«Für traditionelle Familie»

10. Juni 2015 15:51; Akt: 11.06.2015 15:53 Print

Verein kämpft gegen Schwule und Lesben

von D. Waldmeier - Ein neues Komitee will die Homo-Ehe in der Schweiz verhindern. Auch bei der Adoption für Homosexuelle soll das Volk das letzte Wort haben.

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Konservative und kirchliche Kreise haben den Verein «Für eine traditionelle Familie» gegründet. Dieser will die traditionelle Familie stärken und die Homo-Ehe verhindern. Bereits angekündigt ist ein Referendum gegen die Pläne des Bundesrats, homosexuellen Paaren die Adoption von Stiefkindern zu erlauben.

«Demontage der traditionellen Familie»

Laut Co-Präsident und EDU-Politiker Marco Giglio ist es an der Zeit, die «Demontage der traditionellen Familie» zu stoppen und die «Phalanx der Schwulen-Lobby» zu durchbrechen. «Linksliberale Kreise würden die Familie am liebsten abschaffen. Auch die geplante Ausdehnung der Schwulenrechte ist ein Angriff auf die Familie», sagt Giglio. Eine Ehe und damit eine Familie sei nur zwischen Mann und Frau möglich, auch wenn die Medien versuchten, ein anderes Bild zu vermitteln. «Conchita Wurst ist ein Beispiel für diese Fehlentwicklung.»

Die traditionellen Parteien zaudern gemäss Giglio, in der Frage offen Position zu beziehen, da sie die negativen Reaktion fürchteten. «Wer heute gegen die Homo-Ehe ist, wird dämonisiert und muss gleich mit einer Anzeige rechnen.»

«Gesellschaft braucht eine Hausordnung»

Im Verein dabei sind bekannte Politiker, unter anderen die Nationalräte Jakob Büchler (CVP) und Verena Herzog (SVP). «Es ist wichtig, ein Zeichen zu setzen. Ich bin nicht verklemmt, aber ich frage mich, wohin das führt, wenn wir immer mehr Türen öffnen. Auch eine Gesellschaft braucht eine Hausordnung», sagt Büchler. Er will dem erweiterten Adoptionsrecht einen Riegel schieben, da er das Kindeswohl in Gefahr sieht. Ähnlich argumentiert Herzog: «Ein Kind hat ein Anrecht auf einen Vater und eine Mutter.»

Für Herzog haben sich Homosexuelle vor Jahren berechtigterweise für Anliegen wie die eingetragene Partnerschaft engagiert. Mittlerweile seien die Forderungen aber weit überzogen. «Damit schadet die Lobby den Anliegen der Homosexuellen.»

Schwulenorganisationen schlagen zurück

Für Bastian Baumann, Geschäftsleiter des Schwulen-Dachverbandes Pink Cross, handelt es sich bei dem Verein um «eine verschlossene Gruppe, die die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat». Der Verein scheine nur zum Zweck der Bekämpfung homosexueller Anliegen gegründet worden zu sein. «Das ist in einem demokratischen Land natürlich erlaubt. Wir möchten die Nationalräte aber daran erinnern, dass vor dem Gesetz alle gleich sein sollten. Warum sollte das nicht für die Ehe gelten?»

Auch der homosexuelle Basler FDP-Nationalrat Daniel Stolz fürchtet das neue Komitee nicht. «Wer ein Coming-out durchgemacht hat, scheut keine harten Auseinandersetzungen mehr.» Er sei zuversichtlich, dass sich das Volk bei einer allfälligen Abstimmung für die Adoption von Stiefkindern durch homosexuelle Paare aussprechen würde. Für Stolz steht das Kindeswohl an erster Stelle, dabei spiele das Geschlecht der Bezugspersonen keine Rolle: «Schwule und lesbische Paare können genauso wie zweigeschlechtliche Paare gute oder schlechte Eltern sein.»

Bevor es zu einer Volksabstimmung über das revidierte Adoptionsrecht kommen könnte, muss das Geschäft noch durch das Parlament. Das Komitee geht offenbar nicht von grossem Widerstand aus. Die Unterschriftenbögen für das Referendum sind schon druckbereit. «Die 50‘000 Unterschriften werden wir bei einem solch emotionalen Thema in Windeseile zusammenhaben», sagt Giglio.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Walter am 10.06.2015 16:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wann wird endlich komplett getrennt?

    Wäre sofort bei einem Komitee dabei, welches sich dafür einsetzt, dass Staat und Religion volkommen entkoppelt werden. Vereine wie die EDU oder die EVP wären ab dann verboten, es gäbe keine Landeskirchen mehr und die Kirchensteuer kann dann von diesen Vereinen selbst eingetrieben werden, so wie dies alle Anderen auch tun müssen.

  • TS am 10.06.2015 16:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Üeberholte Einstellung

    weiter so... genau diese altertümliche Betrachtungsweise beschert den Kirchen immer weniger Anhänger....und liebe Politiker...wenn ihr schon dabei seid, dann führt doch gleich auch noch die Hexenverbrennung wieder ein.

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  • miki niki am 10.06.2015 16:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lelz

    Da sind keine vernünftige Argumente dabei, die eine logische Meinung vertretten, sondern lediglich mit homophoben Absichten, tut mir Leid. p.s. bin kein linker

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rodd am 11.06.2015 17:35 Report Diesen Beitrag melden

    Vermischung Staat und Religion

    Ich gebe mir echt Mühe und versuche es wirklich, aber einem Marco Giglio kann ich einfach nicht folgen. Ein Politiker der nicht erkennen kann, dass Religion und Staat getrennt gehören, was politisiert so eine Person? Wer dies nicht verstehen will bezw. bei Marco kann, der ist auch gegen unseren Staat und sollte besser auswandern. Staat = Recht Gesellschaft/Land Religion = eiGenen vier Wände Warum gibt man so einem Menschen wie dem Marco Giglio überhaupt die Plattform sich zu Wort zu melden?? Dann schaue ich besser Frauentausch ^^

  • tamara eisenring am 11.06.2015 16:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schade

    schade schade.. wäre wohl an der zeit ein wenig mehr voneinander zu lernen und einander zu schätzen als immer einander zu bevormunden und grundrechte zu verbieten.. solange es niemanden weh tut und keiner schaden nimmt spricht nichts dagegen.. und sonst sollte man fundierte argumente liefern die nicht irgendwo herbeigezogen wurden.. ich mag den homosexuellen familienglück gönnen..

  • vater am 11.06.2015 16:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schön zu sehen

    ist doch toll wenn ein zwei sich lieben und für immer zusammen leben wollen! ebenfalls ist es schön wenn ein kind gewollt und geliebt wird und es an nichts fehlt. ich bin für homoehe und adoption!

  • lucia am 11.06.2015 16:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    liebe

    ob zwei frauen sich lieben oder zwei männer oder frau und mann solange die jeweiligen beide gleich empfinden und volljährig sind spricht nichts gegen die ehe. liebe sollte unter diesen vorausetzungen einfach gleich behandelt werden.

  • ronja micic am 11.06.2015 16:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gleich

    naja die homosexuellen müssen ja auch ihren beitrag in der fesellschaft leisten. sie gehen arbeiten und zahlen steuern. vielleicht setzen sie sich noch für tolle sachen ein und und und. also gleiche pflichten gleiche rechte.