26. August 2007 09:02; Akt: 26.08.2007 09:02 Print

Untragbare Schultaschen

Kleine Menschen, grosse Schultheks: Dieses Bild prägt alljährlich den Schulbeginn. Doch Schulärzte warnen: Viele Kinder tragen zu schwer an den Taschen - so schwer, dass Rückenschäden die Folge sind.

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Die Last des Wissens beugt Schülerrücken - vor allem bei falschen Schultheks und Bewegungsmangel. (Bild: Keystone)

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Die Zahlen sind alarmierend: Während in der 4. Klasse nur gut jedes 100. Kind bei der Schulärztlichen Vorsorgeuntersuchung in der Stadt Zürich angibt, öfter Rückenschmerzen zu haben, wird in der Oberstufe bereits jedes 15. Kind von Rückenschmerzen geplagt.

Eine repräsentative Studie aus dem Kanton Basel-Stadt unter 1350 Schülern zeigt zudem, dass ein Viertel aller 15- und 16-Jährigen an Rückenproblemen leidet. Und beim Schulaustritt leidet fast jeder dritte Schüler an einer Fehlhaltung.

Der schulärztliche Dienst der Stadt Zürich warnt nun, dass instabile Rucksäcke und lässig über die Schulter geschwungene Taschen zu Haltungsproblemen führen können.

Kommen jetzt die «Schultrolleys»?

In einigen europäischen Ländern wie z.B. Spanien, Frankreich oder auch Deutschland sieht man Schulkinder immer öfter mit Trolleys in die Schule «reisen».

Was sich vor allem für Flugreisen schon durchgesetzt hat, soll jetzt auch die Rücken der Schulkinder schonen. Zahlen und Daten dazu, ob Trolleys sich tatsächlich positiv auf Rückenschmerzen auswirken gibt es (noch) keine.

Merkblatt für Eltern

Im Kanton Zürich will laut der «SonntagsZeitung» der Schularzt nächste Woche ein Merkblatt zum Thema Schulthek an Eltern und Lehrer abgeben.

Bis dahin empfiehlt der schulärztliche Dienst Zürichs, nur Theks mit stabiler Rückenwand sowie zwei Tragriemen zu verwenden. Zudem sollten die im Schulthek verpackten Bücher gleichmässig verteilt werden. Das Leergewicht der Tasche solle 1,2 Kilogramm nicht überschreiten.

Und: Viel wichtiger als ein stabiler Thek sei, «dass der Schulweg zu Fuss zurückgelegt und die Rückenmuskulatur durch sportliche Betätigung gestärkt wird.»