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13. Juni 2011 19:43; Akt: 14.06.2011 09:30 Print

Pro-Infirmis-Spot mausert sich zum Youtube-Hit

von Annette Hirschberg - Es begann als Experiment – und endete als Überraschungs-Erfolg: Der Pro-Infirmis-Spot mit dem Plüschbär wurde bereits über 258'000 Mal angeklickt.

Der neue TV-Spot von Pro Infirmis.
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Er ist nicht witzig, er ist nicht spektakulär und trotzdem – oder gerade deshalb – mausert sich der Spot von Pro Infirmis zum Youtube-Hit: Über 250 000 Menschen haben sich die deutsche Version des Kurzfilms mit dem Plüschbären Fabian auf dem Video-Portal angeschaut. Innert einer Woche haben sich die Klicks verfünffacht. Der Erfolg hat selbst die Non-Profit-Organisation überrascht. «Das ist eine enorme Zahl für einen Film einer NGO», sagt Mark Zumbühl, Leiter Kommunikation bei Pro Infirmis.

Der emotionale Spot sollte die «Grenzen sprengen und Tabus brechen» für und über behinderte Menschen. Nun hat er auch die Grenzen der Schweiz gesprengt: «Nach den Kommentaren zu schliessen, hat sich der Spot irgendwie in ganz Europa und im nordamerikanischen Netz verbreitet», sagt Zumbühl. Und er hat dort offenbar voll ins Schwarze getroffen: Die Klicks der deutschen, französischen als auch die der englischen Version sind in den letzten Tagen förmlich explodiert. «Aus den Kommentaren konnte ich entnehmen», so Zumbühl, «dass viele Leute berührt sind und einige die Tränen verdrücken mussten.»

«Ich hatte die Augen voller Tränen»

Tatsächlich sind die Kommentare auf Youtube höchst emotional. So schreibt «912aba»: «Ich liebe einfach die Message dieses Spots. Er ist so stark und so wahr.» «Dieses super Video trifft den Nagel auf den Kopf: Mehr Nähe – weniger Vorurteile!», schreibt «crpdnow». Gepackt hat er auch Andriv aus Island: «Ich hatte die Augen voller Tränen!», schreibt er. Ähnliche Reaktionen gab es auch bereits in den Kommentaren von 20 Minuten Online nach der Spot-Premiere im März: «Ich finde diesen Spot einfach herzergreifend», schrieb damals beispielsweise Leser Daniel, «ich hab ihn mir jetzt bestimmt 10-mal angeschaut und bekomme immer noch eine Gänsehaut!»

Im Zentrum des Spots steht der 27-jährige Fabian. Mit acht Jahren hatte er mit seinen Eltern einen Autounfall, seither ist er stark behindert. Für den Spot liess er sich in ein Bärenkostüm stecken und stellte sich mit ausgebreiteten Armen auf einen Platz. Die Passanten warfen sich nach einigem Zögern dem Bären Fabian freudig an den Hals. Dass im Kostüm ein Mann mit Behinderung steckt, merkt niemand. Am Schluss zieht Fabian seine Maske aus und die Frage wird eingeblendet: «Müssen wir uns verkleiden, damit wir uns näher kommen?»

Der Kurzfilm ist für Pro Infirmis mehr ein Experiment als ein klassischer Werbespot gewesen, sagt Zumbühl. Entsprechend glücklich ist die NGO über den Erfolg: «Es ist nicht einfach in ein paar wenigen Sekunden eine komplexe Botschaft zu platzieren – hier funktioniert es offenbar.» Das Ziel des Spots war es «frontal und emotional Tabus zu zeigen und zum Nachdenken anzuregen», wie Zumbühl erklärt. Es scheint als ob die Idee angekommen ist. Die Klicks auf Youtube steigen jedenfalls stündlich weiter.

Was Fabian über seinen Auftritt denkt, sehen Sie im Making-of:

(Mitarbeit: amc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • storni am 14.06.2011 09:25 Report Diesen Beitrag melden

    stimmt das zielpublikum?

    was mich stört: es werden alle nach dem giesskannenprinzip verdächtigt, andere auszugrenzen. warum nicht gezielt an jene treten, die wirklich ausgrenzen? firmen, personalverantwortliche? dazu gehört auch, dass ein passfoto in der bewerbung als ausschlusskriterium gelten kann, nur weil jemand "anders" ausieht. (übrigens: auch ich wurde lange wg. körperlicher merkmale ausgegrenzt, obwohl ich "normal" bin).

  • mgig am 14.06.2011 10:07 Report Diesen Beitrag melden

    Super Spot

    Ein grosses Kompliment an die Pro Infirmis, ein absolut genialer und berührender Spot. Ich gehöre auch zu den Behinderten die täglich in unserer Gesellschaft ausgegrenzt werden. Immer wieder muss man gegen Vorurteile ankämpfen und sich rechtfertigen. Es ist traurig zu sehen wie im Moment die Schweizer Gesellschaft mit Behinderten umgeht. Ich hoffe nur der Spot kann den einen oder anderen Wachrütteln.

  • alejandro am 14.06.2011 21:32 Report Diesen Beitrag melden

    Ausgezeichnet

    Coole sache ich steh voll dahinter! einfach toller Spot. Bravo

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sebastian Müller am 09.12.2011 02:02 Report Diesen Beitrag melden

    Überwältigend!!!!!

    Habe diesen Spot vor ca. einer Std. via Facebook gepostet bekommen und bin absolut überwältigt . Aussagekräftiger, emotionaler und vorallem zum nachdenken anregender kann ein Spot echt nicht sein. Ich habe diesen Spot in der letzten Std. bestimmt 20-30 mal gesehen und habe mich entschlossen ihn um die Welt zu schicken. Ich werde ihn auf Facebook posten mit der Bitte sich diesen Spot einmal anzuschauen und zu teilen zu teilen zu teilen und nochmals zu teilen. Habe selbst schon viel mit behinderten Menschen zu tun gehabt aber dieser Spot öffnet einem echt noch mehr die Augen.Exellent und Hut.THX

  • Günny und Heidrun Steinhardt/Becher am 04.08.2011 09:46 Report Diesen Beitrag melden

    Für mehr Menschlichkeit auf Erden

    Dieser Spot hat uns ein Freund per Mailanhang gesendet.Da wir in Trebel von Zeit zu Zeit mit körperlich und geistigen behinderten Menschen arbeiten, kennen wir keine Berührungsängste mehr. Dieser Spot soll alle zum Nach.-und Umdenken anregen. Für mehr Menschlichkeit im Leben Günny und Heidrun aus Süderlügum Norddeutschland

  • Eva Meier am 15.06.2011 09:17 Report Diesen Beitrag melden

    Umarmung

    Leider war ich zu dieser zeit nicht in der Stadt: Aber auch in Uster (Std.Park kann es mal zu einer überaschter umarmung kommen Das kann nur als Posietive angenommen werden machT weiter so

  • Judit Büchli am 15.06.2011 08:01 Report Diesen Beitrag melden

    go for it

    einfach toll!!!

  • Diego U. am 15.06.2011 01:16 Report Diesen Beitrag melden

    Umarmung

    Ist es nicht so, dass es heute viel zu wenig Umarmungen gibt? Man geht an einen "Kuschelbär" - aber sonst. Wann hast DU das letzte Mal einen Freund umarmt?

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