Horrende Mietpreise

17. Januar 2017 05:41; Akt: 17.01.2017 05:41 Print

Airbnb-Anbieter verdienen sich am WEF goldene Nase

von Nikolai Thelitz - Während des WEF in Davos machen nicht nur Hotels und Caterer das Geschäft des Jahres, auch zahlreiche Einwohner vermieten ihre Bleibe zu hohen Preisen.

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Wer noch dringend eine Bleibe fürs WEF in Davos sucht, für den wird es teuer. Hotels sind ausgebucht, und auf Airbnb sind die Preise exorbitant. Diese Wohnung kostet 4294 Franken pro Nacht und muss mindestens eine Woche lang gebucht werden. Macht total rund 30'000 Franken. Die Wohnung bietet drei Schlafzimmer mit jeweils zwei Betten ... ... zwei Gäste müssen sich ein Doppelbett teilen. «Während des WEF vermiete ich meine Wohnung in zentraler Lage in Davos», schreibt etwa Sebastian. Für 966 Franken kann auf seiner Schlafcouch oder dem Doppelbett übernachtet werden. Immerhin elf Gäste kann dieses Penthouse beherbergen. Neben einem 17-Minuten-Weg zum WEF bietet diese Wohnung ... ... ein schickes Interieur, ... ... ein Schlafzimmer mit viel Holz ... ... und ein grosszügiges Bad. Kostenpunkt: 4862 Franken pro Nacht. Dieses Häuschen wird für 1105 Franken pro Nacht vermietet. Wenn gerade nicht WEF ist ... ... kann man ein Zimmer aber schon für 50 Franken haben. Zahlreiche Angebote sprechen konkret die WEF-Besucher an und sind im Rest des Jahres nicht buchbar. Und hier könnte man gar von einem Schnäppchen reden ... ... solange man sich ... ... mit dem Klappbett anfreunden kann. Anbieter Till schlägt besonders viel Profit aus dem internationalen Treffen und bietet gleich drei Zimmer in einer 4-Zimmer-Wohnung an – für je 900 Franken pro Nacht, ... ... dieses hat man dann entweder für sich allein oder es ist mit Doppelbetten vollgestellt, Küche und Bad werden geteilt.

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Wenn sich diese Woche in Davos die Weltelite trifft, braucht diese inklusive ihrer Entourage auch eine Unterkunft. Wer in den Hotels keinen Platz mehr findet, dem bietet sich noch die Möglichkeit, per Airbnb in einer privaten Wohnung unterzukommen: So zum Beispiel in der 4,5-Zimmer-Wohnung in Klosters von Airbnb-Anbieterin Johanna. «Die Wohnung kann nur für eine Woche während des WEF gemietet werden, 14. bis 21. Januar 2017», schreibt sie auf der Website.

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Wer jetzt allerdings auf ein Schnäppchen hofft, der wird enttäuscht: Verlangt wird für die drei Schlafzimmer ein Preis von 4294 Franken pro Nacht, bei einer Woche Mindestaufenthalt also insgesamt 30'000 Franken. Damit könnte Johanna wohl den Grossteil ihrer Jahresmietkosten in einer Woche einspielen.

Vier Betten in einem Zimmer für 1000 Franken

Auch andere Nutzer bieten bescheidene Bleiben zu hohen Preisen an. So zahlt man für ein spartanisch eingerichtetes Zimmer in der Wohnung von Inserentin Zhen 600 Franken pro Nacht, Küche und Bad muss man sich mit den anderen Bewohnern teilen.

Auch Gastgeber Sebastian schreibt: «Während des WEF vermiete ich meine Wohnung in zentraler Lage in Davos.» Für 966 Franken kann auf seiner Schlafcouch oder dem Doppelbett übernachtet werden. Das Häuschen von Isa und Eva kostet während des WEF 1105 Franken, während des restlichen Jahres ist es massiv günstiger: Es werden zwei Zimmer für je rund 50 Franken pro Nacht vermietet.

Anbieter Till schlägt besonders viel Profit aus dem internationalen Treffen und bietet gleich drei Zimmer in einer 4-Zimmer-Wohnung an – für je 900 Franken pro Nacht. Dieses hat man dann entweder für sich allein oder es ist mit Doppelbetten vollgestellt, Küche und Bad werden geteilt. Auch unter der Hand werden private Wohnungen teuer vermietet: 20 Minuten weiss von Fällen, in denen Einwohner so die gesamte Saisonmiete in einer Woche einspielen konnten.

«Nicht einmal Chauffeure gehen in eine Airbnb-Absteige»

Doch wer mietet die teuren Wohnungen? Die Anbieter der Unterkünfte wollen dazu keine Stellung nehmen. Ein WEF-Kenner, der anonym bleiben will, verrät jedoch: «Bei den Airbnb -Gästen handelt es sich vermutlich um spontan angereiste Medienschaffende oder Escort-Damen.» Denn Staatschefs und auch deren jeweiligen Delegationen, sowie Mitarbeiter von Unternehmen hätten jeweils seit Monaten im Voraus reservierte Hotelzimmer.

Brauche eine Delegation spontan noch eine Unterkunft, gebe es immer noch Reserven in den Hotels. Diese hätten jedoch auch ihren Preis. Den würde man aber eher bezahlen, als sich in einem gleich teuren Airbnb einzuquartieren. «Die Teilnehmer und ihre Entourage würde man mit einem Airbnb-Zimmer zu sehr vor den Kopf stossen. Sogar die Chauffeure würde man nicht in so einer Absteige unterbringen.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • xy am 17.01.2017 06:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ja ja das liebe geld

    alle verdienen sich eine goldene nase. aber es gibt auch solche die für 20.- die stunde im catering arbeiten.

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  • Mutschellerin am 17.01.2017 06:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nachfrage = Angebot...

    ...ob das Steueramt mitliest? Oder muss das eingenommene Geld nicht versteuert werden ? Würde mich ja schon interessieren :-D

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  • greenlife-ch am 17.01.2017 05:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schamlose Auswüchse

    da sieht man alleine schon bei den Übernachtungen, was für schamlose Auswüchse die Globalisierung mit sich bringt!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Roland Wirz am 17.01.2017 19:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein Danke

    Man hört zu viel Negatives. Würde ich nie nutzen.

  • Martial2 am 17.01.2017 19:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was soll das Geschrei?

    Das ist richtig so: Knappheit an Herberge, dann vermieten die Privatleute ihre Zimmer/Wohnungen und profitieren davon. Nichts absurdes oder übertrieben... Die Reichen und Schönen haben schon längstens ihre Zimmer/Suites in den besten Hotels gebucht. Das würde ich genau so machen!!

  • Muro83 am 17.01.2017 18:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lasst sie träumen

    Ich bin mir sicher das Hotel kostet weniger und ist bestimmt auch angenehmer.

  • Mina am 17.01.2017 18:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn beide gleiches tun

    Witzig, er beklagt sich über den Imageverlust durch Airbnb und die Hotels? Die verlangen wohl kaum die gleichen Preise verlangen wie vor und nach der WEF. Aber dadurch kein Imageverlust...

  • Martial2 am 17.01.2017 17:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Habe kein Einwand...

    Ein mal im Jahr, wer will nicht daran verdienen? Die Nobelherberge, alle Restaurants, Bars tun es auch; nichts Neues...Ich würde genau dasselbe tun; man ist schlussendlich Geschäftsmann/Frau!!