Parteienallianz vom Tisch

09. Oktober 2016 13:04; Akt: 09.10.2016 13:04 Print

Bäumle und Landolt zeigen Pfister die kalte Schulter

Lange hatten es die Mitte-Parteien CVP, BDP und Grünliberale probiert, eine Allianz zu schmieden. Jetzt beerdigten GLP-Chef Martin Bäumle und BDP-Präsident Martin Landolt sämtliche Unionspläne.

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GLP und BDP haben kein Interesse mehr an den Christlich-Konservativen: CVP-Präsident Gerhard Pfister während einer Medienkonferenz in Bern. (23. April 2013) (Bild: Keystone/Marcel Bieri)

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Die Mitte-Allianz dürfte definitiv vom Tisch sein. Lange hatten es die CVP, BDP und Grünliberale probiert, einander näher zu kommen. Doch jetzt beerdigten GLP-Chef Martin Bäumle und BDP-Präsident Martin Landolt sämtliche Unionspläne, schreibt die «SonntagsZeitung».

Dabei macht Bäumle unmissverständlich klar, wen er dafür verantwortlich macht: «Die Zuverlässigkeit der CVP hat mit Gerhard Pfister gelitten. Mit seinem Zickzackkurs bei der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative diskreditierte er die CVP als Partner», sagt er. Denn Pfister persönlich habe ja zuerst den nationalrätlichen Kompromiss mitgetragen, nur um ihn wenige Tage später wieder über den Haufen zu werfen.

«Das war unverantwortlich»

«Pfister hat sogar mit der Verletzung der Personenfreizügigkeit gespielt, um im Wahlkampf nach rechts zu gefallen – das war unverantwortlich», begründet Bäumle das Ende der Allianz in der «SonntagsZeitung». Generell bekundet man in der GLP zunehmend Mühe mit dem CVP-Kurs: Nach dem Fukushima-Unglück sei die CVP einst grün gewesen. Doch mit den Wahlen 2015 habe sich das definitiv geändert. «Unter der Führung Pfisters sehe ich für die Zukunft in ökologischen Fragen schwarz», so Bäumle.

Auch BDP-Präsident Landolt sagt: «Das Thema Allianz der Mitte oder Union ist für uns auch formell vom Tisch.» Seine Partei suche bis auf Weiteres keine strukturierte Partnerschaft mehr. «Die Parteileitung und auch die Basis wollen das nicht.» Die Analyse der BDP-Führung habe ergeben, dass seine Partei «in einem solchen Konstrukt noch weniger zeigen, wer wir wirklich sind». Zudem bewege sich die CVP in vielen Fragen «weg von der BDP in die konservative Richtung».

Schlappe für Pfister

Am meisten profitiert von einer Allianz hätte Pfisters CVP. Dank den Mandatsträgern von GLP und BDP hätte sie politisch an Gewicht im Bundesparlament sowie in den Kantonen und Gemeinden zugelegt. Und sie hätte mit der Unterstützung der Wählerschaft der beiden Juniorpartner rechnen können. Nun aber muss Pfister als Parteichef seine erste grosse Schlappe einstecken.

Bäumle geht davon aus, dass es in der Parteienlandschaft längerfristig zur Konsolidierung kommt: «Es werden in unserem Parteientümpel nicht mehr ewig so viele Fische wie heute schwimmen.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Maria am 09.10.2016 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaubwürdig sind Landolt und Bäumle

    Unglaubwürdig ist nicht Pfister sondern vor allem Landolt und Bäumle.

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  • Schnyder D. am 09.10.2016 13:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo sind die bürgerlich?

    Alles nur linke Heuchler, die nicht wirklich für Land und Leute einstehen. Jüngstes Beispiel die MEI, die gänzlich neben dem Volkswillen bachabgeschickt wurde.

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  • Ein Leser am 09.10.2016 13:17 Report Diesen Beitrag melden

    Die CVP wird wieder gewinnen

    Gut so, ich finde Pfister macht es gut. Und wenn es so weitergeht wird die CVP dank Pfister wieder Boden gut machen. Nur die BDP und GLP werden langfristig gesehen verschwieden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • R.Renner am 10.10.2016 11:13 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Taten und andere Verraten

    GLP und BDP ? brauchen wir überhaupt noch solche Sesselhocker Parteien , nur Kosten ,ohne Nutzen

  • margritkappeler am 10.10.2016 10:55 Report Diesen Beitrag melden

    Hochmut kommt vor dem Fall -

    Bestimmt hat Pfister auf Drängen einiger Parteimitglieder hin, den faulen Kompromiss mitgetragen, später aber seiner eigenen richtigen Ansicht nach wieder auf den Haufen geworfen. Einzig was mich an Pfister stört, wenn es wahr sein sollte, dass er beabsichtigte mit BDP und GLP zusammen zu spannen! Törichte Selbstüberschätzung ist die Stärke von Landolt und Bäumle!

  • Cro am 10.10.2016 08:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beide nein

    Bäumle und Landolt? Nicht brauchbar. Bäumle ist so was von sich abgetan, frage mich nur weshalb? redet den ganzen Tag aber iergendwas brauchbares von seinem Geplappere ist nicht dabei. Von Landolt kommt genauso wenig, sprich nichts. Meint auch ohne ihn geht die Welt unter!Der ist das Gegenteil von Bäumle:"Chumi hüt nid chumi morn".

  • Ben Meier am 10.10.2016 08:47 Report Diesen Beitrag melden

    Nein danke, ohne mich

    Ein Grund mehr die Zeit statt mit Politik mit meinen Hobbies zu verbringen. Geht wählen, stimmt ab, aber lasst mich mit dem Quatsch bis an mein Lebensende in Ruhe. Bei dem Kindergarten in Bern ist mir die Lust endgültig vergangen

  • Bürgerlicher am 10.10.2016 08:03 Report Diesen Beitrag melden

    nicht möglich

    Jetzt ist aber Pfister mit seiner CVP tief gefallen, dass er überhaupt nur daran denkt mit diesen Under the belt line Parteitypen zu fusionieren. Das wäre dann der absolute Untergang der CVP. Gut stören würde das vermutlich niemand.