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Superzug
11. Mai 2010 15:50; Akt: 11.05.2010 16:22 Print
Politiker bremsen Super-Schnellzüge
von Lukas Mäder - Die Experten fordern Neubaustrecken für Hochgeschwindigkeitszüge, insbesondere zwischen Zürich und Bern. Die Schweizer Politiker hingegen sind skeptisch.

Schneller Zug auf langsamen Schienen: Der französische TGV unterwegs zwischen Basel und Zürich.
Mehr Züge und mehr Sitzplätze will das Konzept Bahn 2030 den Zugsreisenden in der Schweiz bringen. Geschwindigkeitserhöhungen sind nur punktuell geplant zugunsten des Taktfahrplans. Diese Pläne von Bund und SBB gehen vielen Experten zu wenig weit. Sie plädieren für visionäre Projekte, mit denen die Fahrzeit zwischen den Zentren gesenkt würde. So forderte der ETH-Verkehrsexperte Ulrich Weidmann nach der Präsentation von Bahn 2030 in der «NZZ» mehr Tempo auf den Schienen, insbesondere zwischen Bern und Zürich (20 Minuten Online berichtete). Den Vorschlag hat SBB-Verwaltungsratspräsident Ulrich Gygi im letzten «Sonntag» aufgegriffen.
Eine konkretere Skizze für diese Strecke haben zwei Autoren in der «Berner Zeitung» vorgelegt. Eine Neubaustrecke soll Zürich-Altstetten mit Roggwil verbinden, wo sie in die bestehende Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Olten und Bern mündet. Der Bahnknotenpunkt Olten, der schon heute an seine Kapazitätsgrenzen stösst, würde südlich umfahren. Die bestehende Neubaustrecke müsste für Geschwindigkeiten bis 320 Stundenkilometer ausgebaut werden, schreiben Hans Bosshard, früherer Bahnjournalist der «NZZ», und Jürg Perrelet, ehemaliger Mitarbeiter des Bundesamts für Verkehr. Sie argumentieren, dass Fahrzeitverkürzungen die Produktivität von Personal und Rollmaterial steigere. Zudem seien kürzere Reisezeiten nötig, um mehr Fahrgäste und so mehr Einnahmen zu generieren.
Schweiz ist ein Gesamtprojekt
Bei den Verkehrspolitikern stösst die visionäre Idee auf wenig Begeisterung — auch wegen den knappen finanziellen Mitteln. «Wir müssen die Mittel flächendeckend einsetzen», sagt SP-Nationalrat Andrea Hämmerle (GR). Die Stärke der Schweiz liege gerade darin, dass es überall ein gutes Angebot des öffentlichen Verkehrs gebe. «Während es in Italien oder Frankreich super ausgebaute Hauptachsen gibt, Sie aber in den Regionen zu Fuss gehen müssen.» Der CVP-Ständerat Peter Bieri (ZG) ist ebenfalls skeptisch. «Wenn wir nur ein Problem lösen müssten, könnten wir in die Strecke Bern-Zürich investieren», sagt er. Aber es gebe noch eine Menge anderer Projekte, die zu verwirklichen sind. «Verkehrspolitik ist auch Regionalpolitik.»
Zürich-Lausanne in 60 Minuten
Doch gerade die Randregionen könnten auch von Hochgeschwindigkeitsstrecken profitieren. So weisen Bosshard und Perrelet darauf hin, dass heute eine Reise von Appenzell nach Genf gleich lang dauert wie die Fahrt von Brüssel nach Marseille. Und auch aus der Westschweiz kommt der Ruf nach schnelleren Bahnstrecken. Daniel Mange von der ETH Lausanne skizziert in seinem Plan Rail 2050 eine Bahnverbindung zwischen Lausanne und Zürich, die noch eine Stunde Fahrzeit benötigen würde. Die beiden grossen Wirtschaftsregionen Zürich und Arc lémanique würden zusammenrücken.
Hauptachse gut = Regionalverkehr gut
Auf Unterstützung stossen solche visionäre Ideen beim SVP-Nationalrat Peter Föhn (SZ): «Bei der Überlegung, wie wir das Verkehrsaufkommen auf dem Bahnnetz bewältigen, müssen wir auch innovative Projekte anschauen.» Er fordert eine Gesamtschau anstelle der aktuellen Salamitaktik mit stellenweisem Ausbau. Es brauche eine top ausgebaute Ost-West- und Nord-Süd-Achse. Dann funktioniere auch der Regionalverkehr, sagt Föhn. «Und dann ist man gerne bereit, für das Halbtax mehr zu bezahlen.»
SBB gegen zweites Netz
Bei den Verantwortlichen Stellen ist eine Gesamtschau jedoch nicht geplant. Beim Bundesamt für Verkehr (BAV) gibt es derzeit keine Überlegungen für Hochgeschwindigkeitsstrecken, sagt Sprecher Gregor Saladin. Vor rund anderthalb Jahren hätten die SBB und das BAV auf Geschäftsleitungsebene entschieden, nicht neben dem bestehenden ein zweites Netz ausschliesslich für den schnellen Personenverkehr aufzubauen. Es war eine Entscheidung für mehr Kapazität und gegen höhere Geschwindigkeit. Doch dieses Entweder-Oder sei sowieso nicht angebracht, sagt Matthias Dietrich vom Informationsdienst für den öffentlichen Verkehr (Litra): «Für den künftigen Bahnausbau braucht es eine Kombination von Geschwindigkeit und Kapazität.»
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Alle 34 Kommentare































Heimreise von Spanien
Am Samstag konnte ich von Spanien leider nicht fliegen wegen der Aschewolke, glücklicherweise sind die Züge dort ein wenig schneller! Ich habe von der spanischen Grenze bis nach Paris 5 Stunden benötigt und von Paris nach Genf ca. 3 Stunden. Von Genf nach Aarau dann jedoch 3.5 Stunden. Ausserdem wäre das Zugbillet in der Schweiz von Genf nach Aarau (ohne Halbtax) etwa glich teuer gewesen wie von der spanischen Grenze bis nach Genf. Die grossen Zentren sollten meiner Meinung nach viel besser und vor allem schneller erreichbar sein. Auch als Alternative zum Flugverkehr! Ein Tourist kann sich
NEAT GOTTHARD
So kurz mal meine Meinung Reist die schienen raus in der Neatröhre und macht nen LKW tunnel draus !! Oder eine Röhre runter und die alte rauf dann könnt ihr über solche schnellzüge mal nachdenken !! Euer Xeox
TGVs fahren lassen
Weshalb macht man die Hauptachsen nicht Hochgeschwindigkeitstauglich und lässt darauf einfach die TGVs fahren. Erstens fahren TGVs schon in der Schweiz, man müsste also nur die Verkehrsdichte erhöhen. Zweitens kommt die Aufrüstung so um einiges billiger.
Wie?
Hochgeschwindigkeitsstrecken erfordern eine enorme Begradigung, Ebenheit und sehr grosse Kurvenradien. Dies ist leider mit der Besiedlung der Schweiz nicht verträglich. Die einzige Möglichkeit einer Beschleunigung stellt die Neigezugsertüchtigung und die partielle Begradigung der Hauptachsen dar. Zürich-Olten wird bereits ausgebaut. Jetzt müsste nur noch Zürich-Winterthur-St.Gallen weiter ausgebaut werden. Zudem: Der Neigezug fährt NICHT die mögliche Geschwindigkeit zwischen Zürich und St.Gallen, dann passt er nicht mehr in den Taktfahrplan, er wäre "zu schnell" .