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Mühleberg geht vom Netz
29. Juni 2011 14:09; Akt: 29.06.2011 16:14 Print
«Das zeigt doch, dass das AKW nicht sicher ist»
von Jessica Pfister - Für die Gegner des AKW Mühlebergs sind die angekündigten Nachbesserungen ein Zeichen, dass die Betreiber unter Druck stehen. Die Befürworter sehen ganz andere Probleme.

Das AKW Mühleberg soll besser auf ein Hochwasser vorbereitet werden. (Bild: Keystone)
Die Bernischen Kraftwerke BKW nehmen am Donnerstag das Atomkraftwerk Mühleberg vom Netz – gut fünf Wochen vor der Jahresrevision. Grund sind Bedenken, dass bei einem extremen Hochwasser eine Wasserzuleitung verstopft werden könnte.
«Die BKW gesteht damit endlich die Sicherheitsmängel ein, die seit längerem bekannt sind», sagt Ursula Wyss, SP-Nationalrätin und Vorstandsmitglied des Komitees Mühleberg Verfahren. Ins gleiche Horn stösst die grüne Nationalrätin Franziska Teuscher: «Dieser Schritt bestätigt, dass das AKW Mühleberg ein Sicherheitsrisiko ist.» Ausserdem zeige die kurzfristig gefällte Entscheidung, dass die BKW unter Druck stehen. Für beide Politikerinnen ist klar, dass nun die endgültige Abschaltung von Mühleberg vorangetrieben werden muss. «Es kann nicht sein, dass die Sicherheit eines Kraftwerks nur gegeben ist, wenn es für Millionen von Franken nachgerüstet werden muss», so Teuscher.
«Zu viele Baustellen offen»
Jürg Joss von Fokus Anti-Atom glaubt, dass die BKW mit der eigenen Initiative nur einer von der Nuklearaufsicht Ensi provisorisch angeordneten Abschaltung zuvorkommen wollte. «Damit wollten sie signalisieren, dass sie etwas für die Sicherheit tun», so Joss gegenüber 20 Minuten Online. Der Atom-Gegner hält es allerdings für unmöglich, dass die BKW in der kurzen Zeit, alle Sicherheitsnachbesserungen ausführen kann. «Es sind schlicht zu viele Baustellen offen, um das AKW wie geplant im September wieder ans Netz zu bringen.»
Damit spricht er vor allem die Risse im Kernmantel an. Der Verein Mühleberg Ver-Fahren hat deshalb das Bundesverwaltungsgericht aufgefordert, neue Gutachten zur Beurteilung der Sicherheit einzuholen. «Die Massnahmen zur zusätzlichen Sicherung des Reaktormantels sind ungenügend», schreibt das Komitee am Donnerstag in einer Mitteilung. Und auch für die Umweltorganisation WWF ist klar, dass Mühleberg erst wieder ans Netz soll, wenn sämtliche vom ENSI in den letzten Jahren festgehaltenen Mängel behoben und Verbesserungswünsche ausgeführt sind.
«Vernünftiger Aufwand»
Für die Befürworter des AKW Mühleberg ist nun vor allem die Kostenfrage zentral: «Jetzt ist entscheidend, ob die Sicherheit mit einem vernünftigen Aufwand wiederhergestellt werden kann», sagt Werner Luginbühl, Berner BDP-Ständerat und Mitglied des Pro-Mühleberg-Komitees. Dieser Meinung ist auch FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen. «In erster Linie geht es nun um die Sicherheit und zweiter Linie um die Frage, ob eine Nachrüstung wirtschaftlich noch sinnvoll ist.» Wasserfallen rechnet im schlimmsten Fall mit 80 bis 90 Millionen für die Nachbesserungen - dies jedoch ohne einen Ersatz des Kernmantels, der etwa 400 bis 500 Millionen kosten würde. «Es liegt nun an der BKW zu überlegen, ob sie diese Investitionen wirklich in Angriff nehmen will.»
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Alle 111 Kommentare































Beführworter sind uneinsichtige
und wollen ihre Fehler nicht zugeben. Warum braucht es denn jetzt eine Revision, weil sie es in der Vergangenheit verschlampt haben.
Die optimistischen Skeptiker
Warum sind gerade die Atombefürworter so pessimistisch und haben immer Angst, dass wir in 20 Jahren zu wenig Strom haben? Unsere Wirtschaft und Forschung schafft bei diesem Zeithorizont Technologien, die das möglich machen. Die pessimistische Haltung weicht aber sofort, wenn es um die Sicherheit von AKW's geht. Die riesige Katastrophe von Fukushima vor Augen behaupten sie noch immer, die Sicherheit sei gewährleistet. Gefährlicher, ja tödlicher (Zweck-)Optimismus ist das!
2,439 Meter Riss = Ungefährlich?!
Zurück zum Riss, welcher gemäss Bericht 2007 über 2 Meter (resp. 50cm innen) lang ist(Guckst Du: tinyurl.com/5wjkzdm) ...Also ich würde vermutlich einen Riss in meinem Haus von dieser Länge reparieren, damit keine Wärme entweicht. Ausserdem weiss jeder technisch versierte Mensch, dass sich Risse als Sollbruchstellen erweisen, gerade bei Druckbehältern. Es wird ja einen Grund geben, dass so ein Kernmantel mehrere hundert Millionen kostet - Die BKB jedoch reparieren das Ding mit Stahlklammern! Bei meinem Auto wurde jüngst beim MFK der fehlende Gummischutz auf dem Kupplungspedal bemängelt!
Ganz schön rückständig
Zu dumm das die wenigsten leute wirklich wissen was ein kernmantel ist und wo sich dieser im reaktor befindet. Wen mehr leute aufgeklährt wären würde nicht ständig so ein tam tam veranstaltet. Vermutlich glaubt ihr auch das es einen knopf gibt mit dem man eine atomanlage einfach ausschalten kann. So wie ein lichtschaler zuhause. Schöne grüsse.