Schon 837 Fälle

17. Dezember 2013 21:01; Akt: 17.12.2013 22:19 Print

Enkeltrick-Betrüger machen Beute wie nie

Noch nie wurden in der Schweiz so viele Enkeltrick-Betrugsversuche gemeldet. Laut der Sendung «10vor10» gab es 2013 schon über 800 Fälle.

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Eine alte Frau in Zürich: Das typische Opfer der Enkeltrick-Betrüger ist weiblich und zwischen 75 und 90 Jahren alt. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Die Anzahl der Enkeltrick-Fälle nimmt laut der Sendung «10vor10» zu. In diesem Jahr ergaunerten Enkeltrick-Betrüger bereits knapp vier Millionen Franken - das ist fast eine Million mehr als im letzten Jahr. Wer auf den Trick hereinfiel, übergab den Betrügern im Schnitt 52'782 Franken. Nach den neusten Zahlen der Bundeskriminalpolizei, die «10vor10» vorliegen, haben sich die gemeldeten Fälle mehr als verdoppelt. Das ist ein rasanter Anstieg. Waren es im Vorjahr schweizweit noch total 369 Fälle, sind es im laufenden Jahr bereits 837. Davon liessen sich 74 Personen mit dem Enkeltrick täuschen.

Am stärksten betroffen ist mit 236 Fällen der Kanton Zürich – hier verloren 18 Personen grosse Geldbeträge. Im Kanton Bern fielen bei 211 Versuchsfällen vier Personen auf die Masche herein. In den Kantonen Basel-Stadt und Baselland gingen den Betrügern in den total 75 gemeldeten Fällen 11 Personen auf den Leim. Die Schadensumme beläuft sich fürs laufende Jahr bereits auf 3'905'873 Franken – im Jahr 2012 waren es 3'033'000 Franken.

Masche immer dieselbe

Die Betrüger versuchen ihre Opfer immer auf dieselbe Weise auszutricksen: Sie suchen im Telefonbuch nach älteren Vornamen, geben sich am Telefon als Verwandte oder alte Bekannte aus.

In perfektem Deutsch versuchen sie, möglichst viel über die Person in Erfahrung zu bringen. Meist sitzen die Gauner im Ausland, gemäss Bundeskriminalpolizei vor allem in Polen, und haben Komplizen in der Schweiz.

Typisches Opfer: weiblich, 75 bis 90

«Es gibt immer ältere Leute, die sich von den sehr geschickt vorgehenden Tätern überrumpeln lassen», sagt Jürg Nydegger, Kommissariatsleiter der Bundeskriminalpolizei zu «10vor10».
Die typischen Opfer seien Frauen im Alter von 75 bis 90 Jahren.

Den starken Anstieg der gemeldeten Fälle erklärt Nydegger auch mit den breiten Informationskampagnen der Kantonspolizeien. Die Leute würden mehr Fälle melden. Nydegger: «Angesichts der massiven Zunahme der Fälle waren die Erfolge der Betrüger eher noch bescheiden.»

Der Beitrag ist heute Abend in der Sendung «10vor10» auf SRF1 zu sehen.

(kko)