gut in der schweizer familie aufgenommen und meine Schweizer frau wurde auch gut in unserer familie aufgenommen.