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Libyen
05. März 2011 23:30; Akt: 21.03.2011 17:00 Print
Bund sperrt Grenzen für den Gaddafi-Clan
Bundesrätin Micheline Calmy-Rey will das Gaddafi-Regime vor den Richter bringen. Vorerst hat die Schweiz für die Mitglieder des Gaddafi-Clans eine Einreisesperre verhängt.
Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey fordert die Schweizer Justiz dazu auf, die Verantwortlichen für die Entführung von Max Göldi und Rachid Hamdani zur Rechenschaft zu ziehen.
Bildstrecken Muammar al-Gaddafi Infografik Der Gaddafi-ClanDie arabische Welt im UmbruchTimeline: Die Affäre Gaddafi«Ich könnte mir vorstellen, dass man in der Schweiz eine Strafuntersuchung einleitet, um die Umstände der Entführung von Max Göldi und Rachid Hamdani im Herbst 2009 zu untersuchen und die Schuldigen vor den Richter zu bringen», sagte die Bundespräsidentin im Interview mit der «NZZ am Sonntag».
Calmy-Rey: «Zeit, zurückzuschlagen»
Fast zwei Jahre lang hat das Gaddafi-Regime zwei Schweizer als Geiseln gehalten, einen Bundesrat gedemütigt und den Schweizer Staat erpresst. Jetzt, da das Regime wankt, sei es an der Zeit, zurückzuschlagen, sagt Micheline Calmy-Rey im Interview. Sie regt an, dass Schweizer Staatsanwälte eine Strafuntersuchung einleiten, um «die Schuldigen vor den Richter zu bringen.»
Was auf den ersten Blick illusorisch scheinen mag, hat juristisch Hand und Fuss. Laut «NZZ am Sonntag» hat die Schweiz eine rechtliche Handhabe, um gegen die libyschen Schergen vorzugehen – vielleicht sogar gegen Revolutionsführer Muammar Gaddafi persönlich.
Im Fall der Zahlung von 1,5 Millionen Franken an Hannibal Gaddafi wegen der illegalen Publikation der Polizeifotos erklärte Calmy-Rey in einem Interview mit der Zeitung «Der Sonntag», nach ihrer letzten Information sei das Geld «nicht angerührt worden». Es sei auf ein Sperrkonto in Deutschland bezahlt worden. Diese Regelung war eine Bedingung für die Freilassung von Max Göldi.
Einreisesperren übernommen
Vizekanzler und Bundesratssprecher André Simonazzi bestätigte gegenüber der «SonntagsZeitung»: «Die Einreisesperre ist in Kraft. Sie gilt seit einigen Tagen.» Formell setzte der Bundesrat das Einreiseverbot am Freitag in Kraft, als er beschloss, die UNO-Sanktionen gegen Libyen zu übernehmen.
Die EU erliess Anfang Woche ein Visaverbot für die Gaddafi-Familie. Als Schengen-Mitglied hat die Schweiz das Verbot automatisch übernommen. Betroffen sind die 16 auf der UNO-Sanktionsliste aufgeführten Personen, darunter Muammar al-Gaddafi, seine Familie sowie Regierungsmitglieder und Funktionäre der Sicherheitskräfte.
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