Alternativmedizin

01. Juni 2017 17:37; Akt: 01.06.2017 17:37 Print

Akupunktur für Kühe erobert Schweizer Ställe

Bauern setzen zunehmend auf alternative Medizin – etwa auf Akupunktur. Damit soll der Antibiotika-Einsatz gesenkt werden.

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Wenn es Kühen schlecht geht, bekommen sie Antibiotika. Das will Lena Clifford ändern: Auf einem Bauernhof in Grangeneuve FR hat die deutsche Tierärztin am Dienstag demonstriert, wie Akupunktur an Kühen eingesetzt werden kann. Gestern wurde das Projekt auch in Zürich vorgestellt, wie «24 Heures» berichtet. Die Veranstaltung wurde von der Gesellschaft Schweizer Tierärzte (GST) mitorganisiert.

Nicht nur Akupunktur, auch Methoden wie Homöopathie oder Phytotherapie werden in Schweizer Ställen immer häufiger eingesetzt. In einer Untersektion der Tierärzte-Vereinigung, die sich mit komplementären Methoden beschäftigt, waren vor fünf Jahren noch 120 Mitglieder versammelt. Mittlerweile sind es fast 200.

«Tiere reagieren viel schneller»

«Die Kombination aus traditioneller und komplementärer Medizin ist gerade bei chronischen Krankheiten eine grosse Chance», sagt Corinne Bähler von der GST der Zeitung. Bei akuten Problemen bleibe die traditionelle Medizin notwendig, aber während der Heilung seien ergänzende Lösungen sehr sinnvoll.

Für die Akupunktur-Therapie an Kühen werden dieselben Instrumente eingesetzt wie bei Menschen. Sie messen in der Regel 10 bis 25 Millimeter, können aber auch grösser sein. «Die Tiere reagieren viel schneller als die Menschen, die zu viel denken», sagt Tierärztin Clifford zu «24 Heures».

Reduktion von Antibiotika möglich

Der Anlass sei ein Erfolg gewesen: Rund 25 Tierärzte liessen sich über den Einsatz von Akupunktur an Rindern informieren. Mit der Methode soll nicht zuletzt der Einsatz von Antibiotika weiter gesenkt werden.

Zwischen 2008 und 2015 sank der Umsatz von Antibiotika in der Veterinärmedizin um 40 Prozent. Problematisch ist der häufige Einsatz von Antibiotika vor allem, weil die Tiere Resistenzen entwickeln können.

Eine Reduktion sei bis zu einem gewissen Grad möglich, sagt Corinne Bähler. Es hänge viel von der Verfassung und dem Alter der Tiere ab. Jüngere bräuchten sehr schnell wirksame Medikamente – und damit die traditionelle Medizin. Auch grosse Infektionen könnten nicht mit komplementären Methoden geheilt werden.

(ehs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ancolie am 01.06.2017 17:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    resistenz

    es sind nicht die tiere, die resistent werden, sondern die bakterien!

  • Don Logan am 01.06.2017 18:04 Report Diesen Beitrag melden

    sehr gut

    Es ist sicher besser wenn man Tiere mit komplementärer Medizin behandelt, als immer auf Antibiotika zu setzen, sonst sind sie irgendwann resistent. Das gleiche gilt auch für den menschlichen Körper. Es werden viel zu viele Antibiotika verschrieben.

  • G.K. am 01.06.2017 22:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    am besten das, was gut tut

    nur schon musik im stall, hilft den tieren, sich wohl zu fühlen. und bitte, tiere spüren und fühlen auch, und das sehr intensiv!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Andreas A. am 02.06.2017 08:09 Report Diesen Beitrag melden

    Quacksalber

    Gut und Recht wenn man weiniger Antiobiotika verwenden will. Aber deswegen muss man doch nicht Quacksalber unterstützen, die z.B. reine Zuckerkügelchen zu 1000 CHF das Kilo als Medizin verkaufen!

  • Herr Max Bünzlig am 02.06.2017 07:48 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    das wird die Kurpfuscher sicher freuen, und auf den Plan rufen

  • Libertad am 02.06.2017 07:14 Report Diesen Beitrag melden

    Menschheit...

    Damit die Tiere ein langes, gesundes Leben führen können? Ach nein, sie sollen ja schnellstmöglich auf dem Teller landen! Es geht ausschliesslich darum, dass der Mensch nicht noch mehr Antibiotika futtert und kein bisschen um das Wohl der Tiere...

  • Gretel am 02.06.2017 01:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kurpfuscher ist nicht die Lösung!

    Ob Schulmedizin oder Alternative, das Problem ist immer das selbe! Das Tier, welcher Gattung auch immer, kann nicht sagen wo's weh tut. Eine richtiges Krankheitsbild zu diagnostizieren ist meistens nicht einfach. Eines ist jedoch sicher, wird Antibiotika eingesetzt muss die vorgeschriebenen Dosis und Zeit eingehalten werden! Frühzeitige Absetzung und nicht einhalten der Dosierung führen in den meisten Fällen zu Resistentzen! Nicht nur bei Tieren, auch beim Mensche. So kann aber auch Alternativmedizin zu Nebenwirkungen und körperlichen Schäden führen.

  • Beschränkte am 01.06.2017 23:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schulmedizin

    Jeder der an einer schweren, chronischen Krankheit leidet, bei der die Schulmedizin nichts ausrichten konnte/wollte, ist froh über eine Alternativmedizinische Behandlung. Da können Krankheiten behandelt und diagnostiziert werden die auf einem Röntgenbild nicht zu sehen sind und dann als psychisch abgetan wurden