Schlägerei an Bord

02. September 2012 23:19; Akt: 03.09.2012 09:40 Print

Swiss-Flug nach Peking muss wieder umkehren

Zwei Passagiere geraten sich im Swiss-Flug LX196 nach Peking in die Haare. Nach sechs Stunden Flugzeit entscheidet der Kapitän, zurück nach Zürich-Kloten zu fliegen.

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Wieder in Zürich gelandet: Der Swiss Flug LX 196 nach Peking musste nach einer Schlägerei an Bord wieder umkehren. (Bild: Keystone/Archivbild)

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«Eine Swiss-Maschine nach Peking hat über Moskau gewendet und fliegt jetzt wieder zurück Richtung Schweiz. Was ist hier los?», fragt ein Leser-Reporter von 20 Minuten Online. Auf der Internetseite flightradar24.com verfolgt der aviatik-interessierte Leser am Sonntag die Flugbahn des Swiss-Flugs LX196 und wundert sich, warum das Flugzeug wieder umkehrt.

Mehdi Guenin, Mediensprecher der Swiss, schafft Klarheit: «Auf dem Flug nach Peking kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Passagieren. Der Pilot hat sich dann entschieden, nach sechs Stunden Flugzeit wieder nach Zürich-Kloten zurückzukehren.»

Eine Notlandung in Moskau sei zu dem Zeitpunkt nicht nötig gewesen, meint Guenin. Auch der Rückflug nach Zürich sei ruhig und ohne Zwischenfälle verlaufen. Um 21.30 Uhr ist die Maschine wieder sicher in Zürich gelandet. «Die Polizei hat die Passagiere am Flughafen erwartet.»

Immer wieder Zoff unter Passagieren

Es komme mehrmals pro Monat vor, dass es während eines Flugs zu Auseinandersetzungen unter Passagieren komme. Ob deswegen allerdings schon einmal eine Maschine umkehren musste, konnte der Mediensprecher spontan nicht beantworten. Auch zu den Hintergründen der Entscheidung des Piloten oder dazu, was genau sich beim Flug LX196 abgespielt hat, will man aktuell bei Swiss noch nichts sagen.

Ärgerlich für die vielen Passagiere, die jetzt nicht wie erwartet in Peking ankommen, sondern wieder an ihren Ausgangspunkt gelangt sind. «Die Passagiere müssen jetzt eine Nacht in Zürich verbringen, dann werden sie auf einen anderen Flug umgebucht», sagt Mehdi Guenin gegenüber 20 Minuten Online.

Täglich nach Peking

Die Swiss fliegt seit Mai 2012 täglich ab Zürich direkt nach Peking. Dabei wird ein Airbus A340-300 eingesetzt, der insgesamt 219 Passagieren und 18 Tonnen Fracht Platz bietet. Der SWISS Flug LX196 startet in Zürich um 13.10 Uhr und landet am nächsten Morgen um 05.00 Uhr in Peking. Der Rückflug LX197 verlässt die chinesische Hauptstadt jeweils um 06.25 Uhr und landet am gleichen Tag um 11.05 Uhr in Zürich.

Dabei gewesen? Waren Sie an Bord der Maschine? Oder haben Sie die Landung der Maschine des Flugs LX196 miterlebt? Hinweise und Informationen zu dem Fall können Sie uns per Mail schicken an: feedback@20minuten.ch. Schreiben Sie am besten Ihre Telefonnummer dazu, dann rufen wir Sie gerne zurück.

(bee/oku)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Seltsam. Wenn ein Streit total eskaliert, so müsste rasch gelandet werden. Wenn der Streit unter Kontrolle ist, so gibt es keinen Grund, umzukehren. Ich kann mir wirklich keine Situation vorstellen, wo man zwar noch Moskau-Zürich, aber nicht Moskau-Peking fliegen kann. Bin wirklich gespannt auf die Erklärung der Swiss. – Hans B. Etter

Das verstehe ich nun wirklich nicht. Wieso konnte die Maschine nicht in Moskau landen? Es hätte ja keine Notlandung werden müssen, sondern lediglich eine Zwischenlandung um die renitenten Passagiere los zu werden. Ich hätte mich als Passagier ordentlich bedankt, hätte ich einen 12 stündigen Rundflug aufgezwungen bekommen. Auch aus ökonomischen und ökologischen Gründen, ist eine Umkehr nach so vielen Stunden absolut unverständlich – Rolf

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Simon/Bosshart am 04.09.2012 13:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo SWISS

    Ein kleiner Kommentar aus Beijing: die chinesischen Medien überlaufen heute vor Lob fuer das mutige Handeln durch die LX Crew, dies auf dem Hintergrund einer weniger glorreichen Reaktion von China Southern Airlines auf einen "Unruly Official", der seinen Zorn an einer Flight Attendant ausliess. In diesem Sinne: Bravo SWISS, gut gemacht!

  • Enrico Neumann am 03.09.2012 17:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    korrekt gemacht

    Pilot und flight attendant perfekt gehandelt. Tipp Topp... Weiter so. Die Sicherheit der Maschine und ihrer Gäste hat immer Priorität...ohne wenn und aber ... Gut gemacht

  • J.C. am 03.09.2012 18:47 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach so

    Ich bin überzeugt, dass das Kabinenpersonal, die Crew, und die Gesellschaft genau das getan haben, was 1. im besten Interesse der Sicherheit des Fluges, 2. entsprechend internationalen und internen Vorschriften und Rahmenbedingungen, und 3. ökonomisch unter den Umständen sinnvoll war. Es gibt immer wieder Rüpel und Radaubrüder, und in einem Flug kann das leicht kritisch werden. Die Swiss zu kritisieren ist bei Unkenntnis der genauen Umstände schlicht falsch. Man kann sicher sein, dass dieser Vorfall zumindest intern sehr genau untersucht wird.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Kuederli am 04.09.2012 22:10 Report Diesen Beitrag melden

    Umkehren? Wozu?

    Schoen, dass die Leitung der Swiss zu ihrem Piloten steht, auch wenn dieser wie in diesem Falle, eine Fehlentscheidung getroffen hat. Weiterfliegen, da der Mann ruhig gestellt war, waere wohl schlauer gewesen. Das Event war ja beinahe auf der halben Strecke.

  • Simon/Bosshart am 04.09.2012 13:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo SWISS

    Ein kleiner Kommentar aus Beijing: die chinesischen Medien überlaufen heute vor Lob fuer das mutige Handeln durch die LX Crew, dies auf dem Hintergrund einer weniger glorreichen Reaktion von China Southern Airlines auf einen "Unruly Official", der seinen Zorn an einer Flight Attendant ausliess. In diesem Sinne: Bravo SWISS, gut gemacht!

  • Peti am 04.09.2012 08:02 Report Diesen Beitrag melden

    Kommentare

    Es ist immer schön Kommentare zu Lessen von Personen die keine Ahnung haben. Wie schon Swiss erklärte ist eine Landung aus verschiedene gründe in Moskau nicht möglich gewesen. Man kann nicht einfach kurz eine ungeplante Landung machen und dann wider los fliegen, da gibst internationale regeln (IATA) die auch für die Sicherheit der Passagiere da ist. Man will ja keinen übermüdeten Piloten haben.

  • Karl J Brodowsky am 03.09.2012 22:08 Report Diesen Beitrag melden

    Helsinki oder Riga

    Wenn Moskau wegen der Visumfrage nicht benutzt werden konnte, wäre sicher Helsinki oder Riga, beides Städte in der EU und im Schengenraum möglich gewesen. Bei einem Weiterflug nach Peking hätten die Verursacher vielleicht nicht so gut für Schadenersatz herangezogen werden können, aber in dem Fall wäre ja auch kein großer Schaden entstanden. Aber diese Möglichkeiten sind wohl geprüft und verworfen worden. Es kann halt beim Fliegen aus verschiedenen Gründen passieren, daß man eine gröbere Verspätung bekommt.

  • andreas keller am 03.09.2012 20:17 Report Diesen Beitrag melden

    Visumpflicht?

    Das Argument mit Visumpflicht verstehe ich nicht. Die Landung erfolgt auf internationalem, neutralem Terrin, dort ist meines Wissens keine Visumpflicht notwendig. Aber eins sollte man schon sagen. Unverständnis stösst bei mir auf Unverständnis. Sicherheit geht vor....Natürlich ist es ärgerlich.