«Selbstvertrauen stärken»

23. September 2016 10:21; Akt: 23.09.2016 10:21 Print

Schüler sollen in Selbstverteidigungs-Kurse

Der Grosse Rat des Kantons Genf hat beschlossen, in allen Schulen Selbstverteidigungskurse anzubieten. Vielerorts gibt es bereits entsprechende Angebote.

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An den Genfer Schulen sollen künftig Kurse zum Thema Selbstverteidigung angeboten werden. Der kantonale Grosse Rat hat den entsprechenden Vorschlag der Bildungskommission diese Woche angenommen. «Wir wollen den Kindern und Jugendlichen ihr Selbstvertrauen zurückgeben», sagt der Initiator der Vorlage, SVP-Grossrat Stéphane Florey. Zu viele von ihnen kämen mit einer Angst im Bauch in die Schule.

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Sollten Schulen Selbstverteidigungskurse anbieten?
71 %
23 %
6 %
Insgesamt 1146 Teilnehmer

Die Kurse sind grundsätzlich für Schüler allen Alters, sollen aber vor allem Oberstufenschüler ansprechen. Florey: «Sie sollen ihnen helfen, in schwierigen Situationen richtig zu reagieren, ohne sich physisch verteidigen zu müssen.» Die Schüler können sie in ihrer Freizeit besuchen und müssen für einen Teil der Kosten selber aufkommen.

Für Selbstvertrauen und Konzentrationsfähigkeit

Das Vorhaben erhält von Beat W. Zemp, dem Präsidenten des Schweizer Lehrerverbands, Lob: «Dass die Volksschule den Lead übernimmt und den Schülern im Quartier Kurse anbietet, finde ich eine gute Sache», sagt er.

Aus seiner Sicht müsse es mehr ausserschulische Angebote unter Leitung der Schule geben. «Im Zusammenhang mit der Tagesschule sind solche Angebote immer mehr ein Thema.» Ausserdem seien Selbstverteidigungskurse gut, weil viele nicht nur das Selbstvertrauen stärkten, sondern auch die Konzentrationsfähigkeit und Selbstkontrolle.

Selbstverteidigung liegt im Trend

Mit dem flächendeckenden Angebot nimmt der Kanton Genf eine Vorreiterrolle in der Schweiz ein. Aber Selbstverteidigungskurse werden auch an Schulen in anderen Städten angeboten – ohne politischen Direktauftrag. In der Stadt Zürich gibt es im Rahmen des Schulsports nebst vielen weiteren Sportarten auch Selbstverteidigungskurse für Mädchen und Knaben.

«Wir arbeiten dabei mit den lokalen Vereinen zusammen, bei denen die Schüler ein Semester lang einen Kurs besuchen können», sagt Ralph König, Leiter der Abteilung Schulsport. Auch Zürcher Schüler müssen dafür etwas bezahlen, die Kurse sind aber subventioniert.

Kurse zum Teil sogar gratis

Ähnlich sieht es in Basel aus, wo man im Schulsport dieses Semester neu den Kurs «Selbstverteidigung für Mädchen» anbietet. «Wir gehen davon aus, dass dies ein Bedürfnis ist», sagt Michele Carere, Leiter Freiwilliger Schulsport.

In Bern wird der Selbstverteidigungskurs für Mädchen im Januar 2017 starten. Normale Kampfsportkurse gibt es in der Hauptstadt aber auch so an den Schulen. Und: Sie sind gratis.

(ann)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Budo am 23.09.2016 10:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles klar

    Alles nur darum um sich von den importierten Problemen zu wehren.

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  • Thomasz am 23.09.2016 10:03 Report Diesen Beitrag melden

    Aufpassen

    Grundsätzlich finde ich es eine gute Idee dass die Kinder lernen sich zu verteidigen. Jedoch muss sichergestellt werden dass in den entsprechenden Kursen auch die Mentaltät der SelbstVERTEIDIGUNG gelehrt wird, sprich dass die erlernten Techniken nich zum "Schlegle" missbraucht werden oder andersweitig offensiv eingesetzt werden. Einem eh schon aggresiv veranlagten Schüler professionelle Techniken beizubringen ohne zu vermitteln dass diese nur im Motfall zur Verteidigung oder im Training eingesetzt werden dürfen, wäre fatal

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  • simo am 23.09.2016 10:02 Report Diesen Beitrag melden

    Kampfsport

    Die Idee ist nicht schlecht aber die Kurse sollte von Kampfsportlern unterrichtet werden. Auf den Bildern sind gewisse Ausführungen und Körperhaltungen zu sehen die nicht obtimal sind. Gehe davon aus, dass die Kinder darauf hingewiesen wurden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jane38 am 24.09.2016 06:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ausgang

    unsere hatten schon zwei mal die chance als sie in der 2 und 4 klasse waren,einen solchen kurs zu besuchen. der elternrat hat dies organisiert. finde es wichtig anfang primarschule solch kurse anzubieten,den so lernen sie auch wie man bei autofahrer umgeht. ich hoffe es gibt auch in der oberstufe solch kurse,da die kids dort anfangen weg zu gehen und so könnten sie lernen sich im ausgang zu wehren

  • Jane38 am 24.09.2016 06:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ausgang

    unsere hatten schon zwei mal die chance als sie in der 2 und 4 klasse waren,einen solchen kurs zu besuchen. der elternrat hat dies organisiert. finde es wichtig anfang primarschule solch kurse anzubieten,den so lernen sie auch wie man bei autofahrer umgeht. ich hoffe es gibt auch in der oberstufe solch kurse,da die kids dort anfangen weg zu gehen und so könnten sie lernen sich im ausgang zu wehren

  • Daaqueness am 24.09.2016 01:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    An alle Besserwisser!

    Hat hier irgendjemand den Artikel gelesen?! Es geht nicht um Gewalt, sondern um Selbstvertrauen und Selbstbeherrschung. Kampfsport wie Judo und Ju-Jitsu zeigen in erster Linie wie du Körperkontrolle lernst und dadurch dein Selbsvertrauen stärkt. Von Gewalt und von realer Anwendung ist hier nicht die Rede. Und wenn, wird in solchen Sportarten klar und deutlich durchgegeben, dass dies nur als Last Resort gilt. Und vorallem Respekt voreinander gelehrt wird, welcher den meisten Erwachsenen heutzutage fehlt.

    • Zimi62 am 24.09.2016 16:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Daaqueness

      ...implizit steht's! JEDER Realist versteht schon beim Titel,was mit dieser Idee gemeint ist!...

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  • Bonifatz am 23.09.2016 21:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    In der realen Welt..

    Der beste Weg einem aggressions Szenario aus dem Weg zu gehen ist nicht Kampfsport, sondern andere Dinge: 1.Mehrere Sprachen beherrschen 2.Schlau sein und Situationen richtig interpretieren, Ruhe ausstrahlen und sich der Agression neutral und sanft gegenüberstellen, jedoch nicht selbst aggro werden oder Angst zeigen. 3. Ein gutes Mundwerk besitzen(richtigen Worte zur richten Zeit) und subtil arschriechend daher kommen ohne aber dadurch auffallend zu werden, kurzgesagt: sich unterwerfen ohne dass es der Angreifer bemerkt.(ja ist eine Kunst!) Damit kommt ihr aber besser weg als Euch zu prügeln, rede aus Erfahrung. Prügeln ist die letzte Option wenn Geld und das oben genannte nicht helfen.Und dann noch etwas: Kapfsport ist eine Sache, Streetfighting ist eine andere Welt..das will keiner freiwillig tun, speziell nicht wenn man die falschen Gegner erwischt.

    • Dr.Kern am 24.09.2016 15:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bonifatz

      Punkt zwei und drei lernen sie in einer guten Kampfsportschule.

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  • Sadiva am 23.09.2016 17:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Idee

    Endlich mal eine gute Idee aber bitte dann auch den Kindern mitteilen, dass es das Gelernte nur im Ernstfall anwenden soll! Sonst hatt es dann nur noch verletze Schüler im Unterricht!