Unruhen in Europa

07. Oktober 2012 12:07; Akt: 07.10.2012 12:07 Print

Die Schweizer Armee probt den Ernstfall

Die Schweiz rüstet sich: In Ernstfall-Übungen werden mögliche Bedrohungs-Szenarien durchgespielt. VBS-Chef Ueli Maurer schliesst nicht aus, dass die Armee in den nächsten Jahren zum Einsatz kommt.

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Panzergrenadiere sichern in ihrem WK während einer Übung auf dem Panzerübungsplatz bei Bure vor einem Schützenpanzer M113 das Gelände. (Bild: Keystone/Archivbild)

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Eine dramatische Eskalation der Lage in EU-Krisenstaaten mit Auswirkungen auf die Sicherheit der Schweiz: Auf dieses Szenario bereitet sich die Schweizer Armee vor, wie Recherchen der Zeitung «Der Sonntag» zeigen. Verteidigungsminister Ueli Maurer sagt: «Ich schliesse nicht aus, dass wir in den nächsten Jahren die Armee brauchen.» Denn die europäischen Staaten erneuerten ihre Armeen unter Spardruck nicht, sie könnten den Unterhalt moderner Systeme nicht mehr bezahlen, sagte er an einer Tagung. Europa werde schwächer. Wer sich aber nicht wehren könne, werde erpresst. Die EU bereite ihm Sorgen, betonte Maurer. Er fragt sich, wie lange es noch möglich sei, die Krise mit «Geld» zu beruhigen.

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Das Verteidigungsdepartement VBS erklärt Maurers Aussagen im Zusammenhang mit der EU-Finanzkrise so: «Bundesrat Maurer sieht darin die Gefahr, dass sich deswegen das Potenzial an Gewalt verschärfen kann», sagt VBS-Sprecherin Sonja Margelist. Für den Verteidigungsminister sind deshalb 100 000 Soldaten, 5 Milliarden Franken pro Jahr für die Armee und der Kampf-Jet Gripen notwendig, um unser Land verteidigen zu können. Dass es der SVP-Bundesrat ernst meint mit dem neuen Bedrohungsbild, zeigte sich letzten Monat. Beim Manöver «Stabilo Due» wurde laut dem «Sonntag» der Ernstfall geübt. Die 2000 höchsten Offiziere bezogen Stellung, um «Helvetia», wie man die Schweiz dort nannte, gegen Unruhen, Demonstrationen und Flüchtlingsströme aus den Nachbarländern zu verteidigen.

Armeechef André Blattmann steht voll und ganz hinter den Aussagen von Maurer. Er plant vier Militärpolizei-Bataillone, die mit insgesamt 1600 Soldaten strategisch wichtige Punkte in allen vier Landesteilen bewachen und schützen sollen. Blattmann will das entsprechende Projekt bereits im Dezember seinem Chef Maurer unterbreiten.

(bee)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Also ich denke das es schon richtig ist sich zu aufzurüsten aber ich habe leider keine Ahnung gegen wen! Die Schweiz ist ziemlich uninteressant für andere Länder! Und da viele Länder Schulden haben, sollten sie sich mal um die kümmern und nicht um den Krieg, der am Ende ausser vielen Toten nichts hervor bringt! – Ueli

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ernst Moser am 07.10.2012 20:25 Report Diesen Beitrag melden

    Was machen?

    Wir werden in den nächsten 5-10 Jahren noch unsere Wunder erleben. Ich unterstütze die jetzigen Uebungen der Armee sehr. Ob wir neue Flugzeuge brauchen bezweifle ich zwar. Aber was machen wir, wenn plötzlich täglich x-tausend Wirtschaftsflüchtlinge (unbewaffnet) einfach in die Schweiz "einmarschieren", private und öffentliche Gebäude besetzen etc. ?

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  • Parteiloser am 07.10.2012 12:59 Report Diesen Beitrag melden

    Armee wichtiger denn je

    Die letzten Kriege haben immer mit einer europaweiten Finanzkrise begonnen, wer weiss ob wieder etwas passiert? Ob die Schweiz involviert sein wird, ist fraglich. Trotzdem bin ich froh, haben wir eine Versicherung für solche Fälle, nämlich die Armee. Nun müssen wir sie nur noch richtig Ausrüsten: Eine Budgeterhöhung um 1 Millarde und der Kauf der neuen Kampfjets wäre der Anfang.

  • Paolo mey. am 07.10.2012 13:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meinung über das Erhalten der Armee

    Klar sollte sich UNSERE Armee auf solche Situationen einstellen und Übungen für den Ernstfall machen. Denn man weiss ja nie, wie es morgen in Europa/auf der Welt aussehen wird. Frage an die Armeegegner: Was sollten wir ohne unsere Armee im Ernstfall machen? Unser Land ohne jegliche Verteidigung aufgeben? Ich bin auch nicht dafür, dass man Unmengen an Geld in die Armee steckt, jedoch sollte unsere Armee erhalten bleiben. Klar sind wir eine kleine Nation und wären im Ernstfall eher in Unterzahl (Armeegrösse) alte Weisheit: "Wer kämpft kann verlieren. wer nicht kämpft hat schon verloren!"

Die neusten Leser-Kommentare

  • Martin Müller am 09.10.2012 14:59 Report Diesen Beitrag melden

    Übersetzung: Armee will noch mehr Geld

    Ueli Maurer ist nun wirklich jedes noch so tumbe Mîttel recht, um weitere Milliardenausgaben für seine Minderleister in Uniform zu rechtfertigen.

  • Peter Vogler am 09.10.2012 08:16 Report Diesen Beitrag melden

    Brieftauben nicht vergessen!

    Wenn man sieht wie der Armeegeheimdienst mit ihrer Informatik umspringt,sollte man noch für ausreichend viele Brieftauben sorgen,damit die Befehle des Generals auch bei den Soldaten ankommen,weil bei der elektronischen Kommunikation schnell nichts mehr gehen wird.

  • peter schröder am 09.10.2012 00:09 Report Diesen Beitrag melden

    3.Weltkrieg

    Ich will ja keine Panik verbreiten, aber spricht Ueli da vom 3. Weltkrieg ?

  • guntern georg am 08.10.2012 21:40 Report Diesen Beitrag melden

    ist gut möglich

    Seien wir ehrlich, seit den letzten Jahrzehnten herscht heute sehr viel Unruhe. Gewalt nimmt in allen Bereichen zu und dann gibt es noch Leute, die behaupten es könne keinen Krieg geben. Es zählt nicht dass man gegen Krieg ist, die Tatsache wird es zeigen. Die Tendenz ist eher auf Unruhe was man dann im extremfall als Krieg endet. Was mir nicht klar ist, welche Gruppierungen sich bilden? Was wir heute unterschätzen ist die Macht mit wenigen Leuten was zu erzielen. So können 10 Forscher ein Virus entwickeln und eine Epetemie auslösen.

    • Hawklan am 09.10.2012 17:16 Report Diesen Beitrag melden

      Inlandfeinde

      Es geht auch nicht darum, dass feindliche Staaten in die Schweiz wollen, es geht eher darum, dass man sich gegen grosse Extremistengruppierungen, die mit Gewalt irgendein Ziel erreichen wollen (z.B. einen kleinen Staat im Staat), wehren kann.

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  • han solo am 08.10.2012 12:02 Report Diesen Beitrag melden

    Welche Armee?

    Sorry aber die Schweizer Armee ist ja wohl der lächerlichste Haufen, den Ich je erlebt habe. Denkt Mauer wirklich, dass Ich meinen Kopf für Blocher und Anhang hinhalte? Für meine Mietwohnung und meinen geleasten Kombi? Niemals, stell Dir vor es ist Krieg, und keiner geht.

    • Pädu S. am 08.10.2012 22:02 Report Diesen Beitrag melden

      Was wollen Sie uns sagen?

      Haben Sie keine Familie oder Freunde? Ich habe das, und für sie würde ich sterben.

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