Schwarze Löcher

21. Juli 2008 13:41; Akt: 21.07.2008 13:48 Print

Bundesrat schenkt Chaos-Forscher Gehör

Bundespräsident Pascal Couchepin will die Befürchtungen des Physikers Otto Rössler über die Auslösung des Weltuntergangs durch das geplante Teilchenbeschleuniger- Experiment am CERN in Genf anhören. Das EDI hat Rössler in einem Brief mitgeteilt, dass Couchepin zu einem Treffen bereit sei.

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Wie der Sprecher einen Medienbericht vom Montag weiter bestätigte, hat der Grüne Zürcher Nationalrat Daniel Vischer den Bundespräsidenten aufgefordert, eine öffentliche Debatte über Rösslers Thesen zu ermöglichen. Wann das Treffen zwischen Forschungsminister Couchepin und dem Chaos-Forscher stattfindet, ist noch offen. «Wohl kaum vor Mitte August», sagte der Sprecher des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI) auf Anfrage. Couchepin wolle einfach hören, was Rössler zu sagen habe, ohne Hintergedanken und ohne spezielle Ziele zu verfolgen, sagte Creviosier.

Im kommenden August wird am Europäischen Labor für Teilchenphysik (CERN) bei Genf der grösste Teilchenbeschleuniger der Welt, der Large Hadron Collider (LHC), in Betrieb genommen. Durch den 27 Kilometer langen, unterirdischen Röhrenring des LHC werden Protonen gejagt. Diese werden dann nahezu mit Lichtgeschwindigkeit aufeinander prallen, wobei bisher unbekannte Elementarteilchen entstehen sollen. Vom Experiment erhoffen sich die Wissenschafter Wissen über den Urknall, die Entstehung der Welt und der Materie zu gewinnen.

Laut dem deutschen Chaos-Forscher und Biochemiker Otto Rössler könnten beim Zusammenprall der Teilchen Schwarze Löcher entstehen, die zum Untergang der Welt führen könnten. Und zwar, indem sie innert einiger Jahre alle Materie anziehen und einsaugen. Im Kanon der Lehrmeinung werden Rösslers Thesen belächelt.

Am internationalen Projekt LHC sind mit den Professoren Ulrich Straumann und Claude Amsler auch Physiker der Universität Zürich beteiligt, wie die Forschungsmagazin Unipublic am Montag schrieb. Ihre Teams haben am Bau von zwei der vier Detektoren mitgewirkt, welche die Elementarteilchen, die beim Zusammenprall zweier Protonen entstehen sollen, messen und beobachten sollen. Die Experimente im LHC sollen über zehn bis 20 Jahre laufen.

(ap)