Singen (D)

29. März 2016 22:58; Akt: 29.03.2016 22:58 Print

Schweizer Raser halten deutsche Polizei auf Trab

Immer wieder trifft sich die deutsche und Schweizer Tuning-Szene in Singen und veranstaltet Wettrennen. Jetzt wurde das Treffen verboten. Die Schweizer kamen über Ostern trotzdem.

Die Autofans drehten im April 2015 Runden in einem Kreisel in der Nähe des Bauhaus-Areals in Singen.
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In der deutschen Stadt Singen nahe der Grenze zur Schweiz brodelt es schon länger. Regelmässig treffen sich Mitglieder der Tuning-Szene aus Deutschland und der Schweiz mit ihren Autos im Ort und bringen die Anwohner durch Rasereien und aufheulende Motoren um ihren Schlaf. Auch illegale Rennen auf der naheliegenden Autobahn werden immer wieder veranstaltet. Kontrollen und Strassensperren haben nichts gebracht, die Autofans kommen immer wieder.

Zu Ostern hat die Polizei nun hart durchgegriffen: Das Treffen der Szene auf öffentlichem und privaten Grund wurde untersagt. Dies, weil man über die Feiertage des vergangenen Jahres schlechte Erfahrungen gemacht hatte. Auch in diesem Jahr hatten die Tuningfans auf Social Media dazu aufgerufen, sich zum sogenannten Car-Freitag in Singen zu treffen.

Für zwei Schweizer war an der Grenze Schluss

Mit zahlreichen Kontrollen in und um die Stadt wollte die deutsche Polizei verhindern, dass sich diese Leute in Singen versammeln. Für die Schweizer Besucher hatten die Beamten einen ganz besonderen Empfang vorbereitet. Am Grenzübergang Bietingen richteten sie extra eine Kontrollstelle ein. Dort wurden insgesamt 40 Fahrzeuge überprüft und die Fahrer auf das Verbot des Treffens hingewiesen.

Der Grosseinsatz brachte Erfolg: Allein am Karfreitag konnte die Polizei dank stationären Radaranlagen und zweier ziviler Video-Überwachungsfahrzeuge insgesamt 29 Verstösse gegen die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten registrieren, teilte das Polizeipräsidium Konstanz mit. An der Grenze wurden zudem zwei Schweizer an der Einreise gehindert. «Ihre Autos waren derart getunt, dass die Verkehrssicherheit der beiden Autos nicht mehr gewährleistet war», so das Polizeipräsidium. Die Mängel rapportierten die Beamten auch den Schweizer Behörden.

25 Anzeigen und 15 Bussen

Trotz der Massnahmen konnten die Polizisten nicht ganz verhindern, dass sich am Freitag rund 150 bis 200 Zuschauer in Singen beim sogenannten Obi-Kreisel zusammenfanden, wo sich die Szene regelmässig trifft. Auf den umliegenden Parkplätzen seien zudem zahlreiche Autos der Tuning-Szene gesichtet worden. Mithilfe von Lautsprechern wurden die versammelten Menschen aufgefordert, sich vom Gebiet zu entfernen.

15 Personen hätten dieser Aufforderung keine Folge geleistet, schreibt die Polizei. Gegen sie wurde eine Busse verhängt. Ausserdem wurden 13 Personen wegen Hausfriedensbruchs angezeigt. Weil sie ihre Motoren zu laut hatten aufheulen und ihre Reifen quietschen lassen, wurden 11 weitere Personen wegen übermässiger Lärmbelästigung angezeigt. Ein deutscher Fahrer erhielt schliesslich eine Anzeige, weil er das Heck seines Autos in einem Kreisel hatte driften lassen wollen.

(vro)