74-jährig

13. Mai 2014 08:51; Akt: 13.05.2014 11:37 Print

Alien-Schöpfer H.R. Giger verstorben

Der Schweizer Künstler und Alien-Schöpfer H.R. Giger ist tot. Der Oscargewinner habe sich bei einem Sturz Verletzungen zugezogen und sei diesen gestern im Spital erlegen.

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Der Schweizer Künstler H.R. Giger ist im Alter von 74 Jahren gestorben. Für seine visuellen Effekte im Film «Alien» erhielt Giger 1980 den Oscar. Er hat sich bei einem Sturz Verletzungen zugezogen und ist diesen im Spital erlegen. Durch seine meist düsteren Kunstwerke erlangte Giger internationale Bekanntheit. Beim 1968 erschienenen Science-Fiction-Film «Swiss Made 2069» führte H.R. Giger zusammen mit Fredi M. Murer Regie. Ausserdem entwarf Giger für den Film einen ausserirdischen Beobachter mit dazugehörendem Hund. 1979 erschien Ridley Scotts «Alien», für den H.R. Giger die extraterrestrischen Wesen sowie die Umgebungen schuf. Für seine Arbeit erhielt der Schweizer Künstler den Oscar für die besten Visual Effects. Gigers «Penis Landscapes» war der Platte «Frankenchrist» (1985) der Dead Kennedys beigelegt. Mit dem Original wollte der Künstler auf die Überbevölkerung aufmerksam machen, vor der er sich fürchtete. «Poltergeist 2: Die andere Seite» (USA 1986), Regie: Brian Gibson. H.R. Giger zeichnete für das Design der Dämonen verantwortlich. Nachdem er bei «Aliens: Die Rückkehr» nicht involviert war, wirkte der Künstler bei David Finchers «Alien 3» (USA 1992) wieder bei der Entwicklung des ausserirdischen Monsters mit. «Species» (USA 1995). Für den unter der Regie von Roger Donaldson entstandenen Sci-Fi-Horrorfilm entwarf H.R. Giger die Ausserirdische Sil sowie den Zug aus der Traumsequenz. Für die ebenfalls 1995 erschienene Comicverfilmung «Batman Forever» (Regie: Joel Schumacher) entwarf H.R. Giger einen Prototypen für das Batmobil, die allerdings nicht realisiert wurde. Die deutsche Verfilmung «Kondom des Grauens» nach Ralf Königs Comic-Vorlagen «Kondom des Grauens» und «Bis auf die Knochen» erschien 1996. Der Schweizer Künstler entwickelte für den Film das Kondom. Den Harkonnen-Stuhl, eine Art Skelett-Thron, hat H.R. Giger ursprünglich für den Film «Dune - Der Wüstenplanet» (2000, David Lynch) entworfen. Doch weil der Regisseur ausgewechselt wurde, blieb er in Gigers Privatbesitz. «Prometheus: Dunkle Zeichen» (USA 2012) von Ridley Scott war ursprünglich als Prequel zu «Alien» gedacht. Das Drehbuch entwickelte sich aber zu einer eigenständigen Geschichte. Der Film kommt weitgehend ohne digitale Effekte aus. Der Film spielte weltweit mehr als 400 Millionen Dollar ein. Unverkennbar: Die Handschrift H.R. Gigers bezüglich Set-Design. Für die beiden Horror-Point-And-Click-Adventures «Darkseed» und «Darkseed II» zeichnete H.R. Giger für die Artworks verantwortlich.

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H.R. Giger ist tot. Der Bündner Künstler, der sich weltweit einen Namen als Schöpfer des extraterrestrischen Wesens «Alien» gemacht hatte, starb am Montag im Alter von 74 Jahren in Zürich, wie das Museum HR Giger in Gruyères FR Medienberichte bestätigte.

H.R. Giger galt als wichtiger Vertreter des Phantastischen Realismus. Als solcher kreierte er das Wesen «Alien» für den gleichnamigen Film (1979) des britischen Regisseurs Ridley Scott. Für dieses Werk erhielt Hans-Ruedi Giger, so sein bürgerlicher Name, einen Oscar.

Seine Rolle als künstlerische Leitfigur im Science-Fiction- und Horror-Genre festigte Giger mit seinen Designs für Filme wie «Poltergeist II» (1986), «Alien 3» (1992) und «Species» (1995) sowie für das Computerspiel «Dark Speed» (1995).

Erotisch und sadistisch aufgeladen

Nicht nur Gigers Filmarbeiten, sein gesamtes bildnerisches Werk sei «erotisch aufgeladen mit einer Tendenz zum Furchtbaren und Sadistischen», schrieb der Kunstkritiker Fritz Billeter im Katalog «1968. Zürich steht Kopf». Mitunter nehme seine Kunst «Formen eines orgiastischen Kults» an, so Billeter.

Früh schon interessierte sich Giger für Themen wie Geburt, Tod, Sexualität. Das könne damit zusammenhängen, dass seine Geburt einen ganzen Tag gedauert habe, sagte Giger in einem Zeitungsinterview. Immer wieder habe es ihm die Luft abgestellt. So habe er eine «schaurige Angst vor klaustrophoben Räumen» entwickelt. Eine Angst, die sein Werk durchwegs vermittelt.

Seit 1962 in Zürich

Geboren wurde Giger am 5. Februar 1940 in Chur. In Zürich studierte er Architektur und Industriedesign und kam in Kontakt mit Künstlern wie Andreas Christen, Friedrich Kuhn, Claude Sandoz, aber auch mit dem Filmregisseur Fredi M. Murer und dem Schriftsteller Urban Gwerder.

Seit 1962 lebte H.R. Giger in Zürich. Sein Schaffen ist im Museum HR Giger in Gruyères FR zu besichtigen.

Der Trailer zum Film «Alien»


(Quelle: Youtube/HitmonTom)

Zuletzt gestaltete Giger für den Film «Prometheus» eines der Raumschiffe.


(Quelle: Youtube/PrometheusNews)

(dia/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Oliver am 13.05.2014 11:47 Report Diesen Beitrag melden

    ein düsteres genie ist weitergereist...

    jetzt wäre es langsam an der zeit dass das kunsthaus zürich diesen künstler würdigt...

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  • Guggi am 13.05.2014 11:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unvergessen

    Ein grosser fantastischer Künstler verlässt die Bühne!!!! Seine Werke bleiben aber für immer! R.I.P. H.R. Giger

  • Ehemalige Schülerin der GBMS am 13.05.2014 10:47 Report Diesen Beitrag melden

    Ein hochachtungsvolles Adieu

    Tschau Herr Giger. Unvergessen wird mir Ihr fröhlich-durchgeknallter und stets freundlicher «Einsatz» als Gestaltungslehrer an der GMBS in Zürich im Herzen bleiben. Es war beeindruckend, den Menschen H.R. Giger damals persönlich kennenlernen zu dürfen. Meine Hochachtung ich ziehe meinen imaginären Hut vor Ihnen. Ruhen Sie in Frieden und machen Sie's gut.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Franz Kuster am 13.05.2014 23:20 Report Diesen Beitrag melden

    Und wo bleibt die Würdigung der Schweiz

    Ein grosser Künstler und ein grosses Genie ist unwiderruflich von uns gegangen und kommt nie mehr zurück... Mein tief empfundenes Beileid an seine Frau und seine Nächsten. Heute in 10 vor 10 hat es mich schon nachdenklich gestimmt. Jedem Pausenclown wird im Schweizer Fernsehen zu bester Sendezeit eine Plattform geboten. Eine Dokumentation über den Menschen H.R. Giger und sein Schaffen wird jedoch im Schweizer Fernsehen diese Woche irgendwann nach Mitternacht gesendet. Ja, ja, es gibt halt so viel Interessanteres zu bester Sendezeit. Vielleicht eine Wiederholung des ESC?

  • PeeDee Studer am 13.05.2014 23:10 Report Diesen Beitrag melden

    Ich werde Dich nie vergessen!

    Hansruedi, Ich war schon immer ein grosser Bewunderer deines Schaffens. Ich konnte es fast nicht glauben als ich die traurige Nachricht gelesen habe. 127.0.0.1 ein grosser Fan!

  • Miro am 13.05.2014 21:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alien Statue

    Den Hafenkran abreissen und ein grosser Alien Statue bauen lassen. Das wär ein Kunstwerk.

  • Antonio 8052 Zürich-Seebach am 13.05.2014 20:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Worte.

    Ich spreche mein tiefes Beileid für H.R.Giger ein grossartiger Künstler . Letztes Jahr war ich im Museum von H.R.Giger im Schloss Gruyéré war so fazinierend seine Werke zubetrachten, mein Sohn hatte vor ein paar Jahre ein Bild gekauft von diesem grossartigen Künstler. Einmal habe ich per Zufall H.R.Giger getroffen beim Einkaufen in einer Tankstelle in Oerlikon , wir kamen kurz ins Gespräch. Ich war so gerührt brachte fast kein Wort zusprechen. Es tut mir sehr weh , das dieser besondere Mensch uns verlassen hat.

  • uncharted lands am 13.05.2014 20:09 Report Diesen Beitrag melden

    uncharted

    H.R. Giger hinterlässt mehr als nur seinen Stempel auf ein paar Filmen. Man sollte ihm "Alien:Isolation" widmen - nachdem was ich gesehen habe, fängt es den düsteren Geistes des Genies passend ein.