Legales Cannabis

10. März 2017 15:19; Akt: 10.03.2017 15:19 Print

SVP-Frau fordert Warnungen auf CBD-Gras

Weil CBD-Gras gesundheitsschädlich wirke und die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen könne, sieht SVP-Politikerin Andrea Geissbühler Handlungsbedarf.

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Cannabis, das auf eine möglichst hohe Konzentration von Cannabidiol gezüchtet wird, ist bei Schweizer Kiffern beliebt. Da es weniger als ein Prozent THC beinhaltet, ist es legal. SVP-Nationalrätin Andrea Geissbühler stört sich am lockeren Umgang mit dem CBD-Gras, denn der Stoff sei nicht ungefährlich. Wer laut Geissbühler mehrere CBD-Joints raucht, könnte mehr als die zulässige Menge THC im Blut haben und wäre damit nicht mehr fahrtüchtig. Das bestätigt das Bundesamt für Gesundheit (BAG): Während beim Konsum von «reinen CBD-Produkten» wie Ölen oder Tropfen der Grenzwert für die Fahrtüchtigkeit nicht überschritten werden könne, bestehe hingegen bei «Cannabis mit weniger als einem Prozent THC und einem erhöhten CBD-Anteil» ein solches Risiko. Geissbühler fordert darum, dass die Verkäufer deklarieren müssten, dass die Fahrtüchtigkeit beim Rauchen von CBD nicht mehr gegeben sei und der Konsum deutlich schädlicher wirke als Zigaretten. Ebenfalls denkbar ist für Geissbühler, dass die Verkäufer die CBD-Produkte mit Warnhinweisen wie bei Zigaretten versehen müssten. Beim BAG heisst es, dass man Möglichkeiten prüfe, um Kunden, die CBD-Produkte kaufen, über allfällige Risiken des Konsums zu informieren. Das Bundesamt betont jedoch, dass noch wenig über die Risiken des Konsums bekannt sei. Laut den Experten des Bundes ist das Rauchen eines CBD-Joints indes nicht schädlicher als der Konsum herkömmlicher Zigaretten. «Es gibt bislang, abgesehen vom Rauchen, keine gesicherten Hinweise auf erhebliche gesundheitsschädigende Nebenwirkungen», sagt Sprecher Adrien Kay.

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Entkrampfend, entzündungshemmend und angstlösend: Die Wirkung von Hanf, der statt auf einen möglichst hohen THC-Gehalt auf eine potente Cannabidiol-Konzentration (CBD) gezüchtet wird, begeistert Schweizer Kiffer. Da diese Hanfsorte nicht illegal ist, blüht der Handel – etwa in Shops oder gar per Kurier.

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SVP-Nationalrätin Andrea Geissbühler stört sich am lockeren Umgang mit dem CBD-Gras. Der Stoff sei nämlich nicht ungefährlich. Wer laut Geissbühler mehrere CBD-Joints raucht, könnte mehr als die zulässige Menge THC im Blut haben und wäre damit nicht mehr fahrtüchtig. Der Grenzwert liegt bei 1,5 Mikrogramm.

CBD-Gras kann Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen

Das bestätigt das Bundesamt für Gesundheit (BAG): Während beim Konsum von «reinen CBD-Produkten» wie Ölen oder Tropfen der Grenzwert nicht überschritten werden könne, bestehe hingegen beim «Cannabis mit weniger als einem Prozent THC und einem erhöhten CBD-Anteil» ein solches Risiko.

Geissbühler fordert darum in einer Anfrage an den Bundesrat, die «gefährliche Gesetzeslücke» zu schliessen. «Die Verkäufer müssten deklarieren, dass die Fahrtüchtigkeit beim Rauchen von CBD nicht mehr gegeben ist und der Konsum deutlich schädlicher wirkt als Zigaretten», sagt Geissbühler.

Verkaufsmenge einschränken und Warnhinweise

Für die SVP-Nationalrätin ist es zudem fragwürdig, dass der Bund in die Tabakprävention investiert und gleichzeitig CBD duldet. «Wenn weitere Untersuchungen zeigen, welche weiteren Auswirkungen der CBD-Konsum auf die Fahrtüchtigkeit und die Gesundheit hat, ist die zulässige Verkaufsmenge einzuschränken», sagt Geissbühler. Ebenfalls denkbar ist für Geissbühler, dass die Verkäufer die CBD-Produkte mit Warnhinweisen wie bei Zigaretten versehen müssten.

Beim BAG heisst es, dass man Möglichkeiten prüfe, um Kunden, die CBD-Produkte kaufen, über allfällige Risiken des Konsums zu informieren. Das Bundesamt betont jedoch, dass noch wenig über die Risiken des Konsums bekannt sei. Man rate jedoch insbesondere vom Fahren unter Einfluss von CBD ab, da der Grenzwert schnell überschritten werden könne.

CBD-Joints nicht schädlicher als Zigaretten

Laut den Experten des Bundes ist das Rauchen eines CBD-Joints indes nicht schädlicher als der Konsum herkömmlicher Zigaretten. «Es gibt bislang, abgesehen vom Rauchen, keine gesicherten Hinweise auf erhebliche gesundheitsschädigende Nebenwirkungen», sagt Sprecher Adrien Kay. Sollten sich Anzeichen verdichten, dass mit CBD grössere Risiken verbunden seien, würden auch regulatorische Eingriffe geprüft.

Deshalb sieht der Bund im Verkauf des legalen Hanfs auch keinen Widerspruch zu seiner Tabakpräventionsstrategie. «CBD-Hanf ist als Tabakersatzprodukt eingestuft. Dementsprechend ist das Rauchen von THC-armem Cannabis Gegenstand der Tabakprävention und wird auch im Rahmen der Cannabisprävention thematisiert», sagt Kay. Auf seiner Homepage hält das BAG fest, dass in Fachkreisen diskutiert werde, ob Cannabis mit viel CBD und weniger als einem Prozent THC-Gehalt «als Ersatzprodukt in der Schadenminderung oder bei der Behandlung von problematischem Cannabiskonsum eingesetzt werden kann».

(pam)