Burkhalter-Nachfolge

11. September 2017 16:59; Akt: 12.09.2017 07:44 Print

Bauernlobby prüft FDP-Kandidaten

Die Anhörungen von Moret, Cassis und Maudet haben vor dem Bauernverband begonnen. Dessen Präsident will sich nicht in die Karten blicken lassen.

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Die drei Kandidaten für den frei werdenden FDP-Bundesratssitz: Der Genfer Staatsrat Pierre Maudet (l.), die Waadtländer Nationalrätin Isabelle Moret und der Tessiner Nationalrat und FDP-Fraktionspräsident Ignazio Cassis in Neuchatel. (2. September 2017) (Bild: Keystone/Valentin Flauraud)

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Gut eine Woche vor der Bundesratswahl hat für die drei Kandidierenden der FDP die heisse Phase begonnen: Am Montag sprachen Moret, Cassis und Maudet bei den Bauern vor. In den kommenden Tagen stehen weitere verschiedene Hearings mit Parteifraktionen und Verbänden an.

Die drei Kandidierenden seien kompetent, offen und ehrlich aufgetreten, sagte Bauernverbandspräsident Markus Ritter auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Laut dem St. Galler CVP-Nationalrat haben alle ihre Pläne für die künftige Landwirtschaftspolitik transparent dargelegt.

Keine Wahlempfehlung

Beim je 25 Minuten dauernden Hearing der Konferenz der bäuerlichen Parlamentarier, der rund dreissig National- und Ständeräte angehören, waren rund zwanzig Politiker anwesend, wie Ritter weiter sagte. In die Karten schauen lassen wollte er sich aber nicht. «Wir geben keine Wahlempfehlung ab.» Jeder Parlamentarier müsse den Entscheid für sich treffen.

Er selbst habe bereits eine Präferenz, die er aber für sich behalten werde, sagte Ritter. «Ich muss mit jedem auskommen, falls er oder sie gewählt wird.»

Zurückhaltung vor dem Wahltag

Ob bei der Bauernlobby die Waadtländerin Isabelle Moret, der Tessiner Ignazio Cassis oder der Genfer Pierre Maudet am meisten Kredit hat, dürfte sich also erst am Wahltag zeigen. In den Medien äusserten sich in den vergangenen Wochen verschiedene Bauernvertreter eher kritisch zu Cassis und eher freundlich zu Moret. Über die agrarpolitischen Auffassungen von Maudet ist indes wenig bekannt.

Ob auch weitere Verbände zu offiziellen Hearings laden, ist derzeit unklar. FDP-Generalsekretär Samuel Lanz hat keinen Überblick über anstehende Treffen und Veranstaltungen der drei Kandidierenden. «Wir bieten unsere Hilfe an, wenn sie gewünscht wird», sagte er. Verantwortlich für die Organisation seien aber Moret, Cassis und Maudet selbst.

Kein Hearing bei Travail.Suisse

Anfragen beim Arbeitgeberverband, Gewerbeverband, Gewerkschaftsbund, bei Economiesuisse, SwissMEM nach geplanten Treffen mit den drei FDP-Kandidierenden blieben am Montag unbeantwortet.

Die Gewerkschaft Travail.Suisse lädt die Kandidierenden nicht zu einem Hearing ein, aber steht mit den drei Politikern in Kontakt. «Wir befragen sie zu ausgewählten Themen – aktuell zum Thema Vaterschaftsurlaub, und wie sie dazu stehen», sagte Sprecherin Linda Rosenkranz der sda. Solche Recherchen würden aber nur intern verwendet. «Wir betreiben damit kein eigentliches 'Rats-Lobbying'.»

Erste Parteihearings am Dienstag

Wichtige Termine für die drei Regierungsanwärter stehen unter der Bundeshauskuppel noch an. SVP, CVP und Grüne haben sie für Dienstag zu Anhörungen aufgeboten. Die Hearings in den übrigen Fraktionen finden eine Woche später statt.

Auch wenn die Meinungen danach gemacht sein sollten und niemand einen Coup plant: Eifrig diskutieren werden Politikerinnen und Politiker noch in der Nacht vor der Wahl. Das Spektakel im Hotel Bellevue gehört inzwischen zur Tradition.

Vermutlich mehrere Wahlgänge

Die Vereinigte Bundesversammlung entscheidet am 20. September, wer die Nachfolge des scheidenden Bundesrats Didier Burkhalter antritt. Bei drei Kandidierenden sind mehrere Wahlgänge zu erwarten.

Ab dem dritten Wahlgang können nur noch jene gewählt werden, die in den ersten beiden Runden Stimmen erhalten haben. Erreicht niemand mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen, scheidet die Person mit der geringsten Stimmenzahl vor dem nächsten Wahlgang aus. Das wird wiederholt, bis eine Person das absolute Mehr erreicht.

(chi/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Asterix am 11.09.2017 19:06 Report Diesen Beitrag melden

    Es stellt sich die Frage

    WAS haben diese unseligen Lobbyisten bei der Wahl des BR zu bestimmen? Was geht da in Bern eigentlich ab? Es wird Zeit, dass diesem Treiben der Riegel vorgeschoben wird. Verbände haben sich gefälligst da raus zu halten!

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  • Üschu am 11.09.2017 18:16 Report Diesen Beitrag melden

    Ich wünsche mir...

    einen waschechten Robin Hood der die Miseren der Politik wieder ins Lot bringt! Ein Held für die Zukunft! .... darf ich nun weiter träumen ??? ;)

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  • Chrigi am 11.09.2017 17:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bundesrat anforderungen

    Wieso Bundesräte? Regieren tun die Beamten und andere im Hintergrund. Darum muss er pflegeleicht sein, sonst wird er nicht alt. Es gibt ganze Heerscharen die am Ast sägen wenn er nicht spurt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ein Schweizer am 14.09.2017 07:33 Report Diesen Beitrag melden

    Lobby-Regierung in Bern?

    Was hat die Bauernlobby da mitzureden? Bestimmen dies normalerweise nicht die Fraktionen der grossen Parteien?

  • Realist am 13.09.2017 10:28 Report Diesen Beitrag melden

    Cassis darf nur keine Leuthard-Mnie

    annehmen, und seine eigene Meinung respektvoll gegenüber dem CH-Volk vertreten - nur so kommt er beim Volk gut an.

  • Doc Cottle am 12.09.2017 18:07 Report Diesen Beitrag melden

    verständlich

    Ich verstehe jeder der in Deutschland einkaufen geht bei den stagnierten Löhnen und immer teurer werdenden Lebensmittel, Haushaltsartikel, Pharmaprodukte etc. Das Gemüse ist genauso frisch und halb so teuer. Der Wein ist genauso gut und um die Hälfte billiger. Haushaltsartikel machen z.T. nur einen Drittel aus und von den Pharmaprodukten ganz zu schweigen.

    • Sorgen Vater am 12.09.2017 23:57 Report Diesen Beitrag melden

      Dank Fehlbarer Führung@ Doc Cottle

      Wir eine 5 Köpfige Familie , sparen so 5500 FR , wenn wir alles in D einkaufen , da sind Fahrspesen abgezogen , so können wir uns noch Ferien leisten , ansonsten käme keine Stimmung mehr auf

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  • Schweizer Auslandeinkäufer am 12.09.2017 14:31 Report Diesen Beitrag melden

    Landwirtschaft und Armee zu teuer

    Hoffentlich wird derjenige gewählt, der den Bauern am wenigsten passt. Diese Bauernabzocker mit den Milliardensubventionen nerven mich schon lange. Ich mache meinen Job nicht, um Bauern zu subventionieren sondern um MEINEN Lebensunterhalt zu verdienen. Und bei den Subventionen und trotzdem unverschämten Preisen kaufe ich das meiste im Ausland ein. Irgendwie muss ich ja die vie Steuern bezahlten Subventionsunkosten wieder einsparen, sonst geht's mir und meiner Familie an die Existenz. Und für die Armee werden auch nochmals Milliarden verbrannt.

    • Schufter Familienvater am 13.09.2017 00:06 Report Diesen Beitrag melden

      Nur noch im Ausland @Schweizer Auslander

      2 Quad 3 Traktoren , damit die F Säcke nicht umhängen müssen Benzin Diesel Steuergeschenke Gejammer . Unterschied zwischen einem Arzt und einem Bauern ? Der Arzt geht mit dem Mercedes in die Waschanlage "" Bauer hat eine eigene Waschanlage für seinen SUB Merz

    • Auch noch stolz? am 13.09.2017 11:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Schweizer Auslandeinkäufer

      Dann sind sie ja auch für "so billig" wie möglich. Denken sie beim nächsten Fleischeinkauf daran, natürlich nur wenn sie das mal in der Schweiz tun, billiges Fleisch stammt aus Massentierhaltung und genau diese Betreiber sacken horrende Subventionen ein....

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  • Jo Blocher am 12.09.2017 10:37 Report Diesen Beitrag melden

    Sauhaefeli, Saudeckeli

    OK, Bauernlobby abgehakt. Wann kommt die Pharmalobby, oder ist als naechstes die Versicherungslobby oder gar die Bankenlobby dran. Nein nein, lobbyieren hat nichts mit Korruption zu tun....aber doch nicht in der Schweiz. Da heisst es"Sauhaefeli, Saudeckeli"