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03. Juni 2010 13:47; Akt: 04.06.2010 08:56 Print

Das sind die neuen S-Bahn-Doppelstöcker

von Adrian Müller - 1700 Plätze und viel mehr Stauraum: Heute wurden die neuen Doppelstöcker von Stadlerrail erstmals der Öffentlichkeit vorgeführt.

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In dieser Kiste versteckte sich die neue Zürcher S-Bahn... ...die am 3. Juni 2010 im Hauptbahnhof der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Der erste Doppelstockzug aus Schweizer Produktion: Dosto von Stadler Rail in Bussnang TG. Der Dosto wird ab 2011 auf dem Netz der Zürcher S-Bahn fahren. Stadler-CEO Peter Spuhler übergibt SBB-Chef Andreas Meyer den Schlüssel für den neuen Zug. Abfallkübel finden sich in der 2. Klasse der SBB-Version nur im Eingangsbereich. Pro Zug gibt es zwei Multifunktionsbereiche mit Abstellmöglichkeiten für Kinderwagen und Fahrräder. In der ersten Klasse gibt es neu Armlehnen. Insgesamt bietet der neue Dosto deutlich mehr Stauraum. Auch in der ersten Klasse. Passagiere sind von den neuen Sitzen entzückt: "Sie sind viel weicher als die jetzigen", meint ein Herr. Die Züge sind bedeutend länger als die Vorgänger-Modelle. Deshalb braucht es nicht so viele Führerstände. Das schafft Platz für weitere Sitzplätze. Die sechsteiligen Züge für die S-Bahn-Zürich sind 150 Meter lang und bieten 1694 Reisenden Platz, davon 1168 Stehplätze. Die SBB geben für die neuen Züge 1,380 Milliarden Franken aus. Überführung in einer Nacht- und Nebelaktion: Für die Präsentation der neuen S-Bahn-Züge wurden diese in der Nacht auf den 3. Juni 2010 bereitgestellt. Die Dosto sind noch nicht für den Verkehr zugelassen. Deshalb mussten sie von einer Lok gezogen werden. Das stille Örtchen. Die neuen Züge von Stadler Rail verkehren ab 2012 auch auf dem Berner S-Bahn-Netz der BLS. Hat wieder gut lachen: Im Wettbewerb für die neuen SBB-Fernverkehrszüge musste sich Stadler-Chef Peter Spuhler geschlagen geben, nun liefert er den ersten Regio-Doppelstöcker aus. Bereits ein Verkaufsschlager sind die "Flirt"-Regionalzüge von Stadler Rail. Seit 2004 hat Spuhler 579 Stück verkauft.

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Historischer Moment in der Schweizer Bahngeschichte: Stadlerrail-Chef Peter Spuhler und SBB-Boss Andreas Meyer haben heute kurz nach 14 Uhr in Zürich den ersten Doppelstockzug aus Schweizer Produktion vom Typ «Dosto» erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die S-Bahn-Züge der dritten Generation verkehren ab 2011 auf dem Netz des ZVV. Millionen Pendler werden mit den Doppelstockzügen der dritten Generation zur Arbeit fahren. Und zwar auch im Kanton Bern: Die BLS hat für die Berner-S-Bahn 28 Doppelstockkompositionen geordert, welche ab 2012 etwa auf der Linie Thun-Freiburg verkehren. Die SBB haben bei Stadler Rail für 1,380 Milliarden Franken insgesamt 74 Doppelstock-Triebzüge bestellt, davon 24 Regioexpress-Modelle.

Interview mit Stadler-CEO Peter Spuhler:

Das sind die wichtigsten Merkmale des Stadler Dosto für die Zürcher S-Bahn:

Platzangebot
Die sechsteiligen Züge von Stadler Rail sind je 150 Meter lang (50 Meter länger als die Vorgänger) und bieten 1694 Reisenden Platz, davon 1168 Stehplätze (4 Personen pro Quadratmeter). Die 526 Sitzplätze verteilen sich auf 112 Sitzplätze in der ersten Klasse und 414 Sitzplätze in der zweiten Klasse. Gegenüber dem vierteiligen Vorgängermodell von Siemens haben die Stadler-Züge mehr Stehplätze, da unter anderem wegen der längeren Züge anteilsmässig weniger Führerstände mitfahren. Die Innenkabine ist zudem 15 Zentimeter breiter als beim Vorgänger.

WLAN
Im Gegensatz zu den neuen Fernverkehrszügen verfügen die Stadler-Doppelstöcker über kein WLAN. Einerseits aus Kostengründen, anderseits weil es auf Kurzstrecken nicht rentiet.

Veloabteile
Pro Zug gibt es zwei Multifunktionsbereiche mit Abstellmöglichkeiten für Kinderwagen und Fahrräder. Sämtliche Wagen haben Niederflur-Einstiege.

Abfallkübel
In der 2. Klasse verschwinden die Abfallbehälter bei den Sitzgruppen. Müll kann nur noch beim Eingangsbereich entsorgt werden. Diese Massnahme soll das Littering-Problem bekämpfen.

Einsatzgebiet
Die Züge verkehren auf dem gesamten ZVV-Netz. Die Regioexpress-Züge fahren auf den Strecken Zürich-Schaffhausen, Bern-Biel, Bern-Olten, Basel-Frick-Zürich und Genf-Lausanne. In der Region Bern fahren die BLS-Dostos auf den Strecken Fribourg–Bern–Thun, Biel–Bern–Belp und Schwarzenburg–Bern.

Höchstgeschwindigkeit
Die Stadler-Dosto fahren mit maximal 160 km/h. Sie sind damit 20 km/h schneller als das Vorgängermodell von Siemens.

Kompatibilität
Die neuen Züge können auch in Mischtraktion geführt werden. Das heisst, Doppelstock-Kompositionen der verschiedenen Generationen können aneinandergekoppelt verkehren.

Was halten Sie vom neuen Stadler-Doppelstöcker? Schreiben Sie Ihre Meinung ins Talkback.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stephan Oberholzer am 03.06.2010 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    Littering?

    Mmh, gibts nicht gerade durch das entfernen der Abfallkübel, bei den Sitzgruppen nun vermehrt Littering-Probleme? Ich meine viele werden ihren Abfall dann nicht mehr mitnehmen, sondern einfach auf den Sitzen liegenlassen. Vielleicht könnte man ja generell überall in der Stadt die Abfalleimer entfernen, dann würden die Bürger ihren Abfall immer schön nach Hause mitnehmen und nur noch dort entsorgen (Achtung: Ironie).

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  • Ja Ja am 04.06.2010 23:13 Report Diesen Beitrag melden

    Back to the Roots

    Die Züge der neuen Generation sind mir sowieso suspekt. Alles sind sie nach dem gleichen Muster gebaut oder kann mir jemand einen grossen optischen Unterschied erläutern. Ich frage mich, warum nicht wieder alte Wägen in Einsatz kommen. Gerade an warmen Tagen ist man ab und an froh, frische, ungefilterte Luft einatmen zu können. Die Sitze überzeugen ebenfalls mit mehr komfort und vor allem wäre dann ein Geldproblem weniger bei den Bundesbahnen.

  • momo am 04.06.2010 09:17 Report Diesen Beitrag melden

    Littering

    ich frage mich, ob alle die sich hier so aufregen, weil sie ihren Müll bis zum Abfalleimer tragen müssen, ihren Abfall bei sich zuhause auch einfach neben das Sofa schmeissen nur weil sie zu faul sind in die Küche zum Mülleimer zu laufen....

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dominik Müller am 05.06.2010 00:12 Report Diesen Beitrag melden

    Zugfahrt oder Picknick ?

    Also sorry, man steigt doch in eine S-Bahn ein, fährt ein Stück (durchschnittlich weniger als eine halbe Stunde) und steigt wieder aus... Was müssen eigentlich alle Leute soviel im Zug fressen und trinken dass soviel Abfall entsteht? Und eine leere Petflasche oder irgendeine sonstige Packung lässt sich problemlos draussen am Bahnhof entsorgen. Hier geht es nicht um ein Problem, sondern um die Faulheit der Leute und dass heute sowieso immer irgendetwas nicht in Ordnung sein muss. Es passt euch nicht? Also kauft euch ein Auto.

    • Gauthier Irgendwo am 05.06.2010 13:13 Report Diesen Beitrag melden

      Gratuliere

      Gratuliere,sie haben mit ihrem Kommentar ein wirklich lästiges Problem angesprochen weiter so

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  • asdf am 04.06.2010 23:24 Report Diesen Beitrag melden

    hauptsache

    es gibt noch diese tischchen, darauf kann man nämlich auch ganz gut abfall deponieren bzw. liegen lassen, kümmert sich schon noch jemand darum ,das ist garantiert.

  • Ja Ja am 04.06.2010 23:13 Report Diesen Beitrag melden

    Back to the Roots

    Die Züge der neuen Generation sind mir sowieso suspekt. Alles sind sie nach dem gleichen Muster gebaut oder kann mir jemand einen grossen optischen Unterschied erläutern. Ich frage mich, warum nicht wieder alte Wägen in Einsatz kommen. Gerade an warmen Tagen ist man ab und an froh, frische, ungefilterte Luft einatmen zu können. Die Sitze überzeugen ebenfalls mit mehr komfort und vor allem wäre dann ein Geldproblem weniger bei den Bundesbahnen.

  • Hans Meier am 04.06.2010 18:16 Report Diesen Beitrag melden

    Echte Probleme

    Uns geht es einfach zu gut, so gut dass man über die fehlenden Kübel wettern kann. Was die Erziehung verpasst hat, können auch ein paar zusätzliche Kübel nicht lösen. Ich finde es toll, dass die SBB/ZVV in so modernes Rollmaterial investiert. Aber eben, allen kann man es nie recht machen!

  • Heinz Spörri am 04.06.2010 14:53 Report Diesen Beitrag melden

    Immer noch zu wenig leere Stellflächen

    Seit Niederflurtechnik nimmt die Zahl an Kinderwagen im ÖV immer mehr zu. Keine zusammenklappbaren, sondern breiten Eingangstüren sei Dank, in der Grösse eines Smarts. Kinder reisen bekanntlich gratis, das Kindersitzli für's Auto gibt es nicht umsonnst. Papi mit dem Auto zur Arbeit, Mami mit dem Zug.... kein Platz mehr für Behinderte und Rollstühle, für die war ja mal Niederflur gedacht.