Sichere Umgebung

15. November 2017 05:38; Akt: 15.11.2017 11:12 Print

Peta will Katzen in die Wohnung verbannen

Autos, wilde Tiere und der Mensch machen das Leben von Katzen draussen zur Hölle, finden die Tierschützer von Peta. Sie fordern: Alle Katzen sollten Wohnungskatzen sein.

Im Video werden die Gefahren der Strasse aufgezeigt. (Video: Peta)
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Eine Katze verlässt die Wohnung und durchlebt einen Spiessrutenlauf. Teenager bewerfen das arme Tier mit Steinen, eine Frau tritt nach der Katze, ein Hund reisst sich von seiner Leine los und hetzt das Tier durch die Strassen. Dann taucht plötzlich ein Auto auf, das die Katze anfährt. Der Bildschirm wird schwarz. Dann folgt die Message der Tierschutzorganisation Peta: «Jeden Tag gehen Katzen, die nach draussen gelassen werden, verloren, werden verletzt oder gar getötet. Behalte deine Katze in der Wohnung.»

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Sollte man Katzen in der Wohnung halten?

Das Video von Peta USA wurde auf Facebook bereits mehr als 400'000-mal angesehen. Unter dem Video erhält die Organisation viel Zuspruch. «Ich arbeite in der Tiermedizin. Die Anzahl von Hauskatzen, die bei uns mit Bissen von Tieren oder Verletzungen von Autos eingeliefert werden, ist kaum zu fassen», schreibt eine Userin. «Ich lasse meine Katzen ohne Aufsicht nicht aus dem Haus, überall lauern Gefahren», schreibt eine andere.

«Vergiftet, erschossen, angezündet oder ertränkt»

Auf ihrer Website führt Peta weiter aus, warum alle Katzen Wohnungskatzen sein sollten: Katzen würden oft von intoleranten Nachbarn oder gelangweilten Jugendlichen «vergiftet, erschossen, angezündet, eingefangen oder ertränkt». Auch andere Tiere und Krankheiten wie Katzen-Aids würden draussen lauern. Zudem würden Katzen jedes Jahr 14 Milliarden Kleintiere wie Vögel oder Mäuse töten. Wolle man seine Katze ins Freie lassen, solle man das Tier an eine Leine nehmen. Auch Peta Deutschland sagt, im Freien würden für Katzen viele Gefahren lauern. Der Entscheid, die Katze in der Wohnung zu halten, sei jedoch individuell.

Schweizer Tierschützer halten nichts von den Forderungen von Peta. «Wir teilen diese Auffassung nicht, im Gegenteil, wir befürworten die Haltung von Katzen mit freiem Auslauf, sogenannte Freigänger», sagt Rommy Los vom Zürcher Tierschutz. Das Ziel einer artgerechten Haltung sei nicht, ein Tier einzusperren, um das Verletzungsrisiko zu minimieren, sondern das Tier möglichst viele seiner natürlichen Verhaltensweisen ausleben zu lassen. «Dazu gehört auch das natürliche Sozialverhalten, also Begegnungen mit anderen Katzen in der Umgebung.»

Auch Schweizer Tierschutz hält nichts von der Idee

Tomi Tomek von SOS Chats hat sich mit Peta USA bereits über die Angelegenheit gestritten: «Wir haben uns in die Haare gekriegt, weil Peta auch streunende Katzen einschläfert, weil sie das Gefühl haben, sie seien nur in Wohnungen sicher.» Dem widerspricht Peta Deutschland: «PETA USA schläfert nicht nach Belieben irgendwelche streunenden Katzen ein, sondern erlöst Tiere, die zum Beispiel unheilbar krank sind und deren Halter sich die Tierarztkosten für eine Einschläferung nicht leisten können.»

Auch der Schweizer Tierschutz hält nichts von der Idee. «Wenn man sich Katzen anschafft, muss man sich des Risikos bewusst sein, dass diese vielleicht weglaufen oder von einem Auto angefahren werden», sagt Sprecherin Helen Sandmeier. Zwar könne man gewisse Katzen in der Wohnung halten. Dann sollte man aber eine Möglichkeit zur Beschäftigung und möglichst Auslauf auf den Balkon bieten.

Katzen werden «gelangweilt und verhaltensauffällig»

«Ausserdem sollten Wohnungskatzen nicht allein gehalten werden. Speziell dann nicht, wenn tagsüber keine Menschen zu Hause sind.» Ansonsten würden die Katzen sich zu sehr langweilen, unglücklich werden und in der Folge Verhaltensauffälligkeiten zeigen. «Sie sind dann nicht mehr stubenrein oder zerkratzen die Möbel.»

Auch Tierheime winken ab. «Katzen können problemlos mit Auslauf gehalten werden. Wir vermitteln Katzen, die gerne draussen sind, solange das Zuhause nicht an einer viel befahrenen Strasse liegt», sagt Esther Rellstab vom Tierheim Chatzechörbli in Frauenfeld. Wohnungskatzen vermittle man hingegen nur an Haushalte mit mindestens einer weiteren Katze oder wo auch tagsüber Menschen anwesend seien. Auch vom Gassigehen mit Katzen hält Rellstab nichts. «Entweder man lässt die Katzen frei herumlaufen, oder man hält sie in der Wohnung. Im Unterschied zu Hunden fühlen sich die Katzen an der Leine nicht wohl.»

Beim Tierheim des Tierschutzbunds Basel werden Katzen, die einmal Auslauf hatten, nicht in eine Wohnung vermittelt. «Wir sind der Überzeugung, dass das oft gehörte Argument, Katzen würden sich schon daran gewöhnen, nicht tiergerecht ist», heisst es beim Tierheim.

(the)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • dW am 15.11.2017 06:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blödsinn....

    für Kinder lauern grosse Gefahren im Freien (Strassen, Gewässer, wilde Tiere, böse Erwachsene, ansteckende Krankheiten). Daher liebe Eltern, sollen Kinder nur noch drinnen gehalten werden.

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  • Philipp am 15.11.2017 07:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmm..

    Und sowas bezeichnet sich als Tierschützer?

  • Le Meilleur am 15.11.2017 07:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Katzen

    Unsere Katze hat etwa 18 Jahre überlebt von denen sie die meiste Zeit draussen verbrachte. Ausserdem würden die Mäuse und Ratten sich ohne die Katzen rasant vermehren und zur Plage werden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Nat am 15.11.2017 19:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Kater wäre einverstanden wenn...

    Mein Kater hat sofort gesagt das er damit einverstanden wäre. Aber nur unter der Bedingung das die Petaaktivisten auch nur noch in der Wohnung gehalten werden und nichts mehr sagen dürfen. Danach ging er durch die Katzentüre nach draussen um sich die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen.

  • Thomas am 15.11.2017 19:21 Report Diesen Beitrag melden

    Peta mal wieder

    Ein weiteres Beispiel dafür, dass es Peta nicht um die Tiere geht, sondern um ihre moralische Überlegenheit. Tierfreunde, unterstützt eine andere Organisation, diese verdient es nicht.

  • Lea am 15.11.2017 18:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Katzen brauchen Freiheit!

    Jemand der sich Tierschützer nennt sollte dafür sorgen DASS Katzen nach drausen dürfen und nicht einsam in der Wohnung auf den wenigen Quadratmetern vor langeweile durchdrehen. Menschen sperrt man auch nicht ein Leben lang in eine Villa(grössen vergleich zur Katze) nur damit man sicher nicht überfahren wird. Ausserdem sind Problemlatzen fast immer Wohnungskatzen, da ihnen unter anderem oft die Beschäftigung und Rückzugsmöglichkeiten fehlen.

  • Sagifar am 15.11.2017 13:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fangt bei euch an

    Da draussen Leben wilde Tiere, Meteoriten fallen vom Himmel, die Kälte verbreitet sich: Menschen müssen in ihren Häusern eingesperrt werden. Es ist für sie viel zu gefährlich draußen. -Leute! Der Mensch nahm den Tieren fast alles weg. Bevor man also noch den Auslauf der Tiere, wegen den Gefahren wegnimmt, verbannt man vorhin die Autos!

  • Anna am 15.11.2017 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    was erwartet......

    .....ihr eigentlich von Peta??? das sind die die viel geld sammeln, aber in den USA abgabetiere sofort einschläfern ohne ein neues zu hause zu suchen, das geld das angestellte in den tierheimen verdienen könnten sie ja nicht für gagen der stars für die reklamen von Peta verwenden. Peta eine Tierschutzorganisation ist ein witz.