Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Keller ausgegraben
30. Oktober 2012 12:38; Akt: 30.10.2012 12:56 Print
Jede Menge Wein unter dem Bundeshaus
Berner Archäologen sind unter dem Bundeshaus auf die Keller des alten Inselspitals gestossen. Darin wurden zwischen 1718 bis 1724 vor allem Naturalien gelagert.
Bei der Sanierung des Bundeshauses Ost haben Bauarbeiter die Keller des ehemaligen Berner Inselspitals freigelegt. Die Berner Archäologen hat das nicht überrascht. Sie staunen aber über das Ausmass der erhaltenen Reste und deren gute Qualität.
Bildstrecken Das sind die hässlichsten Häuser der SchweizBauernkrawall auf dem BundesplatzDer Vorgängerbau des Bundeshauses Ost aus dem 18. Jahrhundert hatte grosse Keller, weil das Inselspital dort viele Naturalien lagerte. Das sagten Vertreterinnen und Vertreter des bernischen archäologischen Diensts am Dienstag bei einer Baustellenführung für die Medien.
Wein zum Trinken und zum Betäuben
Diese Naturalien dienten der Finanzierung des Spitals und der Versorgung der Patienten. Unter anderem lag viel Wein in den massiven Kellergeschossen aus grossen Sandsteinblöcken. Gelagert wurden zwei Qualitäten: Bielerseewein zum Trinken und Wein vom Berner Altenberg, um die Patienten zu betäuben.
Am kommenden Donnerstag führen die Archäologen zwischen 16 und 19.30 Uhr Interessierte durch die Baugrube. Danach ist zu klären, wie es mit den Mauern und Böden weitergehen soll. Das müsse jetzt mit dem Bund besprochen werden, sagte der Berner Kantonsarchäologe Daniel Gutscher.
Schon klar ist aber, dass nicht alle Mauern erhalten werden können. Sie stehen der Modernisierung der technischen Infrastruktur im Untergeschoss des Bundeshauses Ost im Weg. Der Bund saniert noch bis 2015 für 70 Mio. Franken den Amtssitz der Bundesräte Maurer und Schneider-Ammann.
Es ist laut den Berner Archäologen wahrscheinlich, dass noch weitere Überreste des barocken Vorgängerbaus des Bundeshauses Ost zum Vorschein kommen. Eine Vertreterin der Inselspital-Stiftung deponierte am Dienstag gleich vor Ort und vor den Medienvertretern den Wunsch der Stiftung, dass diese Reste erhalten bleiben.
Armand Baeriswyl vom Archäologischen Dienst äusserte aber Skepsis zur Realisierbarkeit dieses Wunschs.
Inselspital: Wurzeln an der Zeughausgasse
Das Berner Inselspital geht auf die Stiftung einer reichen Witwe namens Anna Seiler zurück. Sie wohnte an der Zeughausgasse, wo sich auch das erste Spital - das «Seilerin-Spital» - befand. Als mit der Reformation die Klöster aufgehoben wurden, zog das Spital in das ehemalige Konvent des Dominikanerinnenklosters «St. Michael zur Insel» am heutigen Standort des Bundeshauses Ost.
Dieses Dominikanerinnenkloster hatte seinen Namen von einem früheren Gebäude des Ordens, das sich auf einer Aareinsel befand, wie Baeriswyl am Dienstag sagte.
1715 wurde der Neubau des Inselspitals an diesem Standort beschlossen; zwischen 1718 bis 1724 wurde er gebaut. Die Zahl der Betten stieg von 45 auf 82 an. Ende des 19. Jahrhunderts wich dieses barocke Gebäude dem Bundeshaus Ost und das Inselspital wurde am heutigen Standort westlich des Stadtzentrums neu errichtet.
Auch das Parlamentsgebäude steht auf geschichtlich «vorbelastetem» Grund: Im vergangenen März legten Bauarbeiter just vor dem Haupteingang eine zum Teil mittelalterliche Brücke frei. Sie wurde erhalten, aber wieder zugedeckt.
(sda)
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.
-
Alle 19 Kommentare

Die Printausgabe von 20 Minuten gibts jetzt auch als ePaper.
Die 20 Minuten App Familie
Thank god it's Friday!
DIE Nightlife-Website für Partyverrückte aus aller Welt


















Berner Fusel
Schon damals konnten Berner Weine nur zur Betäubung gebraucht werden ... es hat sich also nichts geändert bis heute.
Bieler & Berner
Bieler zum Trinken und Berner zum Betäuben. Das ist doch die wahre Story.
Wusste ichs doch
Wusste ichs doch: alles betrunkene da im Bundeshaus!