Knatsch in der SVP

15. Dezember 2009 23:25; Akt: 15.12.2009 23:43 Print

Juso bieten schwulen SVPlern politisches Asyl

von Nico Menzato - Die Homepage der GaySVP wird heute wieder aufgeschaltet – allerdings ohne SVP-Sünneli. Derweil beschimpfen die Juso die Volkspartei als homophob.

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Die Juso reagieren auf die geplante Gründung der GaySVP (20 Minuten berichtete). In einem offenen Brief schreiben die GaynossInnen, die homosexuelle Sektion der Jungsozialisten, dass die SVP in den letzten Jahren konsequent homophob politisiert habe: «Sie liess keine Möglichkeit aus, schwule Männer zu diffamieren», heisst es. Als Beispiele nennt GaynossInnen-Vorstandsmitglied Florian Vock den Kampf der SVP gegen die eingetragene Partnerschaft sowie die Schmähschrift der Jungen SVP gegen Schwule und Lesben. Vock: «Für die SVP werdet ihr immer als abartig und krank gelten.» Deshalb bieten die GaynossInnen den homosexuellen SVP-Politikern – trotz meist diametral entgegengesetzten Ansichten – politisches Asyl an.

Diese lehnen dankend ab, wie Thomas Fuchs sagt. «Ich bin überzeugt, dass wir das Okay der Parteileitung bekommen werden.» Die Homepage werde heute wieder aufgeschaltet – und ob man das SVP-Logo verwenden dürfe, werde derzeit abgeklärt. Unklar ist laut Fuchs zudem noch, ob man GaySVP als Interessengemeinschaft, Sektion oder Gruppierung gründen wolle.

Der SVP-Vorstand will sich weiterhin nicht zu GaySVP und auch nicht zu den Anschuldigungen der Juso äussern. Von den Hardlinern aber droht massiver Widerstand: «Niemand soll sein Schwulsein für politische Zwecke nutzen», wettert etwa Hans Fehr.