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Mühlen der Bürokratie
18. September 2012 07:40; Akt: 18.09.2012 12:34 Print
Zuppigers Nachfolger muss bis Winter warten
von Lukas Mäder - Der SVP fehlt nebst Nathalie Rickli die gesamte Herbstsession ein weiterer Nationalrat. Zuppiger-Nachfolger Gregor Rutz kann erst Ende November vereidigt werden.

Das lange Warten auf den Nachfolger von Bruno Zuppiger (r.): Gregor Rutz wird voraussichtlich erst Ende November als neuer SVP-Nationalrat vereidigt. (Bild: Keystone)
Die Mühlen der Zürcher Kantonsverwaltung mahlen langsam. Nachdem SVP-Nationalrat Bruno Zuppiger
Bruno
Zuppiger
SVP, ZH
NationalratVerbunden mit
PGMM Schweiz AG, Winterthur
weitere Verbindungen anzeigen am Montag, 10. September seinen Rücktritt erklärt hat, dauern die bürokratischen Arbeiten noch an, um den ersten SVP-Ersatzmann Gregor Rutz für gewählt zu erklären. Dies muss die Kantonsregierung tun, bevor der neue Nationalrat im Bundeshaus vereidigt werden kann. Wie die Zürcher Regierungssprecherin Susanne Sorg-Keller auf Anfrage sagt, rechnet der Kanton nicht mehr damit, dass dies noch in der Herbstsession geschieht. Der Zürcher Regierungsrat könne die nötige Bestätigung nicht mehr bis Ende nächster Woche nach Bern schicken. Rutz wird damit voraussichtlich erst am
Grund dafür sind Abklärungen des Kantons Zürich, die dieser – gelinde gesagt – gemächlich angeht. Wie Sorg-Keller sagt, hat die kantonale Verwaltung zuerst auf die offizielle Bestätigung von Zuppigers Rücktritt – inklusive Rücktrittsdatum – der Parlamentsdienste aus Bern gewartet. Nachdem diese letzte Woche bei der Staatskanzlei eingetroffen sei, hat sie inzwischen die zuständige Justizdirektion erreicht. Laut Sorg-Keller wird die Justizdirektion nun als nächsten Schritt Rutz als ersten Ersatzmann der SVP-Liste schriftlich anfragen, ob er die Wahl annimmt. Das Schreiben ist noch nicht raus.
Beharren auf formeller Unterschrift
Dass der Kanton abklärt, ob der Ersatzmann das Amt tatsächlich annimmt, ist laut Parlamentsdienste üblich. Denn das Parlament will keine Vereidigung ansetzen für einen Kandidaten, der das Amt dann doch ablehnt und dem Anlass fernbleibt. Im Kanton Zürich sei eine Bestätigung mit der formellen Unterschrift des Ersatzmannes nötig, sagt Sorg-Keller – obwohl sich weder auf Kantons- noch auf Bundesebene eine solche Vorschrift findet. Wie die Abklärung geschieht, ist nicht geregelt. In der Verordnung der Bundesversammlung heisst es einzig, dass «die Kantonsregierung den ersten Ersatzmann von der gleichen Liste als gewählt» erklärt. Will dieser das Amt nicht antreten, rücke der Nachfolgende an seine Stelle.
Selbst wenn der Briefwechsel mit Rutz in den nächsten Tagen nun zügig vonstatten gehen sollte, reicht die Zeit nicht mehr. Da der Zürcher Regierungsrat nur jeweils mittwochs tagt, erreicht dessen Bestätigung die Parlamentsdienste frühestens Ende nächster Woche – rechtzeitig auf den Abschluss der laufenden Session.
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Alle 24 Kommentare

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Wieviel Geld ist wohl geflossen?
Da dürften unter der Hand noch einige "Ameisli" seinen Eigentümer gewechselt haben...
Von Kanton zu Kanton verschieden
So ist halt der schweiz. Föderalismus. Da hat eben jeder Kanton seine eigenen eingefleischten bürokratischen Usanzen. Alles wird schriftlich dokumentiert um seine Ordnung zu haben. Auch wenn Rutz noch ein bisschen länger in den Startpflöcken scharren muss, geht deswegen weder die Eidgenossenschaft noch die SVP unter. Die SVP ist übrigens selber schuld, denn sie hat den Fall Zuppiger produziert, indem sie ihn zum BR-Kandidaten machte und dann von der Weltwoche abschiessen liess.
@ P. Buchegger
Es geht hier nicht um den BR, sondern um einen Rücktritt aus dem Nationalrat.
@J. M.:Das eine ist die Folge des andern
Nur weil Zuppiger BR-Kandidat war und dann von der "Weltwoche" abgeschossen wurde, ist der Fall Zuppiger überhaupt publik geworden und er musste/wollte aus dem NR austreten. Denn er war für die SVP zur Belastung geworden, wie dies der Präsident der Zürcher SVP, Alfred Heer, selber zugab.
SVP der Grund?
Nein, würde dies einen Politiker einer anderen Partei betreffen und der Kanton ZH würde sich nicht an den gesetzlich/juristisch vorgegebenen Weg halten, würde genau die SVP am lautesten aufheulen! Jetzt hat die SVP den Schlammassel, weil sie sich als Partei sowie ihre Politiker mit menschlichen Problemen nicht im Grifff haben. Aber wie schön ist es doch, dass es auch bei dieser ach so "perfekten" Partei immer mehr mönscheled.
@ Kurligunde
Sie halten sich an das gesetzliche Vorgehen, nur wie Artikel so schön formuliert wurde: "mit gelinde gesagt gemächlichem Tempo". Würde der Nachfolgende aus einer anderen Partei kommen - ich bin mir sicher, das Tempo könnte ziemlich zackig gesteigert werden.