Bahnverkehr Schweiz – Deutschland

22. August 2017 17:16; Akt: 22.08.2017 20:27 Print

Nord-Süd-Achse länger gesperrt als befürchtet

Zugverbindung nach Deutschland: Die für den Personen- und Güterverkehr wichtige Rheintalbahn soll erst Anfang Oktober wieder freigegeben werden.

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Bahnreisende brauchen im Südwesten Deutschlands noch mehr als sechs Wochen Geduld: Die Reparaturarbeiten an der wichtigen Rheintalstrecke zwischen Rastatt und Baden-Baden dauern noch bis zum 7. Oktober an, wie die Deutsche Bahn am Dienstag nach Gesprächen mit den beteiligten Firmen mitteilte.

Damit müssen weiterhin bis zu 200 Güterzüge täglich sowie viele Fernverkehrszüge umgeleitet werden. Am 12. August hatte sich ein Betonsegment in der Tunnelröhre verschoben, die nur knapp fünf Meter unter den Gleisen der Rheintalbahn durchführt. Wasser und Erdreich drangen ein. Die Gleise darüber senkten sich ab.

120 Meter lange Betonplatte

Die Bahn stoppte den Zugverkehr. Wie es zu dem Schaden kommen konnte, ist weiter unklar. Nun wird ein 150 Meter langer Tunnelabschnitt mit rund 10'000 Kubikmetern Beton gefüllt. Dann soll eine 120 Meter lange und einen Meter dicke Betonplatte gegossen werden, auf der dann neue Gleise verlegt werden. Alleine der Bau der Bodenplatte werde drei Wochen dauern.

Die Bewohner von vier direkt an der Schadenstelle gelegenen Häusern, dürfen den Angaben zufolge wahrscheinlich am Wochenende zurückkehren, wenn der Tunnel mit Beton gefüllt ist. Sie mussten die Gebäude aus Sicherheitsgründen verlassen.

Schwierige Situation für SBB

Auf der Rheintalbahn fahren normalerweise bis zu 200 Güterzüge am Tag, ausserdem zahlreiche Fern- und Nahverkehrszüge. Für den Personenverkehr zwischen Rastatt und Baden-Baden verkehren seitdem Busse. Der Güterverkehr staute sich nach der Havarie zwischen Rotterdam und Genua. Die Bahn leitete die Züge nach und nach auf anderen Strecken um.

Der Nord-Süd-Korridor bleibe damit für eine lange Zeit gesperrt, teilte die SBB am Dienstag mit. Dies stelle für das Bahnunternehmen eine schwierige Situation dar. Rund 600 Güterzüge pro Woche von SBB Cargo und SBB Cargo International seien betroffen. Diese sollen über Stuttgart - Singen - Schaffhausen umgeleitet werden – auf dieser Strecke wird aber ebenfalls gebaut. Alternative Routen werden geprüft. Die SBB ruft auf ihrer Homepage alle angrenzenden Infrastrukturbetreiber auf, gemeinsam nach Lösungen zu suchen, um die Auswirkungen der Sperre so gering wie möglich zu halten.

Die Deutsche Bahn baut seit Jahren die Rheintalbahn als Teil des europäischen Hochgeschwindigkeitsnetzes aus. Seit dem vergangenen Jahr werden zwei knapp 4300 Meter lange Tunnelröhren unter der Stadt Rastatt gebohrt.

(chi/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lukas L am 22.08.2017 17:30 Report Diesen Beitrag melden

    Gunst der Stunde nutzen

    Hmm, in dieser Zeit könnte man den Tunnel ja in normaler Tagbautechnik erstellen, statt alles mit Beton zu füllen. Gesperrt ist die Strecke ja nun ohnehin ;-)

  • Andy am 22.08.2017 17:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    DB Infra

    Tja DB das Gleiche Desaster wie Berlin Flughafen.Bei der SBB würde mann schon lange wider fahren.

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  • Stefanbasel am 22.08.2017 17:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Millionengrab

    wieso wird der bereich nicht freigelegt gesichert und eine behelfsbrücke drüber gesetzt? das dauert vielleicht 3 Wochen länger aber die TBM wäre zu retten und der Tunnel muss nicht komplett neu gebohrt werden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Gitte am 22.08.2017 20:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sauladen

    Ist bei der SBB nicht besser. In Luzern und Bern entgleiste ein Zug, alles, teilweise Tagelang zu.

  • Schwyzer am 22.08.2017 20:06 Report Diesen Beitrag melden

    Verspäteter NEAT-Anschluss

    Hätte Deutschland den vertraglich (als NEAT-Anschluss) vorgesehenen Ausbau im Rheintal termingerecht ausgeführt, wäre die SBB heute nicht so stark von den Folgen eines Unwetters betroffen. Es ist zu hoffen, dass für diesen Fall eine Konventionalstrafe vorgesehen ist und eingefordert wird.

  • Andreas F am 22.08.2017 20:04 Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz ist uns weit voraus

    Die Schweizer sollten uns Deutschen helfen ;).Während in der Schweiz riesige Tunnel gebaut werden verstauben bei uns noch die Baupläne in irgendwelchen Schubladen.

  • Pierre am 22.08.2017 19:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nationalstolz und Besserwisser

    Know-how Transfer aus der Schweiz hätte dieses Desaster verhindert.

    • Innerschweizer am 22.08.2017 20:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Pierre

      Genau, die Leute die den Mitholz-Tunnel bei Kandersteg geschrottet haben hätten sicher nützlich Tipps geben können.

    • Papierlischweizer am 22.08.2017 20:33 Report Diesen Beitrag melden

      Genau

      Know-how Transfer aus Österreich hat ja schliesslich auch massgeblich zum Gelingen der NEAT beigetragen.

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  • Walter Störchlin am 22.08.2017 19:44 Report Diesen Beitrag melden

    So wehrt sich das Land eben selbst !

    ja das ist eben die Natur! Weil die Politiker sich nicht gegen die EU wehren, versuch sich die Schweiz ohne zu tun der Politiker von der EU zu lösen !! :) :) Juhui