Pendler-Probleme

26. November 2016 14:47; Akt: 26.11.2016 14:47 Print

Vorstoss für mehr Busse an Feiertagen

Kantonal unterschiedliche Feiertage führen zu Verwirrungen und Verspätungen bei Pendlern. Ein Vorschlag aus dem Kanton Solothurn soll Abhilfe schaffen.

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An Tagen wie Fronleichnahm, Allerheiligen oder Maria Himmelfahrt haben die Bewohner katholischer Kantone frei. Wer aber nach Zürich, Bern oder Lausanne pendeln muss, hat am Morgen ein Problem: Der Bus kommt nicht, denn im Heimatkanton gilt ja der Sonntagsfahrplan. Im Kanton Solothurn will SP-Sektionschef Markus Amman das ändern. Er verlangt, dass zumindest in Solothurn künftig der Werktagsfahrplan auch an kantonalen Feiertagen gilt, wie die «Solothurner Zeitung» berichtet. Laut dem Busbetrieb Solothurn und Umgebung gibt es ein Bedürfnis nach einer solchen Anpassung: «Die Reklamationen haben aber abgenommen, seit wir auf der Website und auf Aushängen offensiv kommunizieren, dass an diesen Tagen der Sonntagsfahrplan gilt», sagt Sprecherin Fabienne Thommen. Bei der Postauto Schweiz AG gibt es gemäss Sprecher Urs Bloch keine einheitliche Regelung für den Fahrplan an kantonalen Feiertagen. Diese würden in Absprache mit den Kantonen unterschiedlich und nach Bedarf entschieden. Im Aargau beispielsweise gibt es katholische und reformierte Gebiete mit unterschiedlichen Feiertagen. «Das hat dazu geführt, dass die Postautos auch an kantonalen Feiertagen wie am Werktag unterwegs sind. Nicht zuletzt, weil es vor ein paar Jahren negative Kundenreaktionen gab», so Bloch. Beim Amt für öffentlichen Verkehr im Kanton Uri haben sich gemäss Leiter Thomas Aschwanden auch schon betroffen Pendler beklagten. Die Umstellung lohne sich für Uri jedoch nicht, zumal sich der Bund wegen der doch geringen Nachfrage nicht an den Kosten beteiligen würde. Luzern hat den Wochentagsplan für kantonale Feiertage in einigen Regionen schon eingeführt, weil die Nachfrage hoch war, sagt Pascal Süess. Geschäftsführer des Luzerner Verkehrsverbands. In der Agglomeration Luzern, wo der Sonntagsfahrplan gilt, sei dieser so ausgerichtet, dass die Pendler trotzdem frühmorgens noch eine Verbindung hätten.

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In den katholischen Kantonen ist die Zahl der Feiertage besonders hoch. An Tagen wie Fronleichnam, Allerheiligen oder Maria Himmelfahrt haben die Bewohner dort frei. Wer aber nach Zürich, Bern oder Lausanne pendeln muss, hat am Morgen die Bescherung: Der Bus kommt nicht, denn im Heimatkanton gilt ja der Sonntagsfahrplan. Mit etwas Glück schafft man es vielleicht noch, zum Bahnhof zu rennen. Sonst bleibt einem nur noch der kleinlaute Anruf ins Büro übrig.

Umfrage
Haben Sie auch schon an einem Feiertag vergebens auf den Bus gewartet?
23 %
15 %
9 %
21 %
11 %
21 %
Insgesamt 565 Teilnehmer

Im Kanton Solothurn will SP-Sektionschef Markus Amman dem nun Abhilfe schaffen. Er verlangt, dass zumindest in Solothurn künftig der Werktagsfahrplan auch an kantonalen Feiertagen gilt, wie die «Solothurner Zeitung» berichtet. Gemäss Amman ist das nicht nur benutzerfreundlich, sondern auch finanziell machbar.

Unklare Kosten

Wie hoch die Mehrkosten ausfielen, könne man jedoch noch nicht einschätzen. Laut dem Busbetrieb Solothurn und Umgebung gibt es ein Bedürfnis nach einer solchen Anpassung: «Die Reklamationen haben aber abgenommen, seit wir auf der Website und auf Aushängen offensiv kommunizieren, dass an diesen Tagen der Sonntagsfahrplan gilt», sagt Sprecherin Fabienne Thommen.

Die Umsetzung des Vorstosses liege jedoch nicht in der Hand der Verkehrsbetriebe. «Das muss der Kanton bestellen und auch bezahlen», so Thommen.

«Im Wallis fährt das Postauto»

Bei der Postauto Schweiz gibt es gemäss Sprecher Urs Bloch keine einheitliche Regelung für den Fahrplan an kantonalen Feiertagen. Diese würden in Absprache mit den Kantonen unterschiedlich und nach Bedarf entschieden. So gelte im Wallis beispielsweise an den kantonalen Feiertagen der normale Werktagsfahrplan, im Tessin hingegen der Sonntagsfahrplan.

In der Zentralschweiz gilt der Sonntagsfahrplan mit Ausnahme der Linien, die aus dem Kanton Luzern in den Kanton Aargau führen. Im Aargau selbst gibt es katholische und reformierte Gebiete mit unterschiedlichen Feiertagen. «Das hat dazu geführt, dass die Postautos auch an kantonalen Feiertagen wie am Werktag unterwegs sind, nicht zuletzt, weil es vor ein paar Jahren negative Kundenreaktionen gab», sagt Bloch. Ansonsten gebe es bei Postauto kaum Reklamationen wegen den Feiertags-Regelungen.

Fahrplan-Umstellung lohnt sich nicht

Im Kanton Uri hat das Amt für Öffentlichen Verkehr auch schon Anfragen von Pendlern entgegengenommen, die sich über fehlende Verbindungen beklagten. «Es sind aber höchstens zwei bis drei Prozent der Pendler, die an den kantonalen Feiertagen arbeiten müssen», sagt Abteilungsleiter Thomas Aschwanden.

Die Umstellung lohne sich für Uri somit nicht, zumal sich der Bund bei einer so geringen Nachfrage nicht an den Kosten beteiligen würde. «Dann kostet uns eine Umstellung auf den Wochenfahrplan für die wenigen Feiertage so viel, wie wenn auf einer Linie ein Jahr lang eine zusätzliche Fahrt stattfinden würde.»

Luzern hat den Wochentagsplan für kantonale Feiertage in einigen Regionen schon eingeführt, weil die Nachfrage hoch war, sagt Pascal Süess. Geschäftsführer des Luzerner Verkehrsverbands. In der Agglomeration Luzern, wo der Sonntagsfahrplan gilt, sei dieser so ausgerichtet, dass die Pendler trotzdem frühmorgens noch eine Verbindung hätten.

(lz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Donald am 26.11.2016 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    Busse tun

    Als ich den Titel las, dachte ich, die Leute sollen mehr Busse tun.

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  • Bähnler am 26.11.2016 15:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Leistung = gleich höherer Preis

    Soso und immer mehr Linen und Fahrzeiten wollen und dabei jammern wen die Preise steigen. Ist ja logisch. Überlegt mal wen ihr Überstunden macht, sprich mehr Leistung bringt, kürzt euch der Cheff ja auch den Lohn. ;) Einfach lustig zusehen was da diskutiert wird wegen der ÖV.

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  • Nina am 26.11.2016 15:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Flexibel sein

    Es handelt sich jährlich um 3 - 4 Tage. So flexibel muss man als Pendler über Kantonsgrenzen hinweg sein, z B. an diesen Tagen einen Ferientag beziehen oder eine Mitfahrgelegenheit suchen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Zustupf für arme Polizisten am 27.11.2016 14:47 Report Diesen Beitrag melden

    Sonntagszuschlag

    Erst habe ich gelesen: Mehr Bussen an Feiertagen. Warum eigentlich nicht? Hihi. Mit Feiertagszuschlag, natürlich.

  • Molkimami am 27.11.2016 04:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fahrpläne

    Einfach die Kantonalen Feiertage abschaffen dann gäbe es auch keine Verwirrungen bei den Fahrpläne und alle wären zu Frieden.

  • John am 27.11.2016 00:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Es wird wohl eher mehr Bussen als mehr Busse geben;-)

  • K. Enner am 26.11.2016 23:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Positiv!

    Mehr Busse am Feiertagen finde ich super. Australien hat das schon lange, dort zahlt man auch am Wochenende mehr Busse, zum Beispiel für Speeding. Man sollte solche Tage mit der Familie uns Haus und im nächstgelegenen Wald verbringen anstatt herumzurasen. Hier wird auch von Pendler geschrieben... was ist das?

    • TommyM am 27.11.2016 01:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @K. Enner

      Pendler sin die die glauben in der Ferne mehr Einkommen zu generieren um die Familie für die zusätzliche abwesenheit zu entschädigen... Die glauben auch die Erde sei eine Scheibe. Solange es genug von denen gibt herrscht ruhe im Wald...

    • Nationless am 27.11.2016 03:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @K. Enner

      Im Wald? Was sollte ich denn dort anfangen? Wie langweilig! Schon als Kind fand ich den Wald langweilig. Heute schätze ich den Wald nur zum Joggen. Gegen Abend in einem Herbstlichen Wald oder morgens im Frühling ist eine besondere Atmosphäre. Sonst ist ein Ausflug zu einem EKZ mit Besuch des Kinderparadies und MC Donalds interessanter. Der Wald ist auch nicht zum Austoben der Halbwüchsigen um Militärlis zu spielen, sondern gehört der Fauna und Flora. Zum Austoben gäbe es doch Spiel und Sportanlagen

    • Spyy83 am 27.11.2016 08:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nationless

      was sind sie bloss für ein langweiler der nichts mit sich selbst anzufangen weiss. und gerade für kinder bietet der wald so viel, was die eigene kreativität fördert. aber nein, man schickt sie dann lieber auf spezialschulen und die kreativität der kinder zu fördern. und ja, es gibt auch noch anderes als militärlis zu spielen. aber sie scheinen ja dem konsumzwang völlig ausgeliefert zu sein. sie tun mir richtig leid.

    • Daria Felder am 27.11.2016 09:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @TommyM

      @tommy Ich pendle nur, weil es bei uns im Dorf kaum Arbeitsplätze gibt.

    • Nationless am 27.11.2016 10:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Daria Felder

      Und wer sagt dass du in diesem Dorf leben musst? In anderen Ländern während der Industrialisierung entvölkerten sich die Dörfer auf dem Land, indem alle nach Arbeitsuchend sich in die Städten niederliessen. Willst du im Dorf bleiben gäbe es sehr wohl Beschäftigungsmöglichkeiten wie in der örtlichen Landwirtschaft und Gewerbe oder sich mit Anderen Zusammentun und probieren was in Richtung der Selbstversorgung aufzubauen.

    • TommyM am 27.11.2016 14:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Daria Felder

      Das ist sehr schade. Zum Glück unterstützt der Bund immer wieder neue Inovationscantren. In ZH und Bern... Ich arbeite in der F&E. Die Jobs sind bei uns in der Region leider sehr schlecht bezahlt. Trotzdem werde ich mich nicht für länger als 20 min auf den Weg machen. Die Zeit mit den Kindern zuhause ist zu wertvoll!

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  • Philipp_88 am 26.11.2016 23:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    rückständige schweiz

    schade hat man noch kein tragbares gerät erfunden, mit dem man die verbindungen nachschlagen kann. :(

    • Thomas H. am 26.11.2016 23:50 Report Diesen Beitrag melden

      @Philipp_88

      Primär geht's darum, dass die Verbindungen erst gar nicht da sind, und nicht, dass man davon überrascht wird.

    • Spyy83 am 27.11.2016 12:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Philipp_88

      das gibt es doch schon längst. nennt sich smartphone und die app "sbb mobile".

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