Fall Hannibal Gaddafi

24. März 2009 15:44; Akt: 24.03.2009 16:00 Print

Kommt Gaddafi in die Schweiz?Kommt Gaddafi in die Schweiz?

Seit der Festnahme des Sohnes von Diktator Muammar al-Gaddafi in Genf ist das Klima zwischen der Schweiz und Libyen vergiftet. Jetzt soll Gaddafi in seiner Funktion als Präsident der Afrikanischen Union an der UNO-Rassismus-Konferenz teilnehmen. Und die findet in Genf statt.

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Wie die Freiburger Zeitung «La Liberté» heute gestützt auf libysche Regierungsquellen berichtet, soll Gaddafi schon alles Nötige für seinen Besuch in der Schweiz Ende April organisiert haben.

Das Verhältnis zwischen Bern und Tripolis hatte sich im Sommer 2008 akut verschlechtert, nachdem Hannibal Gaddafi, einer der Söhne von Muammar al-Gaddafi, und dessen Frau in einem Genfer Hotel verhaftet worden waren. Zwei ehemalige Angestellte hatten das Ehepaar wegen Misshandlung angezeigt.

Libyen ist der Ansicht, dass bei der Verhaftung die Wiener Konvention über die konsularischen Beziehungen verletzt wurde. Seit dem Zwischenfall sitzen ein ABB- und ein Nestlé-Mitarbeiter in Libyen fest. Gaddafi hat sie mit einer Ausreisesperre belegt - als Retourkutsche für den Zwischenfall in Genf.

Ein Besuch Gaddafis könnte zu einer Entspannung der Situation beitragen. EDA-Sprecher Lars Knüchel relativierte aber, dass die Konferenz von der UNO organisiert sei, und der Bundesrat noch nicht entschieden habe, ob er die Schweiz vertreten werde.

Bundesrätin Calmy-Rey sagte gegenüber der «Liberté», dass die Verhandlungen zur Lösung der Krise extrem schwierig seien. Sie fügte an, sie hoffe sogar, dass die libysche Regierung eine Privatklage in Genf deponiere. Das könnte die gegenwärtige Situation klären und einen Ausweg aus den festgefahrenen bilateralen Diskussionen bieten. Anfang März hatte der Anwalt der libyschen Behörden, Charles Poncet, angekündigt, Libyen wolle Klage gegen die Genfer Behörden erheben.

mac/jcg