Altersreform 2020

01. Juli 2017 16:51; Akt: 01.07.2017 17:03 Print

AHV-Reformgegner stehen im Abseits

Gemäss einer Umfrage würden 60 Prozent des Stimmvolks die Vorlage zur Altersvorsorge 2020 annehmen. Das Nein-Lager ist gefordert.

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Ein Betrag sorgt für Emotionen: Der 70 Franken-Zuschlag beim Reformvorschlag kommt im Volk gut an. (17. Mai 2017) (Bild: Keystone/SNB)

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Die Gegner der Altersvorsorge 2020 müssen weniger als einen Monat nach Kampagnenstart einen vermeintlichen Rückschlag hinnehmen. Laut der Zeitung «Schweiz am Wochenende», würden momentan gemäss einer repräsentativen Umfrage eines nicht genannten Meinungsforschungsinstituts 60 Prozent der Stimmbürger Ja oder eher Ja sagen zur Rentenreform. Nur gerade 28 Prozent seien bestimmt oder eher dagegen.

Eine Mehrheit der Befragten würde damit die Senkung des Umwandlungssatzes in der zweiten Säule von 6,8 auf 6 Prozent sowie zur umstrittenen Erhöhung der monatlichen AHV-Rente um 70 Franken positiv gegenüberstehen. Pikant ist, dass der Auftraggeber der Umfrage aus dem Umfeld der bürgerlichen Befürworter der Rentenreform stammt; er will aber gemäss der Zeitung nicht öffentlich genannt werden.

Argumente der Gegner kommen nicht an

Die «Schweiz am Sonntag» vermutet, dass die Reformgegner mit ihren Argumenten bei breiten Teilen der Bevölkerung kein Gehör finden. «Die Kernaussage von FDP, SVP und Wirtschaftsverbänden lautet: Die Altersvorsorge 2020 ist keine Sanierungs-, sondern eine Ausbauvorlage, welche den Schuldenberg vergrössert statt verkleinert.» Aber gerade diese Botschaft käme beim Stimmvolk nicht an.

Die Reformgegner bauen auch darauf, dass die Reform ungerecht sei. So wird im betreffenden Artikel FDP-Nationalrat und Gewerbeverbands-Direktor Hans-Ulrich Bigler zitiert. Die Vorlage bringe zu viele Gewinner und Verlierer. «Unsere Botschaft muss sein, dass die Reform unfair ist.»

Bei den Befürwortern macht sich Optimismus breit

Das Lager der Gegner setze nicht nur auf die Alten, sondern auch auf die Jungen – also alle Personen mit einem Jahrgang von 1974 und höher, die nicht mehr zur Übergangsgeneration zählen und die Kürzung des Umwandlungssatzes in voller Härte zu spüren bekommen würden, schreibt die «Schweiz am Wochenende». Bei diesen Bemühungen sollen die Jungparteien eine wichtige Rolle übernehmen.

Viel optimistischer als auch schon geben sich die Befürworter der Vorlage. SP-Ständerat und Gewerschafter Paul Reichsteiner (SG) bezeichnet die Kampagnenführung der Gegner als «hilflos». Sozialpolitikerin Silvia Schenker wehrt sich gegen den von den Gegnern gebrauchten Begriff «Ausbauvorlage». Dieser sei nicht ehrlich. «Die Erhöhung der AHV stellt keinen Ausbau, sondern eine Kompensation für die Kürzungen in der zweiten Säule dar», wird die Basler SP-Frau zitiert. Ohne Ausgleichsmassnahmen sei eine Abstimmung nicht zu gewinnen. Das habe die Vergangenheit mehrfach gezeigt.

(fal)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Phil Weiler am 01.07.2017 17:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Volk wird Veräppelt

    Schon komisch,da gibts einen Fetten leistungsabbau und keiner will's hören. 70fr. mehr AHV , dafür durchschnittlich 200 fr. weniger von der Pensionkasse. Und das wird häuptsächlich Leute mit einem Mittleren und kleinen Einkommen treffen. Mein Nein zu dieser unausgereiften Vorlage ist jetzt schon sicher.

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  • anerom am 01.07.2017 17:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sonnenbrille

    Bitte lasst euch nicht an der Nase rumführen. Die zocken uns einmal mehr ab. Ein klares NEIN

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  • Willy am 01.07.2017 17:10 Report Diesen Beitrag melden

    Ewiges Laierthema, wann hört das auf!

    Dass unsere Parteien sich gegenseitig so ins Zeug legen um das Thema AHV, (das jedem Bürger der da einzahlt mal den Ruhestand finanziell sichern soll ) muss ich als beschämend einstufen . Die sind nicht fähig und wollen es auch nicht sein, dass die AHV immer genug Geld in der Kasse hat. Warum legen die sich nicht gleich stark ins Zeug wenn es um die Ausgaben von jedem dahergelaufenen geht. Sind wir zweitrangig ?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tomi am 02.07.2017 12:47 Report Diesen Beitrag melden

    Volk lässt sich wieder einschüchtern!

    Scheint so das auch bei dieser Abstimmung die Angstmacherei der Politiker seine Wirkung nicht verfehlt und vom Volk als die Wahrheit angesehen. So ist es wieder mal ein leichtes für Politiker eine Gesetzesreform durchzusetzten, die dem einzelen Bürger nichts bringt, viel Geld kostet und zum Wohlstand der Politiker beiträgt. Ich denke es wäre an der Zeit eine Initative zu starten, welche die Gehälter aller Politiker auf maximal 50000 CHFpro Jahr beschränkt, keine Ruhegehälter mehr zulässt und die Politiker verpflichtet selber für die Vorsorge zu sorgen (AHV, PK).

  • mario am 02.07.2017 12:03 Report Diesen Beitrag melden

    Traurige Schweiz

    Aha für die EU hat man mal wieder Eine MILLIARDEN für ihre neuen Länder. Schweiz zahlt, aber für die AHV, mein lieber Freund reichts nicht.

  • E. R. am 02.07.2017 11:51 Report Diesen Beitrag melden

    Jeder pickt raus was ihn betrifft

    Der Blick fürs Ganze geht anscheinend immer mehr verloren und damit auch der gesunde Ausgleich. So scheint mir der Abstimmungsausgang ungewiss.

    • Kay Loser am 02.07.2017 19:32 Report Diesen Beitrag melden

      Stimme NEIN

      Sollte die Vorlagen trotzdem angenommen werden, krämple ich mein Leben so gut es geht um, so dass ich auch auf die Seite der Profiteure wechseln kann.

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  • Ulrich am 02.07.2017 11:32 Report Diesen Beitrag melden

    Selbst ist der Mannn

    Geld durch Dritte zu verwalten kann nie und nimmer aufgehen! Die Verwalter wollen auch einen anständigen Lohn und meistens wollen sie noch einen unanständigen Bonus! Daher gibt es nur eins, Selbstverantwortung. Da ich Selbständig bin habe ich zum Glück keine PK, und die Säule 3a benütze ich für die Steueroptimierung. Den Rest verwalte ich selber, traue keinem Bänker und keinem Beamten.

  • Pizzaiolo am 02.07.2017 11:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fiasko für die Jungen

    Wieso wird immer nur von Fr. 70.00 AHV Erhöhung gesprochen? Die Iniative sieht vor, dass der Faktor für Ehepaare von 1.5 aif 1.55 erhöht werden soll. Das heisst, dass die mit der Maximalehepaarrente im Monat Fr. 226.00 und im Jahr somit satte 2'712.00 mehr erhalten. Da vestehe ich, dass die Jungen Angst davor haben, dass es für sie düster ausshieht in Zukunft noch eine Rente zu bekommen. Aber das wird dann sicher mit weiteren MWSt. Erhöhungen und Beiträgen wettgemacht. Eine solche Mogelpackung kann nicht gut kommen, daher ein klares NEIN.

    • Kenner am 02.07.2017 19:26 Report Diesen Beitrag melden

      @Pizzaiolo

      Zudem können sich die Männer ein Jahr früher vorzeitig pensionieren lassen und erst noch zu einem tieferen Rentenkürzungssatz. Die Jungen bezahlen es ja:-)

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