Atomausstieg

31. März 2011 14:48; Akt: 31.03.2011 15:21 Print

In 15 Jahren vom AKW zur grünen WieseIn 15 Jahren vom AKW zur grünen Wiese

von L. Mäder - Die potenzielle Gefährdung durch ein AKW geht ab dem Moment der Abschaltung zurück. Aber erst 12 bis 15 Jahre danach könnte der Standort wieder grüne Wiese sein.

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Der sofortige Rückbau eines Kernkraftwerkes dauert nach der Abschaltung höchstens 15 Jahre. Aufnahme des AKW Beznau. (Bild: Keystone)

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An der Forderung des rot-grünen Lagers, die bestehenden Kernkraftwerke bis 2025 stillzulegen, wird bürgerliche Kritik laut. Es gebe keinen Grund für einen vorzeitigen Atomausstieg, sagt FDP-Nationalrat Filippo Leutenegger, der in der Partei für Umwelt- und Energiethemen zuständig ist. Gegenüber «Blick am Abend» präzisiert er: «Ein AKW, das abgestellt wird, bleibt ein AKW. Es muss auch weiterhin gekühlt werden.» Deshalb müsse man sich vielmehr darüber Gedanken machen, wie man den Strombedarf decke, wenn keine neuen AKW mehr gebaut würden.

Diese Darstellung relativiert Horst-Michael Prasser, ETH-Professor für Kernenergie und bekennender Befürworter dieser Form der Energiegewinnung. Ab dem Zeitpunkt der Abschaltung geht auch bei den frischesten Brennelementen die Restwärme zurück. So habe die Kühlung der Reaktoren von Fukushima selbst in der kurzen Zeit zwischen der Notabschaltung aufgrund des Erdbebens bis zum Ausfall des Kühlsystems, vermutlich aufgrund des Tsunamis, die Restwärme der Brennstäbe deutlich reduziert. Diese Einschätzung teilt auch der frühere Atomexperte von Greenpeace, Leo Scherer: «Die Nachzerfallswärme reduziert sich stetig.»

Aktive Kühlung im Abklingbecken

Bei der geordneten Abschaltung eines AKW - wie das auch beim Ausstieg aus der Atomenergie der Fall wäre - gilt dieser Sachverhalt ebenfalls. Bei der Ausserbetriebnahme eines Kernkraftwerks werden laut Scherer die Brennelemente zwei bis drei Jahre zuvor so dosiert, dass schliesslich der Kern vollständig abgebrannt ist. Danach wird der Reaktor entladen, das heisst, die Brennelemente werden in ein Abklingbecken umgeladen, wie Prasser sagt. Dieses braucht weiterhin eine aktive Kühlung, wie auch der Unfall in Fukushima gezeigt hat. Dort begann wegen fehlender Kühlung das Wasser zu verdunsten, was zu Bränden und einem unkontrollierten Austritt von Radioaktivität hätte führen können.

Doch die abzuführende Energie ist beim Abklingbecken deutlich kleiner als beim laufenden Reaktor, wie Scherer sagt. Mit dem Abbruch des Kühlturms könnte beispielsweise bereits begonnen werden. Die Brennstäbe müssen laut Prasser während etwa drei Jahren im Wasserbecken abklingen. Die Schweizer AKW-Betreiber rechnen mit vier bis fünf Jahren, bevor die Brennstäbe in die sogenannten Castor-Behälter umgeladen werden können. Diese führen die verbliebene Restwärme über Rippen ab und benötigen keine aktive Kühlung mehr.

Sicherer Einschluss versus sofortiger Rückbau

Ohne Brennstäbe reduziert sich das Gefährdungspotenzial eines Kernkraftwerks erheblich, wie Prasser sagt. «Der aktivierte Beton oder Stahl der Kraftwerksbauten kann sich nicht aufheizen oder gar schmelzen.» Trotzdem ist die Radioaktivität im Reaktor weiterhin enorm hoch. Deshalb wird bei der Stilllegung teilweise die Variante des sicheren Einschlusses gewählt, bei dem die radioaktiven Teile des AKW zum Abklingen während mehreren Jahrzehnten versiegelt werden. Der eigentliche Rückbau der Anlage wird dadurch einfacher.

Meist verschwindet ein AKW nach der Abschaltung aber schneller. Denn meist wählen die Betreiber den sofortigen Rückbau, wie Prasser sagt. Das vorhandene Betriebspersonal, das die Anlage kennt, kann dabei für den Rückbau eingesetzt werden, was von Vorteil ist. In der Schweiz ist die Variante der Stilllegung nicht gesetzlich vorgeschrieben. Die derzeitige Planung der Betreiber sieht einen sofortigen Rückbau vor, der 12 bis 15 Jahre nach der Abschaltung abgeschlossen wäre. Laut Scherer ist der sofortige Rückbau zur grünen Wiese aber nur die Hauptvariante der Planung. Wie der Ablauf definitiv aussieht, müssen die Betreiber erst zu einem späteren Zeitpunkt festlegen. Dafür reichen sie ein Stilllegungsgesuch ein, das vom Bund bewilligt werden muss.

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  • lukas am 07.04.2011 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    An alle AKW Befürworter

    Die sich das Argument der Klimaneutralität auf die Fahnen schreiben. Bitte informiert euch mal woher das Uran kommt (Umweltzerstörung beim Abbau), wie (Umstände für die Mitarbeitenden) und wo es aufbereitet wird und wie es dann zu uns kommt. Ha, bestimmt Klimaneutral! ;)

    • Domi am 07.04.2011 20:38 Report Diesen Beitrag melden

      Genau

      und dein Silizium wächst auf den Bäumen??

    einklappen einklappen
  • Karin Müller am 01.04.2011 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Unbegreiflich

    Weshalb beziehen zum Beispiel, SBB, EKZ Strom aus Fesselberg (FR) beziehungsweise sind mit fast 18 % beteiligt, wenn wir genug Energie aus erneuerbarer Energie in der CH herstellen könnten, lt. den Grünen und der SP?

    • Gusti am 01.04.2011 15:30 Report Diesen Beitrag melden

      Begreiflich

      Weil wir eben nicht genug Energie aus erneuerbaren Quellen erzeugen können.

    • Hans Muster am 01.04.2011 19:01 Report Diesen Beitrag melden

      Grün oh jedwedes!

      Fessenheim heisst das, aber grüne sind entschuldigt!

    einklappen einklappen
  • hans manser am 01.04.2011 11:58 Report Diesen Beitrag melden

    andere gefahren

    was soll das geschiss das x und y auch gefährlich sind? akws haben ein grosses Restrisiko ausserdem ist die Entsorgung nicht geklärt. und noch viel schlimmer,. es ist nicht klar wie eine alfällige entsorgungsstelle markiert werden soll damit sie auch noch in 2000+ jahren als gefahr erkannt wird.