Wallis

15. Januar 2016 21:48; Akt: 15.01.2016 21:48 Print

Vater tötet Tochter (7) – «das Spiel ging schief»

von Christian Humbert - Ein Mann, der seine siebenjährige Tochter umgebracht hat, stand am Donnerstag vor Gericht. Schuld seien Medikamente gewesen, sagte er.

storybild

Die Mutter des Mädchens, das von ihrem Vater getötet wurde, vor dem Gericht im Wallis am Donnerstag. (Bild: CHU)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Angeklagte M., ein ehemaliger Banker aus Founex, erklärte am Donnerstag vor Gericht, wieso er seine siebenjährige Tochter umgebracht hat. «Ich hatte verschiedene Medikamente geschluckt. Ich wollte meinem Leben ein Ende setzen. Meine Tochter war im Bett. Ich spielte ein Spiel mit ihr. Leider ging es schief. Ich war nicht in einem normalen Zustand.» Er sei verantwortlich dafür, was passiert sei – was die Anklage ihm vorwerfe, treffe allerdings nicht zu.

Ein Spiel, das mit Erwürgen zu tun hat?

Diese Verteidigungsrede trug er nüchtern vor, ohne Tränen oder Emotionen. Um weitere Untersuchungen über die Auswirkungen der Medikamente anzustellen, reichte sein Anwalt Beat Rieder am Donnerstag einen Antrag ein, die Verhandlung vorübergehend einzustellen.

Für ihn steht fest: M. wollte nicht töten. Die hohe Dosis an Tabletten habe ihn aggressiv gemacht. Die Staatsanwältin zeigte sich allerdings erstaunt: «Welche Siebenjährige will ein Spiel spielen, das mit Erwürgen zu tun hat?», fragte sie. Dies sei ihr ein Rätsel.

Staatsanwältin fordert 16 Jahre Gefängnis

Ganz im Gegensatz zu den Bildern des Opfers. Diese sprechen eine klare Sprache: Wunden am Hals, Blut auf den Laken – kein Zweifel für die Anklage: M. habe seine Tochter an einem Wochenende im Juni 2012 getötet, weil er sich an seiner Frau habe rächen wollen, die ihm eine Affäre gestanden hatte. Er habe sie leiden sehen wollen, das Motiv sei Rache gewesen. Die Staatsanwältin fordert 16 Jahre Gefängnis für M. Das Urteil steht noch aus.

Ehefrau erhofft sich eine Bestrafung für M.

Die Mutter des getöteten Mädchens fürchtete jedoch, dass der Prozess eingestellt werden könnte. «Ich warte seit zweieinhalb Jahren – so zu leben, ist hart. Ich fühle mich verantwortlich.» Offiziell ist sie noch immer die Ehefrau von M. Die Scheidung ist erst im April rechtskräftig.

Sie sei über die Gelassenheit ihres Mannes nicht erstaunt: «Er ist ein Narzisst und sehr hochmütig.» Seine Ausreden kenne sie bereits, jetzt erwarte sie eine Bestrafung.