Ideal eingerichtet

01. Juli 2017 12:55; Akt: 01.07.2017 12:55 Print

Die Küche wird zur Vegizone

von B. Zanni - Kräutergärten, Getreidemühlen und ausgeklügelte Kühlschränke: Moderne Küchen sind auf Vegetarier ausgerichtet.

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Jetzt ist der Hype ums fleischlose Essen auch bei der Küchenausstattung angekommen. In der Arbeitsfläche des Küchenmodells Opus One blüht ein fix integrierter Kräutergarten. «Der Kräutergarten wird von unten befeuchtet. Spezielle LED-Leuchten begünstigen das Wachstum der Pflanzen», sagt Manuel Marzorati, Leiter Marketing Küchenbau bei der Hans Eisenring AG. Der Kühlschrank des Küchenmodells Opus One ist mit einer automatischen Temperatur- und manueller Feuchtigkeitsregulierung ausgestattet. Gefragt seien etwa Möglichkeiten, um Obst und Gemüse lange lagern zu können, sagt Manuel Marzorati, Leiter Marketing bei der Hans Eisenring AG. Die Arbeitsfläche bietet viel Platz zum Rüsten und Schneiden. Rüstmesser und Schneidebretter sind direkt in die Arbeitsfläche integriert. Auch fällt das übergrosse Waschbecken auf. «Dieses bietet genug Platz, um Salat und Gemüse zu waschen», so Marzorati. Auch das vegetarische Küchenkonzept Vooking aus Österreich hat sich dem fleischlosen Kochen verschrieben. Direkt in der Spüle integriert ist eine sogenannte Keimbrücke. Darauf sind gläserne Keimgefässe mit speziellen Siebverschlüssen angedockt. Für die Küche, die sich zurzeit noch in der Umsetzungsphase befindet, suchen die Designer zurzeit noch Investoren. In der Farming-Unit können frische Kräuter, Gewürze und Nutzpflanzen geerntet werden. In einer Getreide-Unit mit einer Mühle kann man eigenes Getreide mahlen. Ein Dampfbackofen ermöglicht eine schonende Zubereitung von Gemüse. «Viele Vegetarier und Veganer mühen sich heute mit individuellen Lösungen in der Küche ab», sagt Renato Pichler, Geschäftsführer des Vereins Swissveg.

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14 Prozent der Schweizer ernähren sich laut Umfragen vegetarisch oder vegan – Tendenz steigend. Supermärkte haben mit Spezialprodukten längst auf den Trend reagiert. Jetzt ist der Hype ums fleischlose Essen auch bei der Küchenausstattung angekommen: Das bestätigt auch Manuel Marzorati, Leiter Marketing bei der Hans Eisenring AG. Gefragt seien etwa Möglichkeiten, um Obst und Gemüse lange lagern zu können.

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Der Kühlschrank des Küchenmodells Opus One ist mit einer automatischen Temperatur- und manueller Feuchtigkeitsregulierung ausgestattet. «Somit kann das optimale Klima für Obst und Gemüse geschaffen werden», erklärt Marzorati. Damit blieben die Lebensmittel bis zu fünfmal länger frisch.

Eigener Kräutergarten und grosses Lavabo

In die Arbeitsfläche integriert ist ein Kräutergarten. «Dieser wird von unten befeuchtet. Spezielle LED-Leuchten begünstigen das Wachstum der Pflanzen.» Die Arbeitsfläche bietet viel Platz zum Rüsten und Schneiden. Rüstmesser und Schneidebretter sind direkt in die Arbeitsfläche integriert.

Auch fällt das übergrosse Waschbecken auf. «Dieses bietet genug Platz, um Salat und Gemüse zu waschen», sagt Marzorati. Der Preis für die Küche hängt von der individuellen Zusammenstellung der Elemente ab. Die Arbeitsfläche ist ab rund 3000 Franken erhältlich, der Kühlschrank kostet 2500 Franken und der Kräutergarten 80 Franken.

Getreide selber mahlen

Auch das vegetarische Küchenkonzept Vooking aus Österreich hat sich dem fleischlosen Kochen verschrieben. In der Farming-Unit können frische Kräuter, Gewürze und Nutzpflanzen geerntet werden. In einer Getreide-Unit mit einer Mühle kann Getreide gemahlen werden. Ein Dampfbackofen ermöglicht eine schonende Zubereitung von Gemüse.

Direkt in der Spüle integriert ist eine sogenannte Keimbrücke. Darauf sind gläserne Keimgefässe mit speziellen Siebverschlüssen angedockt. Für die Küche, die sich zurzeit noch in der Umsetzungsphase befindet, suchen die Designer noch Investoren.

Abfall einfrieren

Laut Olivia Stäheli, Brand Manager bei Piatti Küchen, denken Vegetarier oft besonders nachhaltig und umweltbewusst. Auch der neue Trend hin zu Lebensmittelgeschäften, die unverpackte Ware anbieten, könnte sich ihrer Meinung nach bis in die Gestaltung der Küchen ausweiten. Eine Rückkehr zu «Grosis Küche» sei gut möglich. «Darin werden Zucker, Mehl und Müesli wieder in Vorratsschütten aus Glas aufbewahrt.»

Auch im Bereich der Abfalltrennung entstehen neue Lösungsansätze. Stäheli erwähnt einen Kompostkübel, der den Küchenabfall auf minus fünf Grad kühlt. «Auf diese Weise kann man den Bioabfall geruchlos lagern, ohne gleich zum Kompost rennen zu müssen.»

«Vegetarier mühen sich ab»

Bei Vegetariern und Veganern finden die Küchen Anklang. Es sei schön, dass die Küchenindustrie auch auf Vegetarier und Veganer eingehe, sagt Renato Pichler, Geschäftsführer des Vereins Swissveg. «Viele Vegetarier und Veganer mühen sich heute mit individuellen Lösungen in der Küche ab.»

Eine bekannte Problemzone sei der Kühlschrank: «Grosse Zucchetti, Salatköpfe und ein Vorrat an Äpfeln passen nie in einen normalen Kühlschrank.» Die Konsumenten müssten deshalb auf kühle Zimmer in der Wohnung, Balkone oder Plätze unter der Treppe ausweichen. Wichtig sei jedoch, dass die Kühlsysteme in der neuen Küche einen tiefen Energieverbrauch aufweisen.

Für Pichler ist die Vegi-Küche vor allem etwas für Städter. «Wer ein Einfamilienhaus mit Garten und Keller hat, ist auch ohne eine solche Küche gut bedient.» Ein Pluspunkt wäre für ihn, wenn solche Küchen auch aus nichttierischem Material hergestellt würden. «Ansonsten würden Vegetarier und Veganer ja gegen ihre Prinzipien verstossen.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ted am 01.07.2017 13:01 Report Diesen Beitrag melden

    Stadt Mode

    Bin selber Vegetarier seit 32 Jahre aber diese Mode Veganer von der Stadt gehen mir auf die Nerven

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  • Fleisch Fresser am 01.07.2017 13:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Unterschied

    All die "praktischen Dinge" sind in einer Fleischküche genau so gut zu gebrauchen!

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  • Kommt am 01.07.2017 13:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schon

    Wollt ihr wieder den Leuten einen nicht stattfindenden Trend einreden? 14 Prozent? Vielleicht 1.4 aber keine 14.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Master Blaster am 01.07.2017 20:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vegi..Zooone..?

    Kommt drauf an, wenn ich als Vegi oder Veganer, für mein Gemüse und meine Kräuter einen halben Palast bauen muss und so weiter. Aber ja, dann bräuchte ich diesen Schwachsinn natürlich auch! Schlimmstenfalls könnte ich ja noch anbauen..aber ich find, mit ein paar Hirnzellen am richtigen Ort..ginge es auch!

  • Anonym am 01.07.2017 19:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwachsinn

    Menschen sind von Natur aus Omnivoren, und dieser ganze Vegi-Schwachsinn entspringt den unterbeschäftigten Hirnen der Mittvierziger-Nur-Hausfrauen und -Mütter, die nach Jahren des sich daheim auf fremde Kosten Ausruhens auf diesem Wege Bestätigung suchen (aber natürlich nicht finden). Einfach ignorieren hilft, so, wie bei ihren Gofen auch.

    • JanaMuus am 01.07.2017 20:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Anonym

      Wenn Sie Ihren Beitrag zweimal posten, wird er auch nicht besser.

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  • Patrick Soppelsa am 01.07.2017 18:21 Report Diesen Beitrag melden

    Vegiküche?

    Für was zu Kuckuck braucht ein Veganer eine spezielle Küche? Ich koche auch nicht jeden Tag Fleisch, es ist mir aber noch nie aufgefallen dass meine, karnivore, Küche dazu ungeeignet wäre. übrigens noch ein kleines Detail an die Markedigabteilung des Küchenherstellers, auf Bild 5 ist ein Fleischerbeil zu sehen, für eine Vegiküche nicht gerade glaubwürdig....

    • RegnumBohemiae 1182 am 01.07.2017 20:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Patrick Soppelsa

      oh, der sass ;) Vielleicht wird das Fleischerbeil ja zum Dill hacken genommen ( Kanone-Spatz-Anomalie) ;) ich weiss, ich mach mich lustig über das Vegi-Thema (eigentlich nur um den Hype einiger Befürworter); aber immer diese Steilvorlagen, ich kann nicht anders :)

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  • andyS am 01.07.2017 18:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wow von einer küche

    aber auch die tollste küche nützt nichts,wenn man nicht kochen kann. ich kanns zum glück ;) bin begeisterte hobby köchin und kanns auch in einer 'normalen mietwohnungsküche' aber unter uns gesagt: meine küchenkräuter gedeihen prächtig auf meinem balkon mit naturlicht (sonne),was ich eh besser finde als kunstlicht.

  • Zwiebelchen am 01.07.2017 18:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na ja..

    Komisch, aber irgendwie habe ich einfach das Gefühl, dass man in jeder Küche, alles kochen kann! Man muss die Küche einfach nur nach seinen Bedürfnissen einrichten und gut ist.