Notvorrat anlegen?

13. April 2014 08:37; Akt: 14.04.2014 01:11 Print

«Idiotisch, sich über Vorschlag aufzuregen»

Armeechef André Blattmann rät der Schweizer Bevölkerung, Notvorräte anzulegen. Das sorgt für Kopfschütteln – und für Verständnis.

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Armeechef André Blattmann ist privat für den Notfall gerüstet. (Bild: Keystone)

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Im Interview mit der «Schweiz am Sonntag» äussert sich Armeechef André Blattmann zur veränderten Sicherheitslage in Europa infolge der Krim-Krise. Auf Risiken wie Cyber-Attacken oder Stromausfälle müsse auch die Schweiz reagieren können.

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Blattmann selbst hat deshalb Konsequenzen gezogen. Er selbst horte «30 oder 40 Sechserpackungen Mineralwasser ohne Kohlensäure» zuhause. Das entspricht rund 300 Litern Wasser.

«Es hilft, ein paar Tage zu überbrücken»

Darüber hinaus hat der Armeechef Holzvorräte und eine Wasserzisterne. «Für den täglichen Bedarf braucht jeder mindestens acht Liter Wasser. Um zu trinken, zu kochen, sich zu waschen», sagt er. Er selbst mache regelmässig Kontrollen, ob er genug Wasser für sich und seine Frau vorrätig habe.

Blattmann sagt im Interview: «Vielleicht müsste man den Leuten sagen: Es ist gut, wenn ihr ein paar Vorräte für den Notfall zu Hause habt. Auch Konservenbüchsen. Das hilft ein paar Tage zu überbrücken, bis der Courant normal wieder hergestellt ist.»

«Ein Vorrat ist sinnvoll»

Auf Twitter sorgte der Vorschlag von Blattmann für viel Spott. SP-Nationalrat Cédric Wermuth schrieb: «Jetzt ist der CdA übergeschnappt.» Gegenüber 20 Minuten führt er weiter aus: «Das ist billigste Panikmache vor der Gripen-Abstimmung.»

Sicherheitsexperte Albert A. Stahel hält nichts davon, die Empfehlung von André Blattmann zu verurteilen. Er sagt zu 20 Minuten: «Es ist idiotisch, wenn sich die Leute über den Vorschlag aufregen. Es ist sinnvoll, einen Vorrat im Haus zu haben.»

Er selbst habe ebenfalls einen Notvorrat an Lebensmitteln im Haus. Auch wenn derzeit keine direkte Bedrohung für die Schweiz auszumachen sei, könnte der Ukraine-Konflikt sehr bald Folgen haben. «Die USA erhöhen täglich den Druck auf Russland. Und plötzlich könnte die Schweiz, als Hort russischer Oligarchengelder, stark unter Druck kommen – es wäre vor allem eine wirtschaftliche Bedrohung.»

«Auf neue Risiken nicht vorbereitet»

Blattmann begündet seinen Vorschlag mit der veränderten Sicherheitslage in Europa. Für die Schweiz seien Cyber-Attacken, die das öffentliche Leben lahmlegten, die grösste Bedrohung. «Ein grossflächiger Stromausfall etwa kann zu einem Armee-Einsatz führen.» Die Schweizer Gesellschaft sei sehr verletzlich geworden. «Und wir sind – ich meine jetzt nicht die Armee – auf neue Risiken nicht wirklich vorbereitet.»

Der Armeechef zieht aus der veränderten Lage in Europa zwei Hauptlehren. Erstens wisse niemand, was die Zukunft bringe, und wer sich nicht selber wehren könne, dem diktiere die Geschichte, was er zu tun habe.

Bund empfiehlt Vorräte für eine Woche

Auf der Website des Bundesamts für wirtschaftliche Landesversorgung heisst es: «Man geht heute davon aus, dass ein Versorgungsunterbruch nicht Monate, aber doch mehrere Tage andauern könnte. Deshalb wird empfohlen, einen Haushaltvorrat für rund eine Woche zu halten.» Dies betreffe aber vor allem kleinere Ortschaften, die vom Transportsystem abgeschnitten werden könnten.

Von 300 Litern Wasser wie der Armeechef spricht das Bundesamt aber nicht. Es empfiehlt neun Liter Wasser pro Person sowie Frucht- und Gemüsesäfte. Weiter sind auf der Liste lang haltbare Grundnahrungsmittel enthalten: Reis, Teigwaren, Öl, Konservendosen mit Gemüse und Früchten.

(num)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • LautGedacht am 13.04.2014 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    Habe schon Notvorräte

    Oder zählt der Weinkeller nicht...?

  • Rhiitaler am 13.04.2014 12:45 Report Diesen Beitrag melden

    Notvorrat ist nie falsch

    Wir sollten Herr Blattmann nicht belächeln. Vielmehr mal über den Tellerrand schauen was an den Grenzen Europas alles los ist. In Tat und Wahrheit knistert es wirklich an allen Ecken und Enden. Abgesehen davon, so falsch kann ein Notvorrat wirklich nicht sein.

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  • Daniel H. am 13.04.2014 12:06 Report Diesen Beitrag melden

    Wozu denn?

    Nun die Gesellschaft hat sich verändert, das Fleich gibt es Abgepackt im Laden, so wie alle anderen Lebensmittel. Kaum wer zumindest aus den Städtischen Gebieten weiss, wie man ein Tier schlachtet, wie man Lebensmittel einmacht. Ein Vorrat an Lebensmitteln ist immer Gut. Zu sehr verlassen Wir uns darauf alles im Laden um die Ecke jeder Zeit zu bekommen. Es kann immer einen Stromausfall, eine Überschwemmung usw. geben. Aber man muss es nicht Dramatisieren!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Muhkuh am 14.04.2014 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    ca. 11 Minuten...

    ... solange soll es dauern bis in der Schweiz alle Regale leer sind sollte ein solcher Ernstfall eintreten. Also wer glaubt "am Abend schnell" was kaufen gehen zu können, der darf das gerne weiter glauben, aber wird sich wohl vor leeren Regalen wiederfinden - und dann geht das Theater erst richtig los... Darum hab ich meinen "Konservenpuffer" - Ein Vorrat aus welchem man sich normal bedient, den man aber immer wieder auffüllt - lieber haben und "nicht brauchen", als brauchen und nicht haben.

  • Leonard am 14.04.2014 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    Wozu Notvorrat?

    Unsere Regierung hat doch hoffentlich sichergestellt, dass genügend unbebaute Fläche in unserem Land übrig geblieben ist, um die 8 Millionen-Bevölkerung in Krisenzeiten mit den darauf erarbeiteten Erträgen ernähren zu können? Oder haben die Parlamentarier auch hier ihre Verpflichtung nicht erfüllt?

  • roti Rösli am 14.04.2014 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Immer genug Vorrat!!

    Ich habe grundsätzlich immer genug in meinem Vorrat.Ist zwar nicht als Notvorrat gedacht, sondern weil ich ja auch nicht jeden Tag zum einkaufen fahren möchte, da weiss ich besseres zu tun. Deshalb muss ich mir darüber keine Gedanken machen. Wir würden locker 14 Tage überstehen :-) !

  • P. Morgenthaler am 14.04.2014 12:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso solls Krieg sein?

    Nur weil Herr Blattmann zufällig CdA ist, muss man ja nicht immer von einer Militärischen Bedrohung ausgehen. Wie wäre es damit: Hochwasser -> Trinkwasser verschmutzt! Eine sehr reale Situation, die es in den letzten Jahren gegeben hat. Dann erst wollen alle plötzlich Wasser kaufen. Es ist immer dasselbe: Es muss erst etwas passieren, bevor man es glaubt!

  • sebi.k am 14.04.2014 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    keine panik aber umdenken

    Was ist wenn bald wirklich der dritte weltkrieg ausbricht die illuminati freimaurer und andere haben da so pläne schaut mal auf you tube ,mein vorschlag wir scheizer sollten uns auch organisieren falls so was kommt selbst ersorgend unabhänig und wieder auf dem land in farm gemeinschaften ,und ohne fleisch kann man ganz gut auch üerleben