Neues Geschäftsmodell

22. April 2014 10:40; Akt: 22.04.2014 11:05 Print

Private vermieten ihre Toilette an Fremde

Vor allem bei Grossanlässen interessant: Wer in eine fremde Stadt fährt und keine öffentliche Toilette findet, dem hilft eine neue Website. Auch ein Schweizer WC macht mit.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Website Airbnb sorgte in den vergangenen Monaten für Schlagzeilen: Privatleute können dort ein Zimmer oder ihre Wohnung günstig für Fremde als Übernachtungsmöglichkeit anbieten. Das ärgerte vor allem Hoteliers, die ihr Geschäft bedroht sahen.

Nun folgt der etwas skurrile Nachfolger: Auf Airpnp (von «to pee» = pinkeln) bieten Privatleute ihr stilles Örtchen für Fremde an. Gegen eine Gebühr können sich Fremde erleichtern und müssen nicht auf öffentliche Toiletten zurückgreifen.

Dies könnte für Private vor allem bei Grossanlässen wie der Fasnacht, der Street Parade oder beispielsweise dem Züri-Fäscht interessant werden. Bis jetzt gibt es für die Schweiz erst einen einzigen Eintrag – in Lausanne.

Der Besitzer dieses Throns verlangt kein Geld für die Benützung der Toilette – sondern Bier. «Dachstock-Erlebnis» preist der Eintrag das WC an. «Porzellan-Paradies» heisst es bei einem stillen Örtchen in New Orleans.

«Wir wiegen Sie vor und nach der Sitzung»

In Belgien wird die WC-Vermietung fortgeschrittener betrieben: Über 100 Klos finden sich alleine in der Stadt Antwerpen. Allerdings verweisen die Einträge zum grössten Teil auf öffentliche Toiletten.

Während die meisten Besitzer 50 Cent für die Benützung verlangen und brav ein Bild ihrer Toilette hochladen, gibt es darunter einige äusserst kreative – und wohl nicht ganz ernst gemeinte – Einträge.

Erwähnenswert ist in dieser Kategorie der «Donnerbalken im Grünen» im deutschen Waghäusel. Man dürfe sich im Garten erleichtern, ungestört. «Vergessen Sie den Stress des Alltags, seien Sie einmal Mensch, einmal eins mit der Natur», schreibt der Besitzer des Donnerbalkens.

Und offenbar hat der Anbieter sein Geschäftsmodell für Kundschaft mit grösseren Anliegen ausgerichtet. «Wir wiegen Sie vor und nach der Sitzung, für jedes angefangene Kilogramm, um das Sie sich erleichtert haben, berechnen wir Ihnen 2,50 Euro.»

(num/nj)