Intersexualität

10. November 2017 14:50; Akt: 10.11.2017 15:03 Print

«Drittes Geschlecht im Pass wäre wie ein Outing»

In Deutschland erhalten Intersexuelle neben den Begriffen «Mann» und «Frau» eine dritte Wahl. Schweizer Betroffene sehen darin jedoch Risiken.

20 Minuten hat Parlamentarier unter anderem gefragt, was Intersexualität ist. (Video: 20M)
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Mann oder Frau? Im Geburtsregister sind in Deutschland wie auch in der Schweiz nur diese beiden Auswahlmöglichkeiten zu finden. Das deutsche Verfassungsgericht fordert nun, dass ein drittes Geschlecht geschaffen wird für intersexuelle Menschen, die weder männlich noch weiblich sind (siehe Box). Deutschland erarbeitet nun eine Regelung, die es erlaubt, im Register etwa die Begriffe inter», «divers» oder eine andere «positive Bezeichnung des Geschlechts» aufzunehmen.

Die Debatte flammte jüngst auch in der Schweiz auf, nachdem Kanada bekannt gegeben hatte, Intersexuelle könnten in ihren Pässen beim Geschlecht ein «X» eintragen lassen.

«Neue Option würde vielen das Leben erleichtern»

Das Transgender Network Schweiz begrüsste damals die Forderung auch für die Schweiz: «Eine simple Erweiterung um eine einzige Option» würde einer grossen Zahl von Menschen das Leben erleichtern, so eine Sprecherin.

Das Bundesamt für Justiz erarbeitet derzeit eine entsprechende Vorlage, die noch diesen Monat in die Vernehmlassung geschickt wird. Doch hierzulande sehen die Betroffenen gar keinen Handlungsbedarf. Die Präsidentin der Organisation Zwischengeschlecht.org, Daniel Truffer, sieht gar Gefahren einer solchen Neuregelung.

Intersexuelle sehen auch Gefahren

«Für die Kinder kann ein solcher Eintrag als drittes Geschlecht Nachteile haben», sagte Truffer zur «Aargauer Zeitung» Dies, weil ein solcher Entscheid der Eltern einem unfreiwilligen Outing gleichkomme und die Betroffenen nicht darüber entscheiden könnten.

Truffer sagt, dass die meisten, die keine eindeutigen Geschlechtsmerkmale aufweisen, sich einem der beiden Geschlechter zugehörig fühlten. «Für sie ist die Einführung des dritten Geschlechts kein Thema.» Stattdessen plädiert Truffer für eine andere Lösung: Die bisherigen Geschlechter Mann und Frau blieben im Register bestehen, Intersexuelle sollen ihr Geschlecht später unbürokratisch anpassen können.

(pam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • KleinerMAnn am 10.11.2017 15:05 Report Diesen Beitrag melden

    Liliputaner

    Was soll das ganze hier. Von wegen ich bin geboren im falschen körper, bin kein Mann, sondern Frau etc. Ich bin 1.60 klein und fühle mich auch im falschen körper, will auch grösser sein. Ich bin halt so wie ich bin und wie ich erschaffen wurde!!!! Unsere Wohlstandgesellschaft nervt langsam...

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  • Klaus am 10.11.2017 15:01 Report Diesen Beitrag melden

    "Leben erleichtern"

    ja klar, sowas im Pass erleichtert das Leben enorm. Viel Spass dann beim Versuch damit in irgendein Land östlich oder südlich von Österreich einzureisen.

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  • Otti am 10.11.2017 14:55 Report Diesen Beitrag melden

    Drittes Geschlecht gibt es nicht

    Drittes Geschlecht gibt es nicht. Entweder fühlt man sich als Frau oder als Mann. Pauscht es noch mehr auf, vielleicht darf man es noch viel mehr übertreiben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Hani nid am 12.11.2017 09:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unterschied?

    Wo ist der Unterschied zwischen Bisexuell und Pansexuell? Bisexuelle verlieben sich doch auch in den Menschen und nicht ins Geschlecht? Oder seh ich das falsch? Kann mir das jemand erklären?

  • Urs Nussbaumer am 12.11.2017 09:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komisch

    Ich mache mir grosse sorgen um die Menschheit, wenn ich das hier lese.

  • Dr. Queer am 12.11.2017 09:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Moment..

    Im Gegensatz zur Körpergrösse sind die geschlechtliche Identität und die eigene Sexualität aber ein essenzieller Teil der Persönlichkeit. Dich zwingt niemand so zu tun, als wärst du 2m gross. Andere fühlen sich dem falschen Geschlecht zugeordnet, aber werden unter massiven Druck gesetzt, die Rolle ihres biologischen Geschlechts zu spielen.

  • Sozio Evolution am 12.11.2017 08:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geschlecht ist gesetzlich nur so weit relevant wie

    Geschlecht ist gesetzlich nur so weit relevant wie es auch eine Trennung darin gibt, wie es z.B bei dem Militärdienst gibt. So lange dies der Fall ist, wird dies ein Thema sein. Das Geschlecht weiterhin mit Identität verknüpft bleibt ist nur symptome dieser Trennung. Am Ende freut sich der Stadt aber trotzdem an dem Umsatz gewonnen aus bürokratischen Änderungen bei Geschlechtsanträgen. Menschen sind divers, deshalb hat niemand die gleichen Fingerabdrücke zweimal. Schade das wir uns immer auf die Unterschiede versteifen müssen! Bis wir das lösen, bleiben uns diese peinlichen Sozialentwicklungen nicht erspart.

  • Travelin am 12.11.2017 07:22 Report Diesen Beitrag melden

    Neue Definition

    Einfach unterscheiden zwischen "Mitglied" und "Ohneglied", dann ist die Sache eindeutig. Wie es sich Stylt ist dann egal. Ein Wechsel sollte natürlich möglich sein, auch im Pass. Da schneidet man einen entsprechenden Eintrag einfach ab.