Nach IT-Skandal

16. Oktober 2012 14:27; Akt: 16.10.2012 14:44 Print

Widmer-Schlumpf belohnt Insieme-Projektleiter

Dirk Lindemann, Leiter des untergegangenen Projekts Insieme, wird befördert. Er wird neuer Chefinformatiker der Steuerverwaltung im Departement von Eveline Widmer-Schlumpf.

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In der Steuerverwaltung wird der ehemalige Insieme-Leiter Chefinformatiker. (Bild: Keystone)

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Die Steuerverwaltung hat nach dem Abbruch des Projekts Insieme einen neuen Chefinformatiker. Es handelt sich um Dirk Lindemann, der während dem vergangenen Jahr Insieme als Gesamtprojektleiter im Auftragsverhältnis geführt hatte.

Lindemann wird ab dem 1. Januar 2013 Informatikchef der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV), wie ein Sprecher am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA zu mehreren Medienberichten sagte. Es handelt sich um eine neue Funktion.

Mit der Schaffung der Stelle und der Neuaufstellung des IT- Bereichs zieht die ESTV auch Lehren aus Insieme. Indem Lindemann auch in der Geschäftsleitung Einsitz nimmt, will die ESTV der Informatik nach eigenen Angaben einen höheren Stellenwert einräumen. Lindemann wird zuständig sein, die alten Systeme weiterzuführen und er soll die Abteilung für die Bewältigung künftiger Projekte ausrichten.

Lindemann war auch in das gescheiterte Projekt Insieme involviert, jedoch erst ab Oktober 2011. Damals übernahm er im Auftragsverhältnis die Gesamtprojektleitung. Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf stoppte das 2006 begonnene Informatikprojekt Insieme im vergangenen September, weil sie eine Weiterführung als zu riskant beurteilte.

Im Auswahlprozess durchgesetzt

Lindemann habe während seiner Zeit als Gesamtprojektleiter bewiesen, dass er komplexe Projekte unter schwierigen Rahmenbedingungen führen könne, begründet die ESTV dessen Wahl. Die Stelle war intern wie extern ausgeschrieben worden und es wurden auch andere Bewerber geprüft.

Insieme war von Anfang an ein Problemkind. Der ursprüngliche Auftrag an den US-Konzern Unisys wurde zurückgezogen. Bei der Beschaffung kam es zu Unregelmässigkeiten, wie die Finanzdelegation der Eidgenössischen Räte feststellte. Es wurden beispielsweise Regeln zur Ausschreibung von Aufträgen umgangen.

Gegen den früheren Chef des Leistungsbezugs Informatik (LBO) wurde eine Strafuntersuchung wegen des Verdachts auf ungetreue Amtsführung eingeleitet. Er soll ihm nahestehende Unternehmen begünstigt haben. Die Querelen hatten auch dem damaligen ESTV-Chef Urs Ursprung im Juni 2012 den Job gekostet.

Politisch ist das Informatikdebakel noch nicht aufgearbeitet. Die Forderung nach einer Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) steht im Raum; entschieden ist indes noch nichts. Am Dienstagnachmittag wollen sich die Geschäftsprüfungskommissionen zum Thema äussern.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schweizer-Meinung am 17.10.2012 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    EWS + DL raus aus dem Bundesrat

    damit entlich wieder Ruhe + Ordnung einkehrt.

  • Philipp M. am 16.10.2012 15:17 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Betriebswirt...

    ... als Projektleiter oder Informatikleiter, woher kommt da das technische Verständnis für die Materie? Wahrscheinlich ist es nicht vorhanden und somit auch kein Wunder, dass Informatikprojekte in diesen Abteilungen scheitern.

  • Theo Hess am 16.10.2012 16:42 Report Diesen Beitrag melden

    Unfähig

    Schickt die Widmer Schlumpf und Somaruga endlich zum Teufel

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Reto B. am 17.10.2012 18:20 Report Diesen Beitrag melden

    Frau Schlumpf

    Frau Schlumpf schiesst ein Bock am andern

  • Schweizer-Meinung am 17.10.2012 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    EWS + DL raus aus dem Bundesrat

    damit entlich wieder Ruhe + Ordnung einkehrt.

  • B.S. am 16.10.2012 19:21 Report Diesen Beitrag melden

    Bewerben Sie sich mal beim Bund

    Projekte in dieser Grössenordnung verlangen eine spezifische Projektorganisation. Es braucht ein Supervisory Board, welches leistungsbezogene, finanzielle, terminliche und personelle Messkriterien festlegt und überwacht. Scheinbar hat dies in diesem Projekt gefehlt. Scheinbar weiss man das weder bei der EFD noch beim BIT. Scheinbar weiss das auch der Bundesrat nicht. Tatsache ist, dass die Bundesverwaltung nicht in der Lage ist, Grossprojekte zu realisieren (VBS, EFD, etc.), obwohl sie offensichtlich die besten Leute beschäftigen.

    • Silver am 17.10.2012 11:43 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht die Besten...

      ..aber oft mit den besten Beziehungen. Sie beschäftigen ja leider nicht die Besten. Daher werden Millionen für Berater und Macher ausgegeben, weil die eigenen Leute dazu nicht fähig sind. Und werden dementsprechend über den Tisch gezogen - auf unsere Kosten. Mit fähigen und eigenen Leuten könnte man Milliarden sparen beim Bund.

    einklappen einklappen
  • hans muster am 16.10.2012 18:44 Report Diesen Beitrag melden

    halb lang leute

    das projekt startete im jahr 2006. er war ab sept 2011 dafür tätig, im okt 2012 wurde es gestoppt. die fehler wurden früher gemacht, im sept 2011 war der wagen schon lange an die wand gekarrt.

  • bubu am 16.10.2012 18:17 Report Diesen Beitrag melden

    Auf "Prichti" hereingefallen

    Unsere Regierung ist wieder einmal auf einen Deutschen "Prichti" hereingefallen. Sackstarke Leistung von Bundesrätin EWS. Es ist somit bewiesen, dass nicht die Leistung zählt sondern das Auftreten und ein gutes Mundwerk. Und schon fällt unsere Regierung um. Ich frage mich wie lange es dauert bis wieder eine CD in Deutschen Händen auftaucht. Früher musste ein Bundesangestellter Schweizer sein Militärdienst leisten etc. Nur weiter so liebe Regierung in Bern. Übrigens wie fühlt ihr euch liebe Schweizer IT-ler?

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