Terror-Finanzierung

27. November 2017 12:52; Akt: 27.11.2017 13:24 Print

Waadtländer Familie soll IS unterstützt haben

Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen zwei Schwestern und einen Mann aus der Westschweiz. Sie werden verdächtigt, den Islamischen Staat finanziell unterstützt zu haben.

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Gegen die drei Beschuldigten hat die Bundesanwaltschaft im März 2017 ein Strafverfahren eröffnet. (Bild: Keystone/Lukas Lehmann)

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Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen drei Personen aus dem Kanton Waadt, die im Verdacht stehen, die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) mit Geldern unterstützt und damit sowohl gegen das Strafgesetz als auch gegen das sogenannte Al-Qaida-Gesetz verstossen zu haben. Es handelt sich um zwei Schwestern sowie um den ehemaligen Lebenspartner der einen Frau, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet.

Eine der Schwestern soll nach Syrien gereist sein und dort einem Mittelsmann 6400 Dollar übergeben haben, der Kontakt zum Finanzchef des IS hatte. Ihre Schwester soll 630 Dollar an die Terrororganisation gezahlt haben. Bereits im März 2017 eröffnete die Bundesanwaltschaft ein Strafverfahren.

Strafverfahren gegen ganze Familie

Neben den drei Beschuldigten ermittelt die Jugendanwaltschaft des Kantons Waadt zudem bereits seit Februar 2016 gegen den minderjährigen Sohn der einen Frau. Dieser wollte sich dem IS anschliessen und hatte deshalb Kontakt zu zwei Männern aus der Westschweiz, die nach Syrien gereist und bei ihrer Rückkehr in die Schweiz verhaftet worden waren.

Wie die Zeitung weiter schreibt, führt die Bundesanwaltschaft derzeit rund 60 Strafverfahren mit einem Bezug zum jihadistisch motivierten Terrorismus. Der vorliegende Fall sei nicht nur bemerkenswert, weil die Ermittler selten Hinweise auf Geldüberweisungen an den IS finden würden, sondern auch, weil gegen eine ganze Familie ermittelt werde.

(sul)