Generation Y

02. September 2017 07:16; Akt: 02.09.2017 07:16 Print

Was, wenn Rentner kein Geld vom Staat bekämen?

von D. Pomper - Jeder fünfte 18- bis 35-Jährige findet: Der Staat sollte sich aus der Altersvorsorge zurückziehen. Sie wollen selber sparen. Was hätte das für Folgen?

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Wie eine neue Studie der Universität Konstanz und des Vereins Young Professionals Association Schweiz zeigt, ist der Umfang der Staatstätigkeit in der Altersvorsorge in allen Generationen wenig bestritten. Was aber auffällt: Der Aussage «Der Staat sollte sich aus der Altersvorsorge zurückziehen und dem individuellen Sparen den Vorrang geben» stimmten 21 Prozent der Vertreter der Generation Y zu. Bei der Generation X (36 bis 52 Jahre) fiel die Zustimmung mit 16 Prozent tiefer aus. Bei der Baby-Boomer-Generation (53 bis 71) lag sie mit 10 Prozent am tiefsten. UP!Schweiz befürwortet als einzige Partei in der Schweiz einen radikalen Systemwechsel bei der Altersvorsorge: «», sagt Serge Brunner (23), Projektleiter bei der libertären Partei. Jérôme Cosandey, AHV-Experte bei der Denkfabrik Avenir Suisse, warnt: «Unser System garantiert, dass Menschen, die im Leben Pech gehabt haben, nicht als Obdachlose auf der Strasse landen. Zu einer modernen Gesellschaft gehört auch die .» SP-Nationalrätin Silvia Schenker gibt es zu denken, dass der ganze Solidaritätsgedanke bei einem Teil der jungen Generation in Frage gestellt wird. «Die Gegner der Reform befeuern die Idee, dass jeder für sich selber sorgen muss.» Würde die AHV abgeschafft, nähme die Altersarmut massiv zu. «Gerade sozial Benachteiligte, die keine Möglichkeiten haben zu sparen, wären finanziell von ihren Familien abhängig.» Es wäre entwürdigend, wenn man nach einem harten Arbeitsleben keine von der Familie unabhängige Existenzgrundlage mehr hätte. Ausserdem bedeute das auch für die Angehörigen eine grosse materielle Belastung. Baby-Boomer-Generation, Generation X und Generation Y. 23 Prozent der 18- bis 25-Jährigen (Generation Y) haben in den letzten 6 Monaten recht oder extrem häufig darüber nachgedacht, Ihre Stelle zu kündigen . Bei der Generation X (36 bis 52) waren es 22 Prozent, bei den Baby Boomern (53 bis 71) 10 Prozent. Wenn sie frei wählen dürften, würden Vertreter der Generation Y 18,9 Stunden pro Woche arbeiten. Mehr als Vertreter der Generation X (18,5 Stunden) oder der Baby Boomer (15,1 Stunden). Am zufriedensten mit ihrer Tätigkeit sind die Baby Boomer (63 Prozent). Den zweiten Platz belegt die Generation X (51 Prozent), gefolgt von der Generation Y (50 Prozent). Optimistische Einstellung zur Technologie der Generation Y. Einstellung zum digitalen Arbeiten der Generation Y. Der Generation Y ist ein Arbeitsplatz, der ihnen viel Zeit für andere Dinge im Leben ausserhalb der Arbeit lässt, am wichtigsten (73 Prozent). Generation X: 71 Prozent. Baby Boomer: 65 Prozent 52 Prozent der Vertreter der Generation Y können sich gut vorstellen, ortsungebunden von irgendwo auf der Welt zu arbeiten. Bei der Generation X sind es nur 40 Prozent, bei den Baby Boomern 42 Prozent. So tickt die Generation Y. Flexiblere Gestaltung der Altersvorsorge. Digitale Führungspräferenzen der Generation Y. Bezug des Pensionskassenkapitals. Finanzierung durch Mehrwertsteuer. Finanzierungslücke durch AHV-Reform.

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Der Altersvorsorge droht der finanzielle Kollaps. Ohne Gegenmassnahmen dürfte das Defizit allein bei der AHV bis ins Jahr 2030 auf 7 Milliarden Franken anwachsen. Deshalb stimmen wir am 24. September über die Altersreform ab.

Umfrage
Wäre es ein Problem für Sie, wenn Sie als Rentner finanziell von Ihrer Familie abhängig wären?
7 %
76 %
10 %
3 %
4 %
Insgesamt 6895 Teilnehmer

Wie eine neue Studie der Universität Konstanz und des Schweizer Vereins Young Professionals Association zeigt, ist der Umfang der Staatstätigkeit in der Altersvorsorge in allen Generationen wenig bestritten. Was aber auffällt: Mehr als jeder fünfte 18- bis 35-Jährige könnte sich ein komplett privates System vorstellen. Der Aussage «Der Staat sollte sich aus der Altersvorsorge zurückziehen und dem individuellen Sparen den Vorrang geben» stimmten 21 Prozent der Vertreter der Generation Y zu. Bei der Generation X (36 bis 52 Jahre) fiel die Zustimmung mit 16 Prozent tiefer aus. Bei der Baby-Boomer-Generation (53 bis 71 Jahre) lag sie mit 10 Prozent am tiefsten. An der gewichteten Umfrage haben über 600 Personen teilgenommen.

«Geld einzahlen und es nicht mehr zurückbekommen»

UP!Schweiz befürwortet als einzige Partei in der Schweiz einen radikalen Systemwechsel bei der Altersvorsorge: «Wir wollen die heutige AHV abschaffen», sagt Serge Brunner (23), Projektleiter bei der libertären Partei, der etwa 100 Mitglieder zwischen 20 und 30 angehören. Eine Einzahlung solle nur noch auf freiwilliger Basis erfolgen. «Das heutige System ist nicht nachhaltig. Die Sorge, dass man das Geld, das man heute einzahlt, nicht mehr bekommt, ist mehr als berechtigt», so Brunner. Ausserdem sei die Partei grundsätzlich skeptisch gegenüber staatlicher Umverteilung und Planung. «Wir sind überzeugt, dass der Staat nicht so gut mit unserem Geld umgehen kann wie wir Bürger selbst.» Ziel sei es, die Selbstverantwortung zu stärken. Doch solange die Leute vom Staat unterstützt würden, desto mehr gäben sie die Verantwortung ab. Sollten Personen im Alter in eine Notsituation geraten, plädiert Brunner für freiwillige Hilfe: «Dann müssen Familie oder NGOs einspringen.»

Die Geschichte der AHV

Jérôme Cosandey, AHV-Experte bei der Denkfabrik Avenir Suisse, vermutet, dass die Debatte um die anstehende Rentenreform bei den Jungen das Misstrauen gegenüber der staatlichen Altersvorsorge verstärkt hat: «Aufgrund der ungenügenden Bereitschaft der Politik, die Sozialwerke nachhaltig zu sanieren, realisieren sie, dass sie nicht zu hundert Prozent damit rechnen können, eines Tages die gleiche Rente vom Staat zu erhalten.» Sie hätten keine Lust, in ein System einzuzahlen, ohne sicher zu sein, wieder etwas zurückzubekommen. «Da wollen sie lieber selber sparen und für sich selber sorgen», so Cosandey.

«Solidarität mit den Schwachen»

Doch der AHV-Experte warnt: «Unser System garantiert, dass Menschen, die im Leben Pech gehabt haben, nicht als Obdachlose auf der Strasse landen.» Wer seinen Job verloren habe oder invalid geworden sei, profitiere im Rentenalter von Ergänzungsleistungen. Damit ein solches Auffangnetz nicht missbraucht wird, brauche es eine obligatorische Altersvorsorge. Auch würde sich die Altersarmut verschärfen, sollte sich der Staat aus der Altersvorsorge zurückziehen. «Zu einer modernen Gesellschaft gehört auch die Solidarität mit den Schwachen», sagt Cosandey. Wobei Solidarität nur funktioniere, wenn sie nicht von Trittbrettfahrern überstrapaziert werde.

SP-Nationalrätin Silvia Schenker gibt es zu denken, dass der ganze Solidaritätsgedanke bei einem Teil der jungen Generation infrage gestellt wird. «Die Gegner der Reform befeuern die Idee, dass jeder für sich selber sorgen muss.» Würde die AHV abgeschafft, nähme die Altersarmut massiv zu. «Gerade sozial Benachteiligte, die keine Möglichkeiten haben zu sparen, wären finanziell von ihren Familien abhängig.» Es sei entwürdigend, wenn man nach einem harten Arbeitsleben keine von der Familie unabhängige Existenzgrundlage mehr hätte. Ausserdem bedeute das auch für die Angehörigen eine grosse materielle Belastung.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tim am 01.09.2017 22:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    dummes zeug

    Jeder 18-35 jährige lebt heute schon über seine Verhältnisse. Wie wollen die soviel sparen, dass sie im Alter selber für sich sorgen können?

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  • Willy Von Der Heide am 01.09.2017 22:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Älter !!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Finde es schlimm wenn solch Titelzeilen verwendet werden.! Bin 76 Jahre alt habe mein Leben lang gearbeitet muss zusehen wie die Vorsorge für weitere Generationen kaputt gemacht wird.! Hoffe für alle,dass wieder einmal bessere Politiker ans Ruder gebracht werden.!

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  • Markus am 01.09.2017 22:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lasst uns die AHV

    Wenn ich mich nicht im Alter ernähren und meine Miete bezahlen könnte, gäbe es für mich nur eine Lösung. Eine Straftat begehen um Kost und Logis zu erhalten. Viel Spass den Wärtern bei der Alterspflege.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dieter Scholl am 02.09.2017 12:06 Report Diesen Beitrag melden

    Auf geht´s

    Die Kraft der Schweiz ist gerade das Drei Säulen System. Es ist mir nur unerklärlich, dass nicht besser geschaut wird, dass ab Tag eins ein Minimum Betrag aus der BVG und AHV kommen muss, den es jedermann erlaubt vernünftig zu leben und nicht im Altersarmut zu verfallen. Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass Personen, die nie auf Kosten der Gesellschaft gelebt haben bei der Pensionierung in dieser Falle geraten. Es sollte sowohl bei der 2. als auch der 3. Säule mehr Flexibilität rein!

  • Kami s am 02.09.2017 12:04 Report Diesen Beitrag melden

    Lohnscherre

    Ganz einfach. Endlich gerechte Steuern erheben für Superreiche und grosse Unternehmen. Ein Teil dieses Geldes für unser Sozialsystem und wir hätten keine Probleme mehr. Jetzr nimmt man das Geld von der Mittelschicht und wenn diese es nicht tragen kann, wird bei den Ärmsten gekürzt. In diesem Fall sind die älteren die Leidtragenden. Irgendwann gehören wir auch dazu. Interessant, uns wird gesagt wir das Geld reicht nicht, während neue Steuergeschenke gemacht werden.

  • Gisi Vogt am 02.09.2017 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Umverteilung

    Schande. Aber Leuten, die hier in der CH einfach aufgetaucht sind, von unserem Sozialsystem profitieren, ohne etwas geleistet haben, denen wirft man Geld nach. Warum wird hier bei AHV geknausert, die jenen zu gute kommt, die etwas für die Schweiz geleistet haben? Man muss halt man FÜR die CHer umverteilen , statt gegen sie

  • Heidi Besorgt am 02.09.2017 11:59 Report Diesen Beitrag melden

    AHV-Hit....BVG-Schrot

    Wir sollten der AHV sorgen tragen. Das BVG hingegen ist reine Abzockerei der Bürger. Ausgedacht von Versicherungen und Banken. Alle Anpassungen seit 1985 zu unseren Ungunsten. Eine Verzögerung der Pensionierung würde erneut zu unseren Lasten ausfallen. Geldbeträge auf dem Konto einer Freizügigkeitsstiftung wird zurzeit mit 0,2 % vergütet. Jede Person die frühzeitig aus dem Arbeitsleben ausscheiden muss, ist mit keiner Rente abgesichert. Leider wird eine schlechte Stimmung zwischen Jung und Alt gemacht. Die Abzocke am Bürger und Steuerzahler geht weiter.

  • Nina M.S am 02.09.2017 11:59 Report Diesen Beitrag melden

    Wird nicht viel toller, glaubt es mir.

    Juhu, jeder vierte Jugendliche ist in der Schweiz verschuldet und genau diese Generation, welche noch nie einen roten Rappen ein bezahlt hat, kann sich ein komplett privates Alters-Rentensystem vorstellen. Liebe Grünschnäbel, geht erst einmal 20 Jahre arbeiten, zieht euren Nachwuchs auf und zieht Euch dann warm an, denn unsere Staatskassen werden soeben geleert v, Menschen, welche n. wie wir ein bezahlt haben, erst dann dürft Ihr mitreden.Dann gilt für jeden Egoisten das Motto, selbst ist der Mann.