Tessin

05. März 2016 17:12; Akt: 06.03.2016 17:09 Print

Heftigste März-Schneefälle seit 1975

Von wegen Frühling: Am Samstag schneite es kräftig – besonders im Tessin, wo sogar Kettenpflicht angeordnet wurde.

Bildstrecke im Grossformat »
Ein Schneepflug beseitigt den Schnee auf der Autobahn A2 auf dem Monte Ceneri Richtung Süden. (5. März 2016) Wie Meteonews mitteilt, ist im Tessin im März erst ein einziges Mal noch mehr Schnee gefallen, 1975. (5. März 2016) Die Autos schlichen auf schneebedeckter Fahrbahn, einzelne mussten aus dem Weg geschoben werden: Ein Schneepflug auf der A2 Richtung Norden. (5. März 2016) Auf der Autobahn Richtung Monte Ceneri. (5. März 2016) Ein Autofahrer montiert Schneeketten. (5. März 2016) Vom Schnee überrascht: Helfer schieben ein im Schnee steckengebliebenes Auto auf dem Monte Ceneri im Tessin. (5. März 2016) Dabei ist er doch auf dem Weg in den Süden: Ein Lastwagenfahrer montiert Schneeketten an seinem LKW auf der A2 Richtung Süden. (5. März 2016) In Lugano ist das Zeltdach eines Strandbades unter der Schneelast eingebrochen. Es wurde niemand verletzt. (5. März 2016) Umgestürzte Bäume in Lugano. (5. März 2016) Zahlreiche Strassen waren wegen umgestürzter Bäume gesperrt. (5. März 2016) Der Schnee ist zu nass und zu schwer für die Äste. (5. März 2016) Die Behörden von Lugano rieten den Menschen deswegen Parks zu meiden. (5. März 2016) Von wegen Frühling: Das Tessin versinkt im Schnee. (5. März 2016) Der Sitzplatz ist eingeschneit. (5. März 2016) Oberhalb von 1000 Metern über Meer fielen 30 bis 50 Zentimeter Schnee. (5. März 2016) Lokal gab es sogar bis zu 60 Zentimeter. In Ponte Tresa in Lugano ist es am Samstagmorgen ebenfalls weiss. (5. März 2016) «Es schneit ununterbrochen dicke Flocken» schreibt ein Leser zu diesem Bild. (5. März 2016) Traktoren beseitigen den Schnee von den Strassen. (5. März 2016) Am Wochenende soll bis zu einem halben Meter Schnee fallen. Damit erhöht sich auch die Lawinengefahr. Zwei Lawinen gingen am Freitag im Titlis-Gebiet abseits der markierten Pisten nieder. (4. März 2016) Ein skandinavischer Schneesportler wurde von einer Lawine verschüttet. Er konnte sich aber selbst mit leichten Verletzungen befreien. (4. März 2016) Im Skigebiet Thyon im Wallis hat sich ein Schneebrett gelöst, wie ein Leser-Reporter berichtet. (4. März 2016) In Frutigen im Berneroberland liegt eine dicke Schneedecke. (5. März 2016) Im Flachland, hier bei Zollikofen, bleibt teilweise eine feine weisse Schicht liegen. (5. März 2016) In der Westschweiz sorgte der Schnee ebenfalls für erschwerte Bedingungen auf den Strassen: Unfall bei einem Kreisel in Lutry. (5. März 2016) Schneesturm in Vevey. (5. März 2016)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Mit Verspätung hat sich der Winter im Tessin gemeldet: Den ganzen Samstag über fielen südlich der Alpen grosse Flocken vom Himmel. Oberhalb von 1000 Metern über Meer fielen 30 bis 50, lokal bis zu 60 Zentimeter Schnee. Aussergewöhnlich war jedoch nicht die Menge, sondern der Zeitpunkt: Erst einmal zuvor fiel im März im Tessin derart viel Schnee – nur am 17. März 1975 wurden grössere Schneemengen gemessen.

Umfrage
Schnee...
56 %
23 %
21 %
Insgesamt 6783 Teilnehmer

In der Stadt Lugano herrschte für Autofahrende Kettenpflicht. Ausgenommen waren Allrad-Fahrzeuge. Am besten sei es, das Auto zu Hause zu lassen, riet die Stadtpolizei. Die Stadtbehörden empfahlen zudem, den Parks fern zu bleiben, da Bäume unter der Schneelast umfallen könnten. Denn für Äste und Bäume war der Schnee vielerorts zu nass und schwer. Gemäss TCS waren zahlreiche Strassen wegen umgestürzter Bäume gesperrt.

Der Schneefall beeinträchtigte auch den Verkehr: Die A13 zwischen Lostallo und Mesocco-Süd war wegen Pannenfahrzeugen gesperrt. Auch zwischen Thusis-Süd und dem Autobahndreieck Bellinzona-Nord war die Strecke in beide Richtungen gesperrt.

Auf der Autobahn A2 meldete der TCS «schwierige Fahrbedingungen»; Winterausrüstung war obligatorisch. Auch die Hauptstrasse zwischen Bellinzona und Chiasso war wegen Schneefalls gesperrt. Zudem behinderten vielerorts Unfälle den Verkehr. Die Autos schlichen auf schneebedeckter Fahrbahn, einzelne mussten aus dem Weg geschoben werden und der Schwerverkehr wird zurückgehalten.

Nord-Süd-Achse stark beeinträchtigt

Die A2 Richtung Gotthard musste streckenweise wegen der Schneeräumarbeiten gesperrt werden – unter anderem zwischen Bellinzona-Süd und dem Monte-Ceneri-Tunnel. Zwischen dem Tunnel und Rivera war die Ausfahrt wegen des Schnees blockiert. Ebenfalls zu war die Strecke zwischen der Zollstation Chiasso-Brodega und der Raststätte Ripshausen.

Ein Ausweichen auf die Schiene half wenig. Zeitweise ging im Bahnhof Bellinzona nichts mehr. Am Nachmittag vermeldeten die SBB auf ihrer Website, dass «in der Region Tessin der Bahnverkehr nur eingeschränkt möglich ist». Diverse Interregio-Züge fielen aus. Dafür hielten die ICN-Züge ausserordentlich an verschiedenen Bahnhöfen.

Zwischen Luino (I) und Gallarate war der Bahnverkehr wegen des starken Schneefalls unterbrochen. Ebenfalls keine Züge verkehrten wegen Lawinengefahr zwischen Pontresina und Poschiavo im Kanton Graubünden.

Zeltdach eingestürzt

Auf der A13 Richtung Graubünden und in weiteren Teilen des Kantons rollte der Verkehr auch nur langsam. Gemäss TCS staute sich etwa der Verkehr zwischen Chur-Süd und Reichenau GR: «Aufgrund des starken Schneefalls herrschen tief winterliche Strassenverhältnisse.»

In Lugano war das Zeltdach eines Strandbads unter der Schneelast eingebrochen. Zum Unglückszeitpunkt war glücklicherweise niemand anwesend – für die Bevölkerung war das Bad geschlossen, weil zu einem späteren Zeitpunkt unter anderem Synchronschwimmer dort trainieren wollten. Es wurde niemand verletzt, wie Tio.ch berichtet.

Erhebliche Lawinengefahr

Im Tessin und im südlichen Graubünden wurde die Lawinengefahr vorübergehend auf die Stufe vier angehoben. Damit herrschte tagsüber grosse Lawinengefahr. Gemäss dem Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) waren besonders am Nachmittag zahlreiche spontane Lawinen zu erwarten – darunter auch mittelgrosse. Für Skitouren und Schneeschuhwanderungen abseits gesicherter Pisten waren die Verhältnisse gemäss SLF gefährlich.

Am Abend stufte das SLF die Gefahr wieder auf die Stufe drei hinunter. Somit ist im ganzen Alpenraum die Lawinengefahr erheblich.

Achtung Glatteis

Im Norden könnte es bis auf 500 Meter hinunter schneien, teilt Meteonews mit. Die Meteorologen rechnen in höheren Lagen mit 20 bis 50 Zentimetern Schnee. Trotz viel Schnee lädt das Wetter nicht zum Skifahren ein: «Die Sichtverhältnisse sind in den Bergen sehr schlecht», heisst es auf Anfrage bei Meteonews. Es wehe ausserdem ein recht starker Wind.

Am Sonntag wechseln sich in den Alpen Sonne und Wolken ab. Es kann zeitweise bis ins Flachland schneien. Besonders am Morgen ist auf den Strassen Vorsicht geboten: Der nasse Boden und die tiefen Temperaturen sorgen für Glatteis.

Tauwetter im Tessin

Dabei ist der Süden wetterbegünstigt, nach den massiven Schneefällen von gestern stellt sich nun Tauwetter ein. In den Bergen gibt es immer wieder ein paar Sonnenfenster, doch die Lawinensituation bleibt kritisch.

Auch nach dem Wochenende bleibt es winterlich: Meteonews geht bis mindestens Mitte der nächsten Woche von tiefen Temperaturen aus. Das Wetter sei zwar für den März nicht aussergewöhnlich, «es ist aber doch eher kalt für diese Jahreszeit».

(hal/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • PFOPF am 05.03.2016 11:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jä no...

    ... es nützt nichts, das Wetter können wir zum Glück (noch) nicht selber machen ;-) ... allen "e schöne Sonntig"

    einklappen einklappen
  • b. winter am 05.03.2016 12:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    welcher winter gibt nicht auf?

    musste lachen, ...der winter gibt nicht auf..." DER war ja bis jetzt noch gsr nich da....

    einklappen einklappen
  • Su!! am 05.03.2016 11:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wetter

    zum Glück kann man das Wetter nicht ändern sonst hätten wier gar keines mehr!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • InfoSoft Systems am 07.03.2016 11:00 Report Diesen Beitrag melden

    Homeoffice

    Wenn Sie Citrix einsetzen können Sie problemlos von zu Hause aus arbeiten, während andere im Stau stehen:

  • Mario am 06.03.2016 18:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich glaub

    die menschlichen Wetterfrösche haben immer noch nicht gemerkt, daß sich seit Jahren Frühling, Sommer, Herbst und Winter sich ein paar Monate nach vorn verschoben haben. Die tierischen Frösche wissen das schon lange. Also ist es auch kein Wunder, daß es auch im März schneit. Es hat auch schon im April geschneit und da hat keiner ein Theater draus gemacht.

    • jan veelerz am 06.03.2016 19:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mario

      Wir menschsen kunnen das Wetter nicht bestimmen

    einklappen einklappen
  • Rolf von Arx am 06.03.2016 15:32 Report Diesen Beitrag melden

    Schneefall

    Nach Kalender fängt der Frühling erst am 21.März an.

  • Schokolade am 06.03.2016 14:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja... War anders geplant , was Solls

    Ta... Die heftigsten März-Schneefälle und wir-> mittendrin weil wir mit dem Auto unsere gebuchten Ferien in Bella Italia antraten.... Mit 9 Stunden Verspätung dann endlich am Ziel ( aber heil zum Glück ) und heute entschädigt uns tolles Wetter!

  • Motzimuus am 06.03.2016 12:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es wird überall eingespart..

    Da sieht man heute wird auch bei den Strassenunterhalt viel eingespart,darum kann man dann nicht rechzeitig den Schnee räumen und dann spliten wäre das Beste aber da wurde gewartet bis ein halben Meter Schnee lag.Von dem redet niemand früher war das kein Problem heute ist das eine Katastrophe,es wird immer nur als schlecht dargestellt,früher hatten sogar die Bauern ausgeholfen wenns um Schneeräumungen ging bei den Durchfahrtsstrassen heute sieht man höchstens ein Pflüger,weil dieses Jahr wurde kaum Salz gebraucht dann sollten wir doch ganz gute Umweltresultate haben aber man hört nichts.

    • Suumiztom am 06.03.2016 14:09 Report Diesen Beitrag melden

      Ach war das schön...... damals!

      Ja Motzi, früher war alles besser, viel besser, das waren noch Zeiten, bessere Zeiten, ach ja, alle waren so zufrieden, jeder half dem anderen und wir, die von früher waren immer so zufrieden. Ach ja, und die Bauern, sie waren bescheiden und immer hilfsbereit, fast schon selbstlos. Motzi, träume weiter! Ich bin zwar auch von "früher" aber mir gefällt die Zeit heute um einiges besser.

    einklappen einklappen