Bei Verkehrkontrolle

22. Dezember 2013 19:36; Akt: 22.12.2013 19:37 Print

Drogentests sollen auch Medikamente erkennen

Rechtsmediziner entwickeln einen neuen Drogen-Schnelltest für Autofahrer. Dieser soll viel mehr als nur illegale Substanzen nachweisen können.

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Drogen-Schnelltests, die die Polizei bei Verkehrskontrollen einsetzt, sollen neu auch Medikamente erkennen können. (Bild: Keystone)

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Die Drogen-Schnelltests, welche die Polizei bei Kontrollen der Autofahrer einsetzt, sollen genauer werden. Die Zürcher Oberstaatsanwaltschaft hat in Zusammenarbeit mit dem Rechtsmedizinischen Institut einen Schnelltest für Autofahrer in Auftrag gegeben, der nebst illegalen Drogen auch rezeptfreie Medikamente nachweisen kann.

Auch Wirkstoffe in Arzneimitteln können das Fahrverhalten negativ beeinträchtigen. Das werde von vielen unterschätzt, so Professor Thomas Krämer, Leiter der Abteilung Forensische Pharmakologie und Toxikologie am Institut für Rechtsmedizin der Uni Zürich. Es sei ein «weit verbreiteter Irrglaube, dass rezeptfreie Präparate für die Fahrfähigkeit kein Problem darstellen», sagte er gegenüber NZZ am Sonntag.

«Medis stellen ein Risiko für den Strassenverkehr dar»

Die Wirkstoffe beispielsweise von Antihistaminen, die Symptome des Heuschnupfens bekämpfen, könnten laut Krämer die Reaktionszeit beeinträchtigen und schläfrig machen. Nun wird ein neues Verfahren getestet, das weitere Substanzen nachweisen soll. Der Test soll neben Allergie-Präparaten auch Arzneimittel wie Zolpidem erkennen. Das Präparat gehört zu den am häufigsten eingenommenen Schlafmitteln. Im besten Fall soll der neue Schnelltest auch Hinweise auf Diabetes-Medikamente liefern, die zu einer Unterzuckerung führen und somit das Unfallrisiko erhöhen können.

Stefan Krähenbühl von Roadcross findet die Weiterentwicklung solcher Schnelltests grundsätzlich sinnvoll: «Ich glaube nicht, dass damit Jagd auf Leute mit Heuschnupfen gemacht wird.» Autofahrer, die durch gefährliches Fahrverhalten auffallen, sollten auch auf Medikamente getestet werden, nicht nur auf Drogen.»

Krähenbühl: «Vor allem bei Unfällen muss nachweisbar sein, unter welchen äusseren Einflüssen ein Autofahrer zum Zeitpunkt des Unfalls gestanden hat.»

(blu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • a.o am 22.12.2013 19:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    einfach krank

    ah cool... habe starkes heuschnupfen... arbeite als kundendienstler... darf ich also im frühling nicht mer zu den kunden fahren ohne angst zu haben bei.einer kontrolle den ausweis abzugeben, weil ich.angeblich nicht in einem.fahrfähigen zustand bim..

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  • Dave A. am 23.12.2013 07:45 Report Diesen Beitrag melden

    Fertig!

    Es reicht nun langsam! Wir haben sehr wenige Verkehrstote/-Geschädigte und in den meisten Fällen liegt es an einem der Beteiligten Fahrer per se, nicht daran dass man seinen Liter Bier vom Vorabend nachweisen könnte. Nach einem heftigen Streit Auto zu fahren ist meiner Meinung nach gefährlicher als mit Restalkohol vom Vorabend. Natürlich will ich nicht aussagen, dass man betrunken oder angetrunken fahren soll; aber das Ausmass an Kontrolle ist absurd und man sollte denen die Gelder streichen können...!

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  • Was Ist Nur Mit Denen Los??? am 22.12.2013 23:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Doris Leuthard muss abgewählt werden.

    Immer erfinden die Verkehrsminister mehr Sachen um uns abzuhocken. Das war mit via secura von Moritz Leuenberger genau so.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nick am 23.12.2013 15:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Risiko

    Ganz einfach ohne Billet rumfahren. Die Chance erwischt zu werden ist dermassen klein, dass sich das Risiko lohnt.

  • Insider bei den Fallenstellern am 23.12.2013 15:14 Report Diesen Beitrag melden

    Schon bald wird die Liste erweitert

    Dann gelten Koffein, Glucose (Zucker), Theobromin(Cacao),Katechin(CocaColaNuss) als Aufputschmittel. Kamillentee, Pefferminze, Fenchel, Lemongras(Serotonin) etc als Sedativum. Nikotin steht ja bereits auf der Hexenjagdliste. Viele Nahrungsmittel, provozieren die Produktion von Körpereigenen Drogen und mittels raffinierten Tests, wird so der hinterste und letzte in den Maschen des (Un)Rechtsapparates welcher so Umsatz generiert und garantiert erfasst werden.

  • LEidgenosse am 23.12.2013 12:39 Report Diesen Beitrag melden

    Kriminalisierung der Autofahrer

    Was soll denn das wieder? Muss der Autofahrer in Zukunft einen Doktortitel in Chemie besitzen damit er weiss ob er noch Auto fahren darf oder nicht? Ein weiterer Schritt zur Kriminalisierung der Autofahrer zwecks Füllung der Staatskasse! Arme Schweiz...

  • B.S. am 23.12.2013 12:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Datenschutzkonform?

    Immer wieder und stärker fallen die unangemessenen "Wünsche" gewisser Stellen auf: zuerst sollen Telefongespräche ohne richterliche Verfügung abgehört werden können, nun sollen angeblich mit einem solchen Test Medikamente nachgewiesen werden können. Wie verhält sich das eigentlich zum Arztgeheimnis und zum Datenschutz? Von mir benötigte Medikamente gehören zu "meinen" Daten....? Es ist an der Zeit dass hier jemand endlich diesen "Kontrollwahn" stoppt!

  • IV-Gesund am 23.12.2013 11:41 Report Diesen Beitrag melden

    Wer 100% arbeiten kann, kann auch fahren

    Wer 100% arbeiten kann, der kann auch fahren. Wenn dem so nicht ist dann kann er auch nicht arbeiten. Denn jeder arbeitet heute mit Maschinen. Die IV schreibt kranke Menschen innert Minuten 100% arbeitsfähig, ob wohl sie Medis nehmen müssen. Das bedeutet diese Menschen sind gesund und dürfen deshalb auch Autofahren. Wenn dem nicht so ist, können diese Menschen auch nicht 100% arbeiten. Das eine geht nicht ohne das andere! Alles ander ist nur heuchlerei und eine Ausnutzung der kranken Menschen.