Software ausgetauscht

09. September 2016 17:35; Akt: 09.09.2016 17:42 Print

SBB stoppen Speicherung von SwissPass-Daten

Die SBB und der VÖV kommen der Forderung nach, die umstrittene Speicherung von Swiss-Pass-Kontrolldaten zu stoppen.

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Umstrittene Datenspeicherung wird eingestellt: Ein Kondukteur kontrolliert den Swiss Pass eines Zugreisenden in einem Eurocity-Zug der SBB. (Archivbild) (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Die umstrittene Speicherung von Kontrolldaten im Zusammenhang mit dem «SwissPass» hat vorerst ein Ende: Die SBB und der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) haben die Speicherung gestoppt. Zur Sicherheit wurde gleich die Software ausgetauscht.

Das teilte Adrian Lobsiger, der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB), auf seiner Website mit. Der EDÖB hatte von SBB und VöV im Januar gefordert, bereits erhobene Kontrolldaten der Passagiere zu löschen und die Datenbank einzustellen.

Aufbewahrung weder nötig noch geeignet

Der VöV und die SBB hätten inzwischen aufgezeigt, dass sie die bei den Kontrollen des «SwissPass» angefallenen Daten vollständig gelöscht hätten, schreibt Lobsiger. Die Kontrolldatenbank der «SwissPass»-Betreiber enthielten zudem keine Informationen mehr, «die Gegenstand der oben genannten Empfehlung waren».

Nach einer Kontrolle waren anfänglich Uhrzeit, Zugnummer und Ausweisnummer während neunzig Tagen in der sogenannten Kontrolldatenbank gespeichert worden. Mit Hilfe solcher Daten hätten VöV und SBB Bewegungsprofile von Personen erstellen können, hatte der EDÖB im Februar öffentlich kritisiert.

Die Aufbewahrung der Kontrolldaten sei zudem weder nötig noch geeignet – und somit unverhältnismässig. Für die Datensammlung fehlte auch eine genügende gesetzliche Grundlage.

Datenschutz abschwächen

Dies soll nun geändert werden. Die ÖV-Branche wünscht sich einen schwächeren Datenschutz, damit sie ihre Pläne für eine billettlose Zukunft umsetzen kann. Die ÖV-Branche strebe nun klare Rechtsgrundlagen an, «für den Betrieb von zukunftsträchtigen und kundenfreundlichen digitalisierten Ticketsystemen». Diese würden derzeit erarbeitet, erklärte SBB-Sprecher Daniele Pallecchi am Freitag auf Anfrage.

Ziel sei, den Kunden «massgeschneiderte Mobilitätslösungen» zu ermöglichen. Doch dazu seien die Unternehmen des öffentlichen Verkehrs darauf angewiesen, «Daten zu Kontroll- und Verrechnungszwecken zu erfassen». SBB und VöV verlangen auch dafür die Schaffung einer «klaren rechtlichen Grundlage».

SBB-Verwaltungsratspräsidentin Monika Ribar möchte die Bahn Schritt für Schritt umbauen hin zu einem neuen Tarifsystem, «bei dem wir die Strecken abrechnen, die jemand tatsächlich gefahren ist», wie sie zuletzt der «SonntagsZeitung» erklärt hatte. Zudem solle mehr zahlen, wer die schnellere Strecke benutze, zum Beispiel beim Gotthard.

Auslaufmodell GA

Dies würde das Ende des klassischen GA bedeuten. Vielfahrern möchte die oberste SBB-Chefin aber Rabatte bieten. Als Beispiel nannte Ribar ein «GA mit Kostendach». Ist die Limite erreicht, muss der Besitzer oder Besitzerin seine Fahrten bezahlen.

Die Fahrten sollen möglichst automatisch erfasst und abgespeichert werden, das heisst ohne dass ein Billett gelöst und kontrolliert werden müsste. So können Personalkosten gespart werden.

Die Basis dafür bildet der «SwissPass»: Damit habe der ÖV einen schweizweiten Standard für die elektronische Abbildung und Kontrolle der Fahrausweise geschaffen. Dieser bilde die Basis für eine kontinuierliche Weiterentwicklung, schrieb die SBB am Freitag.

(sep/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zauberfuchs am 09.09.2016 18:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein GA mehr?

    Die SBB wollen also tatsächlich eins der besten und beliebtesten Produkte endgültig beerdigen? Dann war ich wohl die längste Zeit Kunde.

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  • Jan E. am 09.09.2016 17:51 Report Diesen Beitrag melden

    Danke EDÖB

    Schön zu hören, das die SBB sich dem Datenschutzgesetzt beugen muss. Man kann nicht einfach wie wild Daten sammeln ohne Zustimmung der Kunden. Wer weiss wie sicher die Daten aufbewahrt werden und was damit alles angestellt wird.

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  • D. K. vom Bund am 09.09.2016 18:12 Report Diesen Beitrag melden

    Na und?

    Die SBB ist ein Staatsbetrieb. Die Daten werden trotzdem erfasst. Nur wird es jetzt offiziell dementiert. Was glaubt Ihr eigentlich alle?!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Erre I. am 11.09.2016 14:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich!

    Denn mein Auftrag an die SBB lautetganz einfach mich von A nach B zu bringen undnicht Informationen über mich zu sammeln, pardon mich zu nötigen diese preis zu geben.

  • Friedlidaenu am 10.09.2016 19:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Perspektive

    Datenschützer schützen Daten. Wer schützt Menschen vor Datenschützern?

  • Huschmie am 10.09.2016 18:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SEV ist sicher dagegen

    Der SEV wird sich vehement gegen einen damit verbundenen Personalabbau wehren. Dann wird gar nichts gespart.

    • Rappenspalter am 10.09.2016 18:52 Report Diesen Beitrag melden

      Schienennetz erneuern

      Bekanntlich ist das Schienennetz der SBB in einem desolaten Zustand, was Unfallgefährdung bedeutet und nicht verantwortet werden kann. SEV hin oder her.

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  • Schnitzelkind am 10.09.2016 16:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ihr wolltet es doch so

    Jetzt also beklagt ihr euch darüber, dass das GA abgeschafft wird!? Was meint ihr wofür die Service Public Initiative gedacht war? Genau um solchen Serviceabbau zu verhindern. Das Volk hat sich klar für ein profitorientiertes und nicht serviceorientiertes Unternehmen eingesetzt.

  • Ralf am 10.09.2016 15:11 Report Diesen Beitrag melden

    UUhh Massgeschneidert

    Sollen jetzt modische Wörter uns dazu überreden, Sachen anzunehmen die wir nicht wollen¿