Rüffel der OECD

04. Februar 2014 17:21; Akt: 04.02.2014 17:21 Print

IV-Rente lohnt sich mehr als Arbeit

Die IV wird von der OECD kritisiert: Es werde zu wenig getan um Arbeitskräfte mit psychischen Problemen besser in die Berufswelt zu integrieren.

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IV statt Arbeit: Laut OECD sei es für Jugendliche lohnender, eine IV-Rente zu beziehen als zu arbeiten. (Bild: Keystone/urs Flueeler)

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Rund 1300 junge Erwachsene erhalten in der Schweiz jedes Jahr wegen psychischer Probleme eine Invalidenrente – rund drei Mal mehr als noch 1995. Die OECD hat kürzlich Massnahmen vorgeschlagen, um diese Entwicklung zu stoppen. Diese werden nun vom Bundesamt für Sozialversicherungen geprüft.

Zwischen 2008 und 2012 stieg die Zahl der Neurenten bei den 18- bis 24-Jährigen um elf Prozent. Der Anstieg ist umso bemerkenswerter, als die Neurenten aller Altersgruppen im gleichen Zeitraum um 14 Prozent abnahmen. Das zeigen Zahlen des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV), über welche der «Tages-Anzeiger» und «Der Bund» am Dienstag berichteten.

Bericht verlangt Änderungen im Rentensystem

Bei der Gesamtzahl der IV-Bezüger zeigt sich ein ähnliches Bild: Bei den Jungen nahm die Zahl der IV-Bezüger von 2008 bis 2012 um 13 Prozent zu, während sie insgesamt um 7 Prozent abnahm. Psychische Probleme, insbesondere Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS), sind bei jungen Erwachsenen der Hauptgrund dafür, dass sie eine IV-Rente erhalten.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hatte in einem Mitte Januar veröffentlichten Bericht darauf hingewiesen, dass die Zahl der jungen IV-Rentner stetig ansteigt. Die OECD empfahl der Schweiz mehrere Massnahmen, darunter auch Änderungen im Rentensystem.

OECD: IV zu attraktiv für Jugendliche

Für Jugendliche sei es lohnender, eine IV-Rente zu beziehen als zu arbeiten, schrieb die OECD im Bericht. Diese Negativanreize müssten abgeschafft werden. Sie empfahl zudem Massnahmen, um die Jugendlichen besser in die Berufswelt zu integrieren. «Diese Vorschläge werden wie alle von der OECD abgegebenen Empfehlungen in Betracht gezogen», sagte eine Sprecherin des Bundesamtes für Sozialversicherungen gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Die OECD war in ihrem Bericht zum Schluss gekommen, dass die Schweiz noch zu wenig mache, um Personen mit psychischen Problemen im Arbeitsmarkt zu halten. Die Organisation empfahl der Schweiz eine Reihe von Massnahmen in verschiedenen Bereichen.

(sda)