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Mörgelis PR-Auftritt
16. November 2012 16:57; Akt: 16.11.2012 18:46 Print
30 Minuten Show, ein paar Lacher, eine Bewerbung
von J. Pfister - Christoph Mörgelis Werben um den Job des Uni-Rektors löst bei vielen Kopfschütteln aus. Doch die Aktion des SVP-Politikers ist Kalkül: Aufmerksamkeit und Lob der Basis sind ihm gewiss.
Mit einem breiten Grinsen im Gesicht blickt Christoph Mörgeli
Christoph
Mörgeli
SVP, ZH
NationalratVerbunden mit
Keine Interessenbindungen vorhanden
weitere Verbindungen anzeigen in die Runde. Obwohl der SVP-Politiker bereits am Donnerstagabend seine Kandidatur für den Posten des Rektors an der Universität Zürich öffentlich machte, ist der Jagdsaal in einem Zürcher Restaurant bis auf den letzten Platz besetzt. Die Frage, die auf der Zunge brennt: Wie kann Mörgeli sich ernsthaft um diesen Posten bewerben, nachdem er von derselben Institution vor knapp zwei Monaten entlassen wurde?
Doch bevor Mörgeli dazu Stellung nimmt, holt er zu einem 30-minütigen Werbespot in eigener Sache aus. In einer Seelenruhe und offensichtlich selbst leicht amüsiert, beginnt er mit dem Vortragen seines detaillierten Lebenslaufs mit wichtigen Informationen wie: «Ich war Mitglied im Studentischen Gesangsverein».
Darauf folgt die Vorstellung eines 13-Punkte-Plans mit seinen Zielen als künftiger Rektor, welcher auch in 42-seitiger, ausführlicher Fassung vorliegt. Darin plädiert Mörgeli unter anderem für eine politische Meinungs- und Redefreiheit - was auch als Seitenhieb in Richtung Bildungsdirektorin Regine Aeppli oder Universitätsrätin Kathy Riklin
Kathy
Riklin
CVP, ZH
NationalratVerbunden mit
Forum VERA, Verantwortung für die Entsorgung radioaktiver Abfälle, Bern
weitere Verbindungen anzeigen verstanden werden kann. So fügt er denn auch an. «Mein Anwalt hat verlangt, dass Aeppli und Riklin bei der Bewertung meiner Kandidatur in den Ausstand treten.»
Im Grossformat auf dem Videoportal ![]()
«Coup ist politisch motiviert»
Trotz dieser Forderungen - für Politberater Mark Balsiger ist klar, dass es Mörgeli nur vordergründig um die Kandidatur für den Job des Uni-Rektors geht. «Dieser Coup ist politisch motiviert.» Denn selbst der SVP-Nationalrat werde kaum davon ausgehen, dass seine Kandidatur erfolgreich sei. «Dafür können er und seine Partei danach ins Feld führen, dass der Entscheid gegen ihn gefallen sei, weil er SVP-Mitglied ist.»
Dass Mörgeli mit seiner Aktion der Partei in die Hände spielen könnte, kann sich auch Kommunikationsberater Marcus Knill vorstellen. «Er erzielte Aufmerksamkeit, konnte seine Botschaften und die der Partei verkaufen und einmal mehr unterstreichen, dass seine Entlassung politisch motiviert war.» Doch selbst wenn es der Partei nützen könnte - für Mörgelis eigenes Image sieht Knill schwarz. «Sein öffentliches Werben und Klagen wirkt wohl bei vielen penetrant.»
«Als Polit-Clown etikettiert»
Ähnlicher Meinung ist Balsiger. Zwar könne es durchaus sein, dass der eine oder andere den Mut von Mörgeli, erneut in die Öffentlichkeit zu gehen, anerkenne. «Er riskiert allerdings auch, dass er als Polit-Clown etikettiert wird und seine Glaubwürdigkeit komplett verspielt.»
Das sieht Mörgeli natürlich anders. Nachdem ihm 20 Minuten Online die Frage stellt, ob die Aktion wirklich sein Ernst sei, antwortet er :«Ich bin überzeugt, dass die Gerechtigkeit hergestellt und meine Bewerbung nicht gegen den Rauswurf meiner Person aufgerechnet wird.»
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Alle 79 Kommentare

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Mörgeli for President!
Wenn sich der Mörgelische Vorlesungsstil durchsetzt (1) braucht es keinen Numerus Clausus mehr, (2) können die Vorlesungssäle fremd-vermietet werden, (3) brauchen wir keine Deutschen Dozenten mehr... was wollen wir mehr?!?
Diskriminierend
Wieso sollte Mörgeli nicht ETH Rektor werden? Etwa weil er in der "falschen" Partei ist?
Eindeutig
Diese Aktion zeigt für mich eindeutig den fehlenden Respekt und die masslosse Überheblichkeit von Exponenten dieser Partei und ist eigentlich peinlich. Wird ihnen nicht gegeben was sie erwarten, so «täubele» Blocher und Mörgeli sie wie kleine Kinder und zeitigen pubertäre Reaktionen. Wer sich mit Kompetenz und Integrität einen Namen machen will tut solches nicht...aber Herr Mörgeli weiss womöglich nicht einmal wie man solche Fremdwörter schreibt. Wieso auch, das sind ja Wörter aus dem Ausland...;)