Kraft, Schnelligkeit und Beweglichkeit

11. April 2017 07:56; Akt: 11.04.2017 16:33 Print

Topfit in 18 Wochen – RS wird zum Fitnessstudio

Mit einem neuen Sportkonzept soll bei Schweizer Rekruten die Leistungsbereitschaft und Motivation erhöht werden. Weshalb die jungen Männer auch nach der RS davon profitieren können.

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Die Rekrutenschule wird zum Fitnesscenter: Auf dem Waffenplatz in Thun stehen Rekruten stramm. (31. Oktober 2016) (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

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Die Rekrutenschule soll mit einem neuen Sportkonzept eine Aufwertung erfahren. Das Konzept basiert auf modernsten wissenschaftlichen Kriterien und beinhaltet vier Stunden Sport pro Woche, berichtet die «Aargauer Zeitung».

Die Sporthochschule Magglingen und die Schweizer Armee haben für das neue Konzept eng zusammengearbeitet und zwischen Juni 2015 und Juni 2016 in zwei Rekrutenschulen Tests durchgeführt. Trainiert wurden Kraft, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Ausdauer. Die Armeespitze sei über die Resultate der neuen Studie «Swiss Army Physical Fitness Training» (Saft) begeistert.

So soll diejenige Kompanie, welche die RS nach neusten sportwissenschaftlichen Kriterien absolvierte, deutlich fitter, militärisch leistungsfähiger gewesen sein und weniger Sportverletzungen erlitten haben. Vor allem aber blieben die Rekruten auch nach der RS sportlich aktiver – und der Anteil der Nichtraucher stieg.

Armeesprecher Daniel Reist bestätigte gegenüber der Zeitung, dass aufgrund der positiven Ergebnisse Daniel Baumgartner, Chef Heer und bald Armee-Ausbildungschef, das Sportkonzept bewilligt habe. Die Ausbildung der verantwortlichen Berufskader für die Umsetzung habe bereits begonnen, so Reist.

Zubehör inklusive?

Ins Schwärmen gebracht haben die Verantwortlichen die Testergebnisse. Ins Schwärmen geraten sollen aber auch die Rekruten. Und zwar davon, dass sie – nach 18 Wochen RS – noch nie so fit gewesen seien, sagt Thomas Wyss von der Sporthochschule Magglingen und verantwortlich für die Studie.

Ob die Soldaten auch mit Turnschuhen und Sportuhren ausgestattet werden sollen, werde derzeit geprüft. Die Studie rege zudem die Verwendung einer Smartphone-Trainings-App an, mit der sich angehende Rekruten über individuelle Trainingsprogramme auf die RS vorbereiten können.

(nag)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • kiki am 11.04.2017 08:34 Report Diesen Beitrag melden

    Der Spiegel der Gesellschaft

    Das verwundert mich echt gesagt gar nicht. Wer geht denn heute schon noch wandern? Wir sind halt schon sehr verweichlicht. Bei Regen raus? Nein danke, wozu auch. Körperliche Arbeit? Das haben uns die Maschinen abgenommen. Sport in der Schule? Wurde unbegreiflich aber wahr abgeschaft. Klar sind wir alle verweichlicht. Ich nehme mich da nicht aus! Es ist so einfach in den eigenen 4 Wänden zu hocken. Und ich weiss ganz genau, dass das nicht gesund ist. Aber mein lieber innerer Schweinehund drückt mich immer wieder auf's Sofa :-)

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  • Bl1 am 11.04.2017 10:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wachtmeister

    In meinem Zug gab es damals einige Rekruten die nicht fit waren. Nach der RS war zumindest meine Gruppe von 14 Mann fit, belastbar und eigenständig. Am Anfang kam mir viel Missmut und Feindseligkeit entgegen. Ich musste mir als Wachtmeister das Vertrauen sowie den Respekt der Gruppe verdienen, um deren Motivation steigern zu können. Aus diesem Grunde bin ich auch jede Strecke, Hürde und jede Herausforderung mitgelaufen ohne zu murren. Ich habe meine Leute, auf die ich noch heute Stolz bin, zum Team geformt. Auch acht Jahre nach dem Militär treffen wir uns ein- bis zweimal jährlich zum Bier.

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  • Christian Langenegger am 11.04.2017 09:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    18 Monate RS?

    Ja da hätte ich mal so gar keine Lust drauf gehabt ;)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sissi am 11.04.2017 16:29 Report Diesen Beitrag melden

    Männer brauchen Muckis

    Also den meisten Männern tut dies gut.Scheinbar wissen die meisten Schweizer nicht,was Sport ist..

  • Aron am 11.04.2017 16:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    4h sind Pipifax

    Also um so richtig Muskeln anzutrainieren muss ich mindestens 1.5h pro Session 4-5 mal in der Woche machen, manchmal baue ich auch Ausdauer in die Sessions ein. 4h pro Woche ist ja wirklich süss, aber finde ich gut für solche Rekruten, die nicht viel Sport machen.

  • Otto am 11.04.2017 16:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch ein Gym

    Also wenn es dann in der RS ein Gym mit Hanteln, Bänken und Stangen gibt, um ein individuelles (freiwilliges) +Training zu machen, würde die RS sogar noch Spass machen. Ich verbinde Militär nicht nur mit Schutz, Krieg oder Leistung, sondern auch mit Ästhetik, ausserdem schadet Krafttraining nie.

  • Kudi, Weggis am 11.04.2017 15:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gebirgsgranadier

    Habe meine RS in Isone als Gebirgsgrenadier in 70 ern gemacht und wusste, was Topfit heisst. Ohne Kondition hattest Du keine Chance die 17 Wochen durchzustehen.

  • Saftsack am 11.04.2017 14:11 Report Diesen Beitrag melden

    auch ohne "Saft"

    Ich war auch ohne "Saft" nach der RS fitter als je zuvor. Dies lag aber daran, dass ich vor der RS kaum sport trieb und dann 18 Wochen lang auf Trab gehalten wurde, viel Bewegung hatte und immer an der frischen Luft war. Ich habe deutlich abgespeckt und meine Kondition war für meine Verhältnisse ziemlich gut. Ich konnte das Fitnesslevel zwar nicht ganz aufrecht erhalten, aber ich bin auch 7 jahre später noch relativ fit.