Strafanzeigen nehmen zu

02. Juli 2017 11:02; Akt: 03.07.2017 11:34 Print

Auf dem Teller landen mehr illegale Lebensmittel

Immer mehr Lebensmittel halten nicht den gesetzlichen Richtlinien bezüglich Deklaration oder Hygiene stand. Ein EU-Warnsystem soll der Schweiz Abhilfe bieten.

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Jährlich Zehntausende Stichproben: Ein Einkaufswagen mit Lebensmitteln wird durch einen Supermarkt geschoben. (14. Juni 2017) (Bild: Keystone/Julian Stratenschulte)

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Die Zahl der Strafanzeigen wegen illegaler Lebensmittel hat in den vergangenen drei Jahren um mehr als 20 Prozent zugenommen. Die kantonalen Labore der Schweiz reichen Anzeige wegen Lebensmitteln ein, die entweder falsch deklariert sind, gegen Hygienevorschriften verstossen oder die Gesundheit der Konsumenten gefährden. 2013 waren es gemäss der «NZZ am Sonntag» deren 727 Vorfälle, 2014 bereits 830, und 2015 lag die Zahl der Strafanzeigen bei 892.

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In 85 Fällen der 2015 eingereichten Strafanzeigen stiessen die kantonalen Labore auf gesundheitsgefährdende Lebensmittel. Gemäss der Zeitung handelte es sich bei den meisten um Gemüse (23) und Fertigprodukte (14), vereinzelt aber auch um Fleisch, Fisch, Teigwaren, Obst, Pilze, Speiseöle und Babynahrung.

«Ein grösser werdendes Problem»

Doch neben den kantonalen Laboren sollen auch vermehrt Konsumenten auf die zunehmenden Gesetzesverstösse im Lebensmittelbereich reagieren. «Wir erhalten immer mehr Beanstandungen und Anfragen in diesem Bereich», sagt Josianne Walpen von der Stiftung für Konsumentenschutz der «NZZ am Sonntag». «Vor allem falsch deklarierte Lebensmittel sind ein grösser werdendes Problem.» Wegen falscher Deklarationen ermittelt die Zürcher Staatsanwaltschaft gegenwärtig gegen einen Händler, der grosse Mengen von Honig, der täuschend echt aussah, verkaufte.

Jährlich führen die kantonalen Labore Zehntausende Proben durch. Gemäss der Zeitung wurden 2015 von den 73'000 überprüften Lebensmittel rund 11'000 vorwiegend wegen Kleinigkeiten beanstandet. Bei schwereren Fällen verfügten die Labore aber die Einziehung der Ware und erstatteten Anzeige. Jedoch, so sollen manche Labore klagen, fehle es an finanziellen Mitteln für die Kontrollen.

Anschluss an das EU-Warnsystem

Abhilfe, zumindest was die Importe betrifft, soll der Anschluss der Schweiz an das EU-Warnsystem für falsch deklarierte und gesundheitsgefährdende Lebensmittel bieten. «Zurzeit führt die Schweiz mit der EU Diskussionen zur Erweiterung des Landwirtschaftsabkommens für alle Lebensmittel.

Kommt diese zustande, wird ein Anschluss an das Warnsystem möglich», sagt Sprecherin Nathalie Rochat. Im System der EU mit dem Namen «Rapid Alert System for Food and Feed» werden alle auffälligen Lebensmittel aus der EU erfasst.

(foa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Eilan am 02.07.2017 11:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Illegal

    Okay und warum werden die Läden und die Händler nicht mitgeteilt, damit der Konsument das weiss? So essen und trinken wir in der Schweiz gefährliche und falsch deklariertes Essen? Danke

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  • Amadies am 02.07.2017 11:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    EU....

    schon wieder!!!!!!!! Anschluss an die EU ( Warnsystem ) sind wir Schweizer nicht fähig uns selber zu helfen? Ohne EU geht wohl gar nichts mehr.

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  • verkaufer am 02.07.2017 11:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hygiene

    Was ist hygiène.?Das 7 jähriges Kind der im Einkauf wagen steht mit schmutziges Schuhe auch ?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • A.F am 03.07.2017 20:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Deutschland

    Aber von Konstanz. Gehe oft dort hin. Punkt

  • Mandala am 03.07.2017 15:22 Report Diesen Beitrag melden

    Aber welche Läden und Produkten sind es?

    Wieso werden uns die Namen von diesen illegalen Lebensmitteln nicht gleich bekannt gegeben? Man will immer das Volk täuschen. Es genügt nicht eienen solchen Artikel zu schreiben ohne Namen von Produkten zu liefern.

  • Voni50 am 03.07.2017 14:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Offenbar EU - tauglich

    Und die Mütter, welche ihren quengelnden Kinderlein die angepeilte Chipsverpackung öffnen, das Kind füttern und den Rest wieder ins Regal stellen, was ist mit denen ?

  • Kirschlein am 03.07.2017 13:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur Mut!

    In unseren Regalen liegt mehr Bruntz als was anderes..Dabei haben wir an Natürlichem, was das Herz begehrt. Umdenken wäre wieder einmal angesagt und das "Schätzen zu Wissen", was unser eigener Boden hergibt. Dann wächst auch der Mensch, wieder mehr in Richtung Gesundheit.

  • David am 03.07.2017 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Alles Ausserkontrolle

    Wir haben sowieso keine Chance mehr was Lebensmittel betrifft! Ich sage nur Codex Alimentarius und WHO. Es gibt Leute die sind verantwortlich für die Etiketten und es gibt die Leuchte die schauen was drin ist. Also Gesund steht darauf und ungesund ist drin!! Hallo Wach !!!

    • webarch am 03.07.2017 14:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @David

      es geht einfach, einfach den fertig-frass, welcher von der industrie nicht kaufen und essen. schon lebst du etliches gesünder als vorher. das bedeutet aber auch, man muss selber kochen.

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