Briefpanne

07. Dezember 2017 08:41; Akt: 07.12.2017 08:46 Print

«Swisscom hat mich über meinen Tod informiert»

Leser Enis M. ist von der Swisscom in Briefen mehrmals für tot erklärt worden. Am Dienstag öffnete seine Mutter eines der Schreiben – und war tief bestürzt.

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«Wir wurden über den Tod von Enis M. informiert – unser herzliches Beileid. Auf der Rückseite finden Sie eine Auflistung aller offenen Rechnungen. Bitte begleichen Sie diese oder teilen Sie uns die korrekte Ansprechperson mit.» Das steht in einem Schreiben, das der 24-jährige M. erstmals Anfang November von der Swisscom erhalten hat. Seither wird der Bieler von der Telecomfirma immer wieder aufs Neue für tot erklärt – bisher insgesamt dreimal.

«Dass die Swisscom mich über meinen eigenen Tod informiert, hat mich sehr schockiert», sagt M. Quicklebendig meldete er sich deshalb nach dem ersten Brief bei der Swisscom-Hotline. «Zuerst sprach ich mit einer Agentin, sie möchte mich bitte an die richtige Abteilung weiterleiten. Dann musste ich geduldig warten. Als ich den Agenten am Telefon hatte, musste ich ihm meine Situation erklären.»

Fall erledigt? Eben nicht

Der Swisscom-Agent forderte den 24-Jährigen dazu auf, ein Foto von dem Brief zu machen und einzusenden. «Er sagte, es müsse ein Fehler sein, und hat sich im Namen der Swisscom entschuldigt. Er versicherte mir, dass so etwas nicht mehr passieren wird.»

M. schickte per Mail eine Kopie des Briefes ein. Als einzige Reaktion erhielt er die Bestätigung, dass die Mitteilung eingegangen sei und an die zuständige Abteilung weitergeleitet werde, die den Fall schnellstmöglich bearbeiten werde.

Dann ging M. davon aus, dass sich die Sache erledigt habe. Dem war aber nicht so: Kurz darauf erreichte ihn ein weiteres Schreiben. Und am Dienstag flatterte ein dritter Brief der Swisscom ins Haus. Diesen hat jedoch nicht M., sondern seine ahnungslose Mutter geöffnet – M. wohnt noch im Elternhaus.

«Ich hörte, wie traurig meine Mutter war»

Für die Mutter sei es ein Schock gewesen, erzählt ihr Sohn. «Meine Mutter rief mich an. An ihrer Stimme konnte ich hören, wie traurig sie war. Ich fragte, was los sei. Sie sagte, sie habe die Post geöffnet und im Brief sei sie über meinen Tod informiert worden. Sie war sehr traurig.»

Seine Mutter habe nicht glauben können, was sie las. «So etwas wünscht sich keine Mutter», sagt M. «Das ging mir nahe.» Er sei seit 2011 Kunde bei der Swisscom und zahle seine Rechnungen immer. Dass nun seine Familie in den sonderbaren Fall hineingezogen worden ist, gehe zu weit. «Mit dem Tod auf diese Weise konfrontiert zu werden, ist wirklich schrecklich. Die Swisscom sollte mein Problem ernst nehmen.»

*Name der Redaktion bekannt

(vro)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Eidgenoss am 07.12.2017 09:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und ich garantiere Euch allen, dass

    ... solche 'Fehler' in Zukunft noch vermehrt passieren werden. Ich arbeite auch in dem Dienstleistungsbereich und weiss von was ich rede. Da solche Stellen auch gerne ins 'Billig-Ausland' ausgelagert werden, darf 'man/frau' sich dann auf English oder so bemühen um solches bearbeiten zu lassen. In nicht allzu weiter Zukunft wirds so sein (bis dann alle Arbeit wieder zurückkommt, da wir wieder 'billiger' sein werden)!!!

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  • Rimini am 07.12.2017 08:53 Report Diesen Beitrag melden

    Schlechte Organisation

    Fehler können ja immer passieren. Im Zusammenhang mit dem Tod sind sie natürlich besonders heikel. Aber alles was nach der Meldung des Auferstandenen passierte, liegt an der schlechten Organisation, bzw. internen Kommunikation.

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  • noch Swisscomkunde am 07.12.2017 09:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was mich am meisten stört

    Ein kleines "unser beileid" d dann wo ist unser Geld?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Paloma am 08.12.2017 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    Geburtstagskarte an einen Verstorbenen

    Eine meiner Bekannten hat 4 Monte nach dem Tod ihres (pensionierten) Ehemannes eine Karte von dessen ehemaligen Arbeitgebers (er war städtischer Angestellter) erhalten, welcher ihm zum Geburtstag gratulierte.

    • Eskimo1 am 08.12.2017 14:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Paloma

      ohhhh neeee. makaber

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  • Mimusch am 08.12.2017 11:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mutter öffnet Post vom Sohn?

    Also wenn neine Mutter einfach meine Post aufmachen würde, würde sie schön was zu hören bekommen...

    • Eskimo1 am 08.12.2017 14:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mimusch

      vertrauenssache und die wohnen ja zusammen im gleichen Haushalt

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  • Eric Keller am 08.12.2017 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur Swisscom

    Da ist aber Swisscom nicht alleine, auch bei UPC passieren "unerklärbare Fälle". Vor einigen Wochen Neues Abo mit Horizon bestellt. Alte Box zurückgesendet. Nach 4 Wochen kam ein Schreiben, dass mein (neuer) Vertrag aufgelöst werde, da ich die (alte) Box zurückgesendet habe. Kontaktformular gemacht und nichts mehr gehört. Ein Verkäufer, der mir dann eine neues Abo verkaufen wollte hat dann die Situation geklärt. Hoffentlich.

  • Monika Klaus am 08.12.2017 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    Briefe öffnen

    Die Mutter öffnet die Briefe ihres Sohnes, der 24 Jahre alt ist. Wow

  • Mane am 08.12.2017 09:28 Report Diesen Beitrag melden

    Unverständlich

    Nun ja... Das eigentlich "freche" an der Geschichte finde ich persönlich, dass man scheinbar bei der Swisscom NULL Pietät besitzt. Danke an die Tecnik. Leute, man kann doch nicht Beileidsbekundungen im ersten Satz bezeugen und dann im zweiten Satz hinweisen auf die offenen Rechnungen, die zu begleichen sind. Hallo? Geht´s noch gut? Technik hin oder her. ...vielleicht sollte man einen solchen Brief doch auch mal LESEN, bevor der rausgeht, aber das wäre wohl zuviel verlangt...

    • Adressat verstorben - keine Rechnungen am 08.12.2017 12:45 Report Diesen Beitrag melden

      Glaubt nicht alles :-)

      Doch, kann man. Swisscom hätte auch nur auf die ausstehenden Beträge aufmerksam machen können, das hätte genügt. Vielleicht hat ja der Sohn die letzte Mahnung zurückgeschickt mit dem Aufkleber, "Adressat verstorben", weil er die Rechnungen nicht bezahlen wollte. Wer weiss, ob nicht diese Version der Wahrheit näher kommt!!!!

    • Eskimo1 am 08.12.2017 14:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Adressat verstorben - keine Rechnungen

      geht ja nicht. das sind spezielle Kleber die nur die Pist hat

    • dan kober am 08.12.2017 14:07 Report Diesen Beitrag melden

      Post-Rücksendung

      Das macht die Post, nicht der Briefkasteninnhaber!

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