«Locker wie Kandiszucker»

10. Januar 2016 18:51; Akt: 10.01.2016 21:37 Print

Höhere Lawinen-Gefahr wegen Schneemangel

Ab Sonntagabend gilt im Wallis Gefahrenstufe 4, also «grosse Lawinengefahr». Erst am Samstag gab es dort ein Lawinenunglück, bei dem zwei Italiener starben.

storybild

Die Lawinengefahr in den Schweizer Alpen (Stand: Sonntagmorgen) (Bild: SLF)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Am Sonntagabend hat das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) die zweithöchste Lawinengefahr-Stufe für das Wallis ausgerufen. Erst am Samstagmittag sind bei einem Lawinenunglück oberhalb von Ried-Brig in den Walliser Alpen zwei italienische Wintersportler ums Leben gekommen. Die zwei Männer im Alter von 20 und 24 Jahren erlagen ihren Verletzungen, nachdem sie geborgen worden waren. Ein dritter Tourenfahrer blieb unverletzt.

Der Unfall passierte bei Gefahrenstufe 3 («erheblich»). «Bei Stufe 3 gibt es die meisten Lawinenopfer», sagt Klaus Marquardt von MeteoNews. Oft unterschätzten Wintersportler diese Gefahrenstufe, und würden sich auch abseits der Piste aufhalten.«Vor Stufe 4 oder 5 haben die Leute mehr Respekt.» Die Gefahr dürfte noch steigen. «Für die kommenden Tage sind starker Wind und sogar Orkanböen vorhergesagt, dabei entsteht Triebschnee, der die Lawinengefahr erheblich steigert.»

«Altschnee ist grobkörnig und locker wie Kandiszucker»

Laut Thomas Stucki vom SLF ist «der wenige alte Schnee vom letzten Jahr in den Schattenhängen grobkörnig und locker wie Kandiszucker». Darauf ist nun viel Neuschnee gefallen, was die Lawinengefahr steigert. «Diese Situation wird uns diesen Winter noch einige Zeit beschäftigen.»

Das SLF rät unerfahreren Wintersportlern nachdrücklich von Schneesport ausserhalb der markierten Pisten ab, man solle sich einer professionell geführten Gruppe anschliesen. In der Saison 2014/2015 kamen im Wallis zwölf Menschen in Lawinen um, wie die Polizei in Erinnerung ruft. Die ersten Tage mit schönem Wetter nach grösseren Schneefällen seien die gefährlichsten.

(woz/fal/the/sda)